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“Die Füße immer am Boden”

von Klaus Hämmerle
Siegfried Wolf spricht sich im VN-Interview für gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aus.

Siegfried Wolf spricht sich im VN-Interview für gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aus.

Russland-Experte und Erfolgsmensch Siegfried Wolf mit Empfehlungen für Europa.

Bregenz. (VN-hk) Das Steirer-Sakko trägt Siegfried Wolf (59) nicht nur gerne, es ist auch Teil seiner Identität und seines Erfolges. „Ich komme aus einer steirischen Landwirtsfamilie, wo ich gelernt habe anzupacken. Das ist vielleicht eine Wurzel für den Erfolg“, sagt Wolf über Wolf. Er sei der klassische Fall für eine Nicht-Karriere-Planung. Die Dinge nahmen bei „Siegi“ Wolf einfach ihren Lauf. Der Steirerbua fand als Absolvent der HTL für Maschinenbau-Betriebstechnik schnell Gefallen am Autobau. Und weil er was konnte und sich seine Wege irgendwann mit jenen des steirischen Landsmannes Frank Stronach kreuzten, war die Erfolgsspur gelegt. „Die Füße immer am Boden, der Kopf in der Höhe“ gilt für ihn noch heute als Lebensmotto.

„Natürlich“, sagt Wolf heute, „war meine Bekanntschaft mit Frank Stronach sehr vorteilhaft. Ich habe viel von ihm gelernt.“ Zum Beispiel, dass man seine Mitarbeiter zu schätzen und sie am Erfolg eines Unternehmens beteiligen sollte. „Frank fand es immer schön, den Erfolg zu teilen.“

Chancen in Russland

Siegfried Wolf ist ausgewiesener Russland-Experte. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Russian Maschines, einem Unternehmen des Mischkonzerns Basic elements, ist er mittendrin in der Wirtschaftswelt des Riesenlandes, das mit Europa derzeit so seine Probleme hat und umgekehrt. „Müsste nicht sein“, meint Wolf und verweist auf die immensen Vorteile, die intakte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Russland mit sich bringen.

„Vor den Sanktionen betrug das Wirtschaftsvolumen 450 Milliarden Euro, jetzt ist es nur noch die Hälfte. Gerade der Ausgang der US-Wahlen sollte uns zum Nachdenken bringen”, mahnt Siegfried Wolf, der sich als großer Anhänger von Außenminister Sebastian Kurz outete. “Um den beneiden uns in Europa viele”, ist er überzeugt.

Loyale Partner

Wolf ist überzeugt davon, dass die Wiederaufnahme voller wirtschaftlicher Beziehungen mit Russland auch die politisch verfahrene Situation entspannen könnte. Als Geschäftspartner findet der Steirer nur Lob für die Russen. „Sie sind verlässlich und loyal. Und wenn man gute Geschäftsbeziehungen aufgebaut hat, dann verzeihen sie auch einmal etwas“, charakterisiert Wolf die Wirtschaftsbosse aus dem Reich Putins.

Stichwort Wladimir Putin. Wolf hat den russischen Präsidenten bereits öfters getroffen und beschreibt ihn wie folgt: „Putin setzt sich sehr für sein Land ein, schafft Stabilität und interessiert sich auch für die Menschen in den Fabriken.“ Die Zustimmung der Russen zu Putin sei groß, Sanktionen könnten daran nichts ändern. Wolf empfiehlt Europa in einer Zeit der Instabilität, sich mehr auf sich zu besinnen und Selbstbewusstsein an den Tag zu legen. „Europa muss seinen eigenen Weg gehen und darf sich nicht vereinnahmen lassen. Wir müssen mehr für uns denken.“

Aus Sicht des erfolgreichen Managers war US-Präsident Barack Obama zuletzt nicht nur Präsident von Amerika „sondern auch von Europa“. Russland sei jedenfalls sehr interessiert an guten Wirtschaftsbeziehungen zu Europa. „China ist für Russland nicht die einzige Option.“

„Vorarlberger“ Wolf

Das kleine Vorarlberg, in dem sich Siegfried Wolf oft aufhält, ist in den Augen des Managers eine wirtschaftlich pulsierende Insel mit Vorzeigecharakter. „Deswegen muss alles getan werden, um den vielen mittelständischen Betrieben in Vorarlberg eine gute Zukunft zu gewähr­leisten.“

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Siegfried Wolf spricht sich im VN-Interview für gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aus.

Europa muss mehr für sich denken und sollte in der Zukunft seinen eigenen Weg beschreiten.

Siegfried Wolf

Zur Person

Siegfried Wolf

Geboren: 31. Oktober 1957

Ausbildung: HTL für Maschinenbau-Betriebstechnik am TGM in Wien, Meisterprüfung

Karriere: Philips, Hirtenberger, seit 1995 in höchsten Managerpositionen bei Magna, seit 2010 Aufsichtsratsvorsitzender von „Russian Machines“

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