IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Weniger Besucher und weniger Geld

von Christa Dietrich
In den Kuges-Häusern, das heißt im Kunsthaus (links), im Landestheater und im Vorarlberg Museum, sind Besucher- und Einnahmenrückgänge zu verkraften.  FotoS: VN

In den Kuges-Häusern, das heißt im Kunsthaus (links), im Landestheater und im Vorarlberg Museum, sind Besucher- und Einnahmenrückgänge zu verkraften. FotoS: VN

Subvention der Kulturhäuser wird nicht höher. Besucherschwund ist auszugleichen.

Bregenz. Er habe zumindest kein Haus, von dem er sagen müsse, dass die Qualität nicht stimme, kommentiert Kulturlandesrat Christian Bernhard die Situation im Vorarlberg Museum, im Kunsthaus Bregenz und im Landestheater, also in jenen Einrichtungen, die zur Kulturhäuser Betriebsgesellschaft gehören. Dass der alle Häuser betreffende Rückgang bei den Besucherzahlen, der sich im Kunsthaus, wie berichtet, heuer besonders deutlich zeigt, der aber auch im Landestheater und im neuen Vorarlberg Museum zu bemerken ist, zu Einnahmeausfällen in unterschiedlichem Ausmaß führt, steht außer Frage. Diese werden allerdings nicht durch höhere Zuwendungen vonseiten des Landes ausgeglichen. 3,65 Millionen Euro erhielt das Vorarlberg Museum in diesem Jahr, 2,55 Millionen Euro beträgt die Subvention für das Kunsthaus, und 3,88 Millionen Euro wendet das Land für das im Kornmarkt aktive Landestheater auf. Für die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft (Kuges) stehen 652.000 Euro im Budget.

Kulturbudget stagniert

Im Jahr 2017 wird sich an diesen Summen nichts ändern. „Durchaus mit persönlichem Missfallen“ habe er, wie Bernhard im Gespräch mit den VN betont, zur Kenntnis zu nehmen, dass das Kulturbudget nur marginal erhöht werden könne. Konnte man vor Jahren noch einen Anstieg in zweistelligen Prozentzahlen verlautbaren und dann zumindest mit runden Angaben an die Öffentlichkeit treten, so stellt Bernhard erstmals dar, dass sich die 23 Millionen Euro, die ihm für Kunst und Kultur zur Verfügung stehen, im kommenden Jahr lediglich um 0,54 Prozent erhöhen werden. Für die Kulturhäuser ist somit erneut keine Indexanpassung drin. Mit Geschäftsführer Werner Döring sei die unerfreuliche Tatsache bereits besprochen worden. Dieser hielt gegenüber den VN fest, dass die Lohn- und Gehaltskosten in den Kulturhäusern sechs Millionen Euro betragen. Die gesetzlich vorgeschriebene Erhöhung werde man zu verkraften haben.

Rückläufige Erlöse

Ein interessanter Aspekt bei der Thematisierung der Rückgänge, gegen die man einiges zu unternehmen trachtet, sind auch die Erlöse. Ins Vorarlberg Museum kamen, wie berichtet, 2014, also im ersten Jahr nach der Eröffnung des neuen Gebäudes, noch rund 57.000 Besucher. Die Zahl pendelt sich inzwischen bei rund 45.000 ein. In der Spielzeit 2013/2014 lockte das Landestheater rund 55.000 Interessenten ins Haus, nun sind es etwa 48.000. In etwa so viele kamen im Jahr 2015 ins Kunsthaus, ein Ergebnis, das heuer nicht mehr zu halten ist. Gerade im Kunsthaus sei der Rückgang bei den Eigeneinnahmen allerdings wenig besorgniserregend, weil er, so Döring, „differenziert“ zu betrachten sei. Das Unternehmen produziere beispielsweise verschiedene Publikationen, die weit über ein Ausstellungsende hinaus abgesetzt werden. Manche hielten sich sehr lange auf dem Buchmarkt.

Viele freie Eintritte

Eine schwindende Attraktivität schlägt sich im Museum deutlich zu Buche. Ein erheblicher Teil der Besucher sind Schüler, die so oder so kommen, weil der Museumsrundgang im Lehrplan steht. Rückläufige Zahlen beziehen sich somit vor allem auf die zahlenden Besucher. Geschäftsführer Werner Döring sieht noch Möglichkeiten, die Einbußen aufzufangen, Kulturlandesrat Christian Bernhard kennt „keine Patentlösung“, ist aber interessiert, über Synergieeffekte bezüglich attraktiver Programme der drei im Zentrum von Bregenz aneinandergereihten Häuser zu sprechen. Gestern Abend war in einem Haus jedenfalls viel los: Das KUB eröffnete die Lawrence- Weiner-Schau.

<p class="caption">VN-Bericht vom 10. November 2016.</p>

VN-Bericht vom 10. November 2016.

Ich habe jedenfalls kein Haus, von dem ich sagen muss, dass die Qualität nicht mehr stimmt.

LR Christian Bernhard

Kuges-Subventionen

Vorarlberg Museum:
3,65 Millionen Euro

Kunsthaus Bregenz:
2,55 Millionen Euro

Landestheater:
3,88 Millionen Euro

Kuges-Verwaltung:
652.000 Euro

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.