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Autos werden zu fahrenden Handys

In der Automobilindustrie bleibt kein Stein auf dem anderen. Thomas Giuliani ist Produktmanager für Zukunftsthemen der BMW Group.

In der Automobilindustrie bleibt kein Stein auf dem anderen. Thomas Giuliani ist Produktmanager für Zukunftsthemen der BMW Group.

Neuerfindung des Automobils: Bei BMW sind die Weichen auf Zukunft gestellt.

Bregenz. Bob Lutz ist eine Ikone der globalen Automobilindustrie. Und er ist einer, der für die etablierten Automobilhersteller schwarz sieht. In 20 Jahren könnten sie in der heutigen Form nicht mehr existieren, glaubt der gebürtige Schweizer. „Wir teilen diese Ansicht nicht“, sagt Thomas Giuliani (56), Produktmanager für Zukunftsthemen der BMW Group. Klar sei aber, dass der Wandel die Automobilindustrie gewaltig treffe. Der Umfang der Transformation erreiche eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit. „Die kommenden zehn Jahre werden mehr Veränderung bringen als die letzten 30 bis 50 Jahre“, so der BMW-Manager, der das altbekannte Geschäftsmodell unter Druck sieht. Wenn man es richtig angehe, brauche man aber keine Angst zu haben.

Der Premiumhersteller aus München hat die Weichen längst auf Zukunft gestellt. Das trifft auf verschiedenste Ebenen zu. Die Autos werden elektrifiziert und für autonomes Fahren vernetzt, neue Geschäftsfelder beim Carsharing und Ridesharing werden vorbereitet, und es wird an Digital Services gearbeitet, die in Zukunft den Kunden angeboten werden können. Eine nahtlose Verknüpfung von verschiedenen Geräten macht das Auto zum „Mobile Device“. Das Auto werde Teil des alltäglichen Smart-Living und kommuniziere mit Mobil-Telefonen, PC und Tablets. Es gehe nicht mehr um das reine Vorankommen von A nach B. Autos werden zu fahrenden Handys. Das wollen auch andere nutzen und damit das große Geschäft machen. Mit Google, Apple und Co. bringen sich längst neue Player in Position.

E-Mobilität wird Mainstream

Mit herkömmlichen Modellen verdienen die Münchner gutes Geld – sehr konstant mit schönen Steigerungsraten. Solide Renditen gehören ebenso zur Gegenwart wie weiterhin große Investitionen in konventionelle Antriebe. Das größte Motorenwerk steht im oberösterreichischen Steyr. 1,2 Millionen Diesel- und Benzinmotoren werden dort gefertigt. Man müsse sich bewusst sein, welch akuter Transformationsprozess erforderlich sei, um die Wertschöpfung in der Region zu erhalten. Denn eines steht fest: BMW setzt stark auf Strom. „Emissionsfreies Fahren wird zu einem absoluten Muss“, führt Thomas Giuliani aus und nennt ambitionierte Zahlen. Bis in acht Jahren sollen 25 bis 30 Prozent der Neufahrzeuge von BMW, Mini und Rolls Royce elektrifiziert auf die Straßen kommen. In wenigen Jahren seien 500 Kilometer Reichweite für jeden machbar. „Die E-Mobilität wird in den kommenden Jahren zum Mainstream.“

Teilen statt besitzen

Was heute noch für viele undenkbar ist, könnte bald Trend werden. „Der Kunde bestimmt, wann und wo er auf welche Weise Automobilität nutzen will, ohne das Fahrzeug selbst zu besitzen. Und nach Carsharing kommt Ridesharing. Autos werden bestellt, sie fahren – idealerweise vollautonom – vor und bringen einen an den Bestimmungsort. Und dann fährt das Auto einfach weiter und sucht sich einen Parkplatz. Am autonomen Fahren führt kein Weg vorbei. Bis in fünf Jahren wird ein BMW ohne Zutun des Fahrers von München nach Hamburg gelangen. Autonom wird allerdings kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Die „Freude am Fahren“ soll bleiben – auf Wunsch zumindest.

Der Umfang der Transformation der Autoindustrie erreicht eine nie dagewesen Geschwindigkeit.

Thomas Giuliani

Zur Person

Thomas Giuliani

Produktmanagement der Antriebsstrategien, Connectivity und Digital Services der BMW Group in München

Geboren: 1960

Wohnort: München

Familienstand: Verheiratet

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