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Lesbar. Empfehlungen von Martin G. Wanko

„The Man in Black“ ist noch da

Franz DoblerEin Schlag ins Gesicht361 SeitenTropen Verlag

Franz Dobler

Ein Schlag ins Gesicht

361 Seiten

Tropen Verlag

Rund 13 Jahre nach seinem Tod ist der Musiker Johnny Cash nach wie vor vorhanden.

Roman, Biografie. Robert Hilburn verfasste eine sehr umfangreiche Biografie, die diese Tage unter dem nüchternen Titel „Johnny Cash. Die Biografie“ erschienen ist. Hilburn ist ein exzellenter und seriöser Musikjournalist, dem Johnny Cash kurz vor seinem Tod auch noch eines seiner letzten Interviews gab. Die beiden kannten sich also persönlich. Das rund 800 Seiten starke Buch geizt nicht mit Hintergrundinformationen: Das getrübte Verhältnis zu seinem Vater, Johnnys starke Verbundenheit zum ländlichen Raum, seine ersten Erfahrungen im Sun Studio in Memphis und vieles mehr.

Ohne Skandale

Hilburn lässt aber auch keine Tiefen aus. Das Verhältnis von Johnny Cash mit seiner Schwägerin zum Beispiel oder die Drogen- und Alkoholprobleme des Musikers. Die Biografie wurde von den Erben des Musikers abgesegnet, vielleicht auch, damit der schwarze Engel der Country Musik weiter im Gespräch bleibt. Fazit: Ein möglichst neutrales Buch, in dem gezeigt wird, wie sich der Musiker durchs Leben kämpfte; manch düstere Wolke kam über sein Haupt, manche blieb über ihm, bis zu seinem Tod. Eine Annährung ohne Skandale und Spekulationen.

Einer der Hardcore-Cash-Fans ist der deutsche Autor Franz Dobler. Er schrieb schon vor rund 15 Jahren eine dementsprechende Bio über den „Man in Black“, mit dem Titel „The Beast in me.“ Natürlich, Franz Dobler schätzt und kennt die Musik aus den Fifties und Sixties, als Schriftsteller darf er auch subjektiv bleiben und färbt so sein Buch über Johnny Cash mehr als Robert Hilburn. Also, sehr viel Johnny-Cash-Faktenwissen, und eine Brise Franz Dobler – durchaus lesbar. Dobler bleibt sich treu, sein neuer Krimi „Ein Schlag ins Gesicht“, rund um den Polizisten Robert Fallner, kommt auch nicht ganz ohne Johnny Cash aus, auf Seite 150 wird er erstmals mit einem Song-Zitat aus „The Beast in me“ erwähnt.

Mann mit Charakter

Dem Polizisten Robert Fallner, im aktuellen Band bereits Ex-Polizist, geht es nicht gut, sonst hätte er kaum Menschen wie Johnny Cash im Kopf. Das dürfte an seiner Grundstimmung liegen, denn sein Job könnte schlimmer sein: Er muss auf Simone Thomas aufpassen, ein Film-Sternchen der 1970er-Jahre, Anspielungen auf den einen oder anderen Oberweiten-Film des amerikanischen Kult-Regisseurs Russ Mayer sind durchaus beabsichtigt. Simone Thomas soll von einem Stalker verfolgt werden. Robert Fallner muss sie nun beschützen und nach Möglichkeit den Eindringling in ihr Leben kaltstellen. Franz Dobler schreibt dies als eine Art Road-Movie mit kriminellen Elementen, über den schmuddeligen Münchner Hinterhof hinweg, hinein in eine gar nicht so unglückliche Welt der Neuzeit. Der eigentlich für stilistische Unterkühlung bekannte Autor schreibt ja seit jeher Love-Storys, nur verpackt er sie so gekonnt, dass sie nicht gleich als solche zu erkennen sind. Rau, schroff und jetzt nicht immer fein, aber dafür mit viel Temperament und Charakter.

<p class="factbox">Robert Hilburn</p><p class="factbox">Johnny Cash Die Biografie</p><p class="factbox">846 Seiten</p><p class="factbox">Berlin Verlag</p>

Robert Hilburn

Johnny Cash
Die Biografie

846 Seiten

Berlin Verlag

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