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“Das zeigt auch die vielen Arten, Liebe auszudrücken”

von Christa Dietrich
„La Critica“ von Niccolò Jommelli gewährt auch einen Blick hinter die Kulissen. Foto: VN/Hofmeister

„La Critica“ von Niccolò Jommelli gewährt auch einen Blick hinter die Kulissen. Foto: VN/Hofmeister

Thomas Platzgummer realisiert mit dem Concerto Stella Matutina erstmals eine Oper: „La Critica“

Götzis. (VN-cd) Wenn man zeitgenössischen Darstellungen glauben darf, dann war Niccolò Jommelli (1714–1774) nicht nur ein ungemein produktiver Komponist und Musiker, der Schlag auf Schlag Werke aufs Podium brachte, sondern auch kein Kostverächter. Sprich: Der Tonsetzer, der mit der Kurzoper „La Critica“ auch das eigene Metier auf die Schippe nahm, also sich mit Eitelkeiten, Künstlern, Publikum und vor allem Kritikern auseinandersetzte, war ein stattlicher Kerl. Aus Neapel stammend, war er auch am württembergischen Hof tätig, und so kam es, dass das genannte Werk vor 250 Jahren im Schlosstheater in Ludwigsburg zur Uraufführung gelangte.

Damals ein paar Mal gespielt, ereilte das vergnügliche Stück das Schicksal vieler Barockopern. Die Partitur verschwand in den Archivschubladen, wo sie jüngst von Feinspitzen dieser Epoche wieder entdeckt wurde. Zu solchen Trüffelfindern unter den Dirigenten und Musikern zählt auch der Vorarlberger Thomas Platzgummer, den das Publikum von seiner Mitwirkung bei den Bregenzer Festspielen, beim Landestheater und beim Concerto Stella Matutina kennt. Mit diesem Ensemble, das vor einigen Jahren in erster Linie dazu gegründet wurde, dem Publikum Alte Musik zu Gehör zu bringen, hat er „La Critica“ auch einstudiert. Als Universalfachmann, als den man ihn beispielsweise von Barockopern-Aufführungen in Graz kennt, übernahm er auch die Regie und ist zudem als Instrumentalist tätig.

Kurzweil

Platzgummer ist einer, der für eine Sache brennt. Nach der Herausforderung befragt, erklärt er gegenüber den VN gleich einmal, dass dem Publikum da enorme Unterhaltung geboten werde, könne man doch miterleben, wie es hinter den Kulissen eines Opernbetriebs aussieht, der im Übrigen augenzwinkernd beleuchtet wird. „La Critica“ ist ein Spiel im Spiel, ein Ensemble probt eine Aufführung. Platzgummer: „Wir dürfen Drama machen, Komödie, ein Schäferspiel, alles gibt es in diesem Stück.“ Von der Musik her befände man sich im Rokoko, Mozart sei durchzuhören, und im Grunde genommen wehe auch schon die Klassik herein. „Jommelli war absolut auf der Höhe seiner Zeit. Es gibt wunderschöne Arien, Kadenzen, Virtuosität.“ Das Ensemble spielt bekanntermaßen auf alten Instrumenten. Platzgummer verweist auch auf die Möglichkeit, sich einmal anzusehen und zu vergleichen, wie Liebe bzw. wie Gefühle ausgedrückt werden. Das geschehe in der Popmusik, im Musical, in der Romantik, in der Klassik oder eben in guten Barockopern auf jeweils eigene Weise.

Aufführungen der Oper „La Critica“ am 11. und 12. November, jeweils 20 Uhr, in der Kulturbühne Ambach in Götzis.

Es ist ziemlich Rokoko, man hört aber auch viel Mozart.

Thomas Platzgummer

Zur Person

Thomas Platzgummer

Geboren: 1973 in Dornbirn

Ausbildung: Ausbildung zum Cellisten und Dirigenten in Feldkirch, Salzburg, Wien und Graz, intensive Beschäftigung mit Alter Musik, Neuer Musik, Oper und Operette

Tätigkeit: Musikalischer Leiter der Murauer Operettenfestspiele und der Kammeroper Graz, Dirigent beim Orgien-Mysterientheater von Hermann Nitsch , Mitwirkung bei den Bregenzer Festspielen, der Styriarte, dem Steirischen Herbst, Cellist beim Vorarlberger Barockorchester Concerto Stella Matutina, Dirigate beim Montafoner Sommer.

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