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Seligsprechung als Aufarbeitungs-Impuls

Ulrich Rhomberg, Michael Fliri, Harald Rhomberg und Werner Matt (v. l.) beim Vortrag im Vorarlberger Hof.  Foto: erh

Ulrich Rhomberg, Michael Fliri, Harald Rhomberg und Werner Matt (v. l.) beim Vortrag im Vorarlberger Hof.  Foto: erh

Geschichtswerkstatt Dornbirn stand im Zeichen der Briefe von Carl   Lampert.

dornbirn. (erh) Seine Jahre in Rom bezeichnete er als die glücklichsten. Den Spitznamen „Carlobello“ bekam der 1894 in Göfis geborene Carl Lampert im Fürsterzbischöflichen Priesterseminar in Brixen, wo ihm am 12. Mai 1918 die Priesterweihe erteilt wurde. Die erste Dienststelle trat der Priester in Dornbirn-Markt an, wohin er als Kaplan berufen wurde und wo er auch in verschiedenen Schulen unterrichtete.

Viel später, im Jahr 1940, begann der Leidensweg des Priesters, der am 13. November 1944 mit seiner Hinrichtung in Halle an der Saale durch die Nationalsozialisten endete.

Werkstatt-Treff

Im Rahmen des Vortrags im Werkstatt-Treff, zu dem Harald Rhomberg die Besucher im Vorarlberger Hof in Dornbirn begrüßte, referierte Michael Fliri, Leiter des Diözesanarchivs. Er thematisierte die Briefe von Carl Lampert, die als biographische Quelle dienen, aber auch die Geschichte und Geschichten rund um seine Person nachvollziehbar machen. Fliri ist außerdem mit dem Aufbau des Carl-Lampert-Archivs betraut, das am 10. November neu eröffnet wird.

Seligsprechung 2011

Am 13. November 2011 wurde Carl Lampert in der Dornbirner Stadtpfarrkirche St. Martin selig gesprochen. An das Ereignis erinnert die rote Säule vor dem Kirchenportal.

Diözesanarchivar Michael Fliri dazu: „Die Seligsprechung von Provikar Carl Lampert war ein wichtiger Impulsgeber für eine Aufarbeitung der jüngeren Kirchengeschichte Vorarlbergs. Die Anregung zur Beschäftigung mit in der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Menschen unterschiedlichster Herkunft verbindet ihn mit einer „Wolke von Zeugen“, die uns immer wieder als Mahnung und gesellschaftspolitischer Auftrag vor Augen steht.“

Edition der Briefe

Seither arbeitet das Carl-Lampert-Archiv an der Edition seiner Briefe. Bereits 2013 wurden die ersten Briefe des seligen Provikars online ediert. Zu diesen über hundert Briefen aus den Jahren 1940 bis 1944 sind weitere Briefe und Postkarten aus den Nachlässen der Familien Rigger in Dornbirn und Rohner in Wolfurt dazugekommen. Mit der Familie Rigger in Dornbirn war Carl Lampert seit seiner Kaplanzeit in Dornbirn freundschaftlich verbunden. Davon zeugen die zahlreichen Briefe, die sich im Nachlass von Lehrer Alfons Rigger (1889-1946) erhalten haben. Anlässlich der 121. Wiederkehr des Geburtstags des Seligen am 9. Jänner 2015 überließ die Familie Rigger dankenswerterweise die Briefe der Diözese Feldkirch als Geschenk.

Kopien der Briefe

Nach der spannenden Darstellung des Lebens von Carl Lampert durch Michael Fliri wurden die Gäste beschenkt. Sie erhielten Kopien von handschriftlichen Briefen an den Bruder Lamperts sowie einen vierseitigen Brief, datiert mit
8. April 1942, an seinen „Herzensfreund Fons“, den Dornbirner Alfons Rigger. Im Carl-Lampert-Archiv können Informationen online eingesehen werden, darunter auch die handschriftlichen Briefe.

Die Neu-Eröffnung des Carl-Lampert-Archivs findet am 10. November, 18 Uhr, in der Feldkircher Herrengasse 6 statt. Am 13. November gibt es zudem einen Gedenkgottesdienst zum Todestag in Göfis.

Wichtige Termine

Eröffnung Carl-Lampert-Archiv
Donnerstag, 10. November, 18 Uhr, Feldkirch, Herrengasse 6

Gedenkgottesdienst
13. November, 9.30 Uhr
16 Uhr Andacht zur Todesstunde
Pfarrkirche Göfis 

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