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Ein holperiger Start ins Leben

Das neue Leben als Familie: Stefano und Nadine mit ihren Zwillingen.  Foto: Privat

Das neue Leben als Familie: Stefano und Nadine mit ihren Zwillingen. Foto: Privat

Das Krankenhaus Dornbirn informiert zum Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November.

Dornbirn. Weltweit wird etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren. Das bedeutet, es kommt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Auf die besondere Situation dieser Kinder macht der Welt-Frühgeborenen-Tag aufmerksam. Das Krankenhaus Dornbirn bietet zu diesem Anlass am 17. November besondere Einblicke. Rund 137 Kinder, die zu früh geboren sind oder Neugeborene mit Anpassungsschwierigkeiten werden jährlich in der Abteilung für Neonatologie betreut. Zu ihnen gehörten auch die Zwillinge Aurora und Cristiano. Ihre Mama Nadine erzählt vom Glück hoch zwei und welche Freude eine volle Windel sein kann, wenn man vom Leben überrumpelt wird.

Diagnose: Gestose

„Ich wollte eine natürliche Geburt, alles andere war für mich unvorstellbar“, sagt die Mutter. Doch das Babyglück der Familie Lumaca hielt sich an keinen Plan. Eine Schwangerschaftsvergiftung machte in der 35. Woche einen Kaiserschnitt notwendig. So kamen die Zwillinge am 6. Juli im Krankenhaus Dornbirn auf die Welt: Aurora wog 2210 Gramm, Cristiano 1795 Gramm. „Er war noch so klein“, sinniert die Mama und streichelt ihm dabei über das Bäuchlein, worauf ein zufriedenes Glucksen zu hören ist. In den vergangenen vier Monaten haben sich die Kleinen ganz wunderbar entwickelt. Nadine Lumaca lächelt und erzählt vom Beginn, als wenige Tage vor der Entbindung noch alles in Ordnung war. Sie aber spürte, dass etwas nicht stimmt. Aus der Ahnung wurde beim Kontrolltermin im Krankenhaus bittere Gewissheit. Diagnose: Gestose, eine lebensbedrohliche Komplikation für Mutter und Kind. „Sie haben mir alles genau erklärt und sich wirklich viel Zeit genommen.“ Das Einfühlungsvermögen der Ärztinnen und Ärzte ist der jungen Frau in bleibender Erinnerung, als sie wenige Stunden nach der Diagnose für den Kaiserschnitt einwilligt. Wochen vor der geplanten Geburt. „Auf so etwas bist du nicht vorbereitet.“ Deshalb ist es für Eltern in dieser Extremsituation wesentlich, ein familiäres und freundschaftliches Netzwerk um sich zu wissen, das sie auffängt.

Eine Handvoll Mensch

Ihre Kinder nach der Geburt nicht im Arm halten zu können habe sie anfangs nur schwer verkraftet, erklärt die 30-Jährige. Und auch, die Kinder auf der Station zurückzulassen. Aber das Paar stand diese Zeit gemeinsam durch und ist mächtig stolz auf sein doppeltes Glück. Das gesamte Team der Neonatologie kümmerte sich um die Kleinen wie auch um die Eltern. „Sie zeigen einem, wie man im Inkubator Windeln wechselt, die Babys badet und sogar massiert.“ Liebevoll und mit einer Hingabe, vor allem aber auch mit dem Verständnis dafür, was dieser frühe Start für Eltern bedeutet. Denn nicht nur das Kind ist ein Frühchen, die Eltern sind es gewissermaßen auch. Sie sind auf dieses Ereignis nicht vorbereitet, sie können die Kinder nicht in den Arm nehmen. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung waren es für Mama Nadine auch die liebevollen Kleinigkeiten, die sie heute wie damals lächeln ließen.

Die kleinen Pflaster in Herzform oder die Fotos, die ihr das Pflegeteam von den Kleinen schickte. Bis auch bei Cristiano ein Luftballon hing, auf dem stolz „2 kg“ stand. So waren unter den Tränen ganz viele Freudentränen und Nadine Lumaca ist dankbar. „In den schweren Zeiten waren das Pflege- und Ärzteteam einfach für mich da. Offen und kompetent. Wir haben so viel über unsere Kinder gelernt und waren für den Start zu Hause bestens gerüstet.“

Jede Woche zählt

„Häufig können sich die Angehörigen gar nicht vorstellen, was bei uns auf der Frühgeborenenstation passiert und wie klein die Materialien sind, die wir für die Versorgung der Kinder benötigen“, berichtet die Stationsleiterin der Neonatologie, Manuela Lugmayr, und ergänzt: „Aus diesem Grund möchten wir den Besuchern am Welt-Frühgeborenen-Tag Einblicke bieten, die sonst nicht ohne weiteres möglich sind.“ So feiert am 17. November das Krankenhaus Dornbirn die kleinen Helden. Neben Verbrauchsmaterialien wie kleinen Schnullern, Windeln und Blutdruckmanschetten stellt das Team im dritten Stock vor dem Eingang zur Neonatologie auch einen Inkubator und ein spezielles Wärmebett vor. Darüber hinaus gibt es Infomaterial und Bilder, unter anderem zum Thema Elternintegration, die für die neurologische und motorische Entwicklung der Kleinsten wesentlich ist. „Wir freuen uns auf die Gespräche und Fragen der Besucher“, betont Lugmayr. Und: „Vielleicht kommt ja auch der eine oder andere ehemalige kleine Patient mit seiner Familie. Es ist für uns immer eine große Freude zu sehen, was aus den Kindern geworden ist, die oft wochenlang auf unserer Station versorgt wurden.“

Welt-Frühchen-Tag: Donnerstag, 17. November, von 9 bis 17 Uhr, vor der Abteilung der Neonatologie im dritten Stock im Krankenhaus Dornbirn

<p class="caption">Das neue Leben als Familie: Stefano und Nadine mit ihren Zwillingen.  Foto: Privat</p>

Das neue Leben als Familie: Stefano und Nadine mit ihren Zwillingen. Foto: Privat

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