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Musik-Tipps. Von Fritz Jurmann

KÜNSTLER: Pittsburgh Symphony Orchestra, Dirigent Manfred Honeck

ALBUM: Suiten aus „Elektra“ und „Rosenkavalier“ (Richard Strauss)

PRODUKTION/LABEL: fresh! Reference Recordings

Der Vorarlberger Dirigent Manfred Honeck (58) dominiert diese Woche gemeinsam mit den Symphonikern das Wiener Musikleben und spielt auch für die Caritas-Flüchtlingshilfe. Quasi im Gepäck bringt er seine „Sechste“ mit, die neueste CD einer Reihe preisgekrönter Livemitschnitte mit seinen Pittsburghern, denen er seit 2008 als Musikchef vorsteht. Sie ist Werken von Richard Strauss gewidmet, dem sich Dirigent wie Orchester besonders verbunden fühlen. So sehr, dass der vielbeschäftigte Honeck hier sogar zum Bearbeiter wurde und Themen aus der etwas sperrigen Oper „Elektra“ (1909) zu einer Suite zusammengestellt hat, die damit als Weltersteinspielung erklingt. Zusammen mit der von Rodzinski vorliegenden Suite aus dem weit süffigeren „Rosenkavalier“ (1911) ergibt sich daraus ein opulentes, technisch brillantes, farbenprächtiges Klanggemälde großer deutscher Opern-Spätromantik zwischen Präzision und Emotion.

KÜNSTLER: Mauro Peter, Tenor, Helmut Deutsch, Klavier

ALBUM: „Dichterliebe“ von Robert Schumann

PRODUKTION/LABEL: SONY Classical

Mit seiner „Müllerin“ wurde er zur Sensation der Schubertiade 2012, der heute 29-jährige sympathische Luzerner Tenor Mauro Peter. Und ist zugleich leuchtendes Beispiel für Gerd Nachbauers konsequente Nachwuchspflege. Denn Peter wurde von da an oft mehrmals jährlich und auch zusammen mit Großen seines Faches verpflichtet und hat seine inzwischen bei Harnoncourts Mozart-Zyklus gekrönte Sängerkarriere zu einem Gutteil diesem Festival zu danken. Seine Weiterentwicklung erlebte man heuer an seiner jüngsten „Müllerin“ in Schwarzenberg. Auf seiner dritten CD gibt er Schumanns „Dichterliebe“ authentisch jene jugendliche Unbeschwertheit, aber auch jenes Draufgängertum, aus denen heraus der Zyklus 1840 entstanden ist. Ein zielstrebiger junger Künstler, der mit Cleverness und Einfühlungsvermögen seine naturgegeben schöne Stimme voll im Griff hat und dem Helmut Deutsch dazu am Klavier subtil den Teppich auslegt.

KÜNSTLER: ensemble plus und Gastmusiker

ALBUM: 20 Jahre ensemble plus (3 CDs)

PRODUKTION/BEZUG: ORF Vorarlberg/ensembleplus@aon.at

Unermüdlich beackert er das steinige Feld aktuellen Musikschaffens im Land: Andreas Ticozzi, Gründer und Leiter des „ensemble plus“. Mit großem Einsatz kümmert er sich um Aufführungsmöglichkeiten für Werke heimischer Komponisten. In 20 Jahren wurden nahezu 100 Werke uraufgeführt. Der ORF Vorarlberg hat dieses Bemühen durch Mitschnitte und Produktionen unterstützt, die nun in einer Auswahl zum Jubiläum auf einer Dreifach-CD nachzuhören sind. Silvia Thurner (Musikdokumentationsstelle des Landes) verfasste dazu ein fachlich exzellentes Booklet, das für sich als Kompendium heimischen Musikschaffens gelten kann. Eine Produktion, die einer vielfach zu gering eingeschätzten Berufssparte Auftrieb geben sollte.

KÜNSTLER: Renaud Capucon, Violine, Wiener Symphoniker, Dirigent Philippe Jordan

ALBUM: Werke von Rihm, Dusapin, Mantovani

PRODUKTION/LABEL: ERATO

Seit seinem Debüt 2003 ist der französische Geiger Renaud Capucon zu einem Fixpunkt und Publikumsliebling der Schubertiade geworden. Auf dieser CD offenbart er in drei Violinkonzerten als zweite Spielart seine deutliche Präferenz für aktuellste Musik der Gegenwart und hat es laut Booklettext als Privileg empfunden, in diesen Werken gemeinsam mit den Komponisten neuen Klangwelten nachzuspüren und sie als Welturaufführungen zu präsentieren. Diese Livemitschnitte leben neben dem exzellenten Solisten von der schöpferischen Kraft der Neuen Einfachheit beim „Gedicht des Malers“ von Wolfgang Rihm, dem melodischen Einfallsreichtum in „Aufgang“ von Pascal Dusapin und der ungeschminkten Art, mit der Bruno Mantovani in seinen „Jeux d’eau“ („Wasserspiele“) naturalistische und expressive Elemente miteinander verbindet. Als glänzender Partner bei Rihm erweisen sich die Wiener Symphoniker unter Chef Philippe Jordan.

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