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Auch das Auge hört dieses Mal mit

Die Curious Chamber Players spielen nicht nur auf Instrumenten. btzm

Die Curious Chamber Players spielen nicht nur auf Instrumenten. btzm

Die 29. Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik wollen Klänge sichtbar machen.

BLUDENZ. (ju) Manche bezeichnen sie als eines der ästhetisch innovativsten Festivals für Neue Musik in Österreich, viele als überregional bedeutsamen Eckpfeiler in unserer Festivallandschaft. Sicher ist, dass die Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik auch in ihrer 29. Ausgabe vom 17. bis 20. November „das“ Festival der neuen Klänge für Leute mit offenen Ohren, Neugierde und Toleranz sind, die sich dort quasi aus erster Hand über internationale Trends informieren können.

Mit aus der Taufe gehoben hat die Reihe 1988 der Hohenemser Musikvermittler Hanspeter Frick, ihm folgten als Intendanten Hochkaräter wie der im Montafon aufgewachsene, heute in New York lehrende Georg Friedrich Haas und die beiden international tätigen heimischen Komponisten Wolfram Schurig und Alexander Moosbrugger. Jeder von ihnen brachte etwas von seiner Persönlichkeit ein, prägte die Konzerte. Das vom Verein allerArt getragene Festival mit Obmann Wolfgang Maurer blieb dabei stets seiner Linie treu, aktuelle Musik auf höchstem Niveau zu präsentieren. Sogar dann, als der Reihe 2006 durch Subventionskürzungen das Aus drohte, was nach internationalen Künstlerprotesten verhindert werden konnte. Somit hat die italienisch-deutsche Musikerin Clara Iannotta (33) als neue künstlerische Leiterin vor zwei Jahren ein gut bestelltes Haus mit Tradition und mittlerweile auch mit gesicherter Dotierung übernommen. Sie selbst ist als Komponistin sehr gefragt und wurde für ihr Schaffen mehrfach ausgezeichnet. Mit Stolz kann sie heute darauf verweisen, dass alle unter ihrer Intendanz in Bludenz bisher präsentierten Kompositionen oft sogar mehrfache Folgeaufführungen in verschiedenen Ländern zu verzeichnen hatten, was für ihre kompetente Auswahl spricht. Ihre dritte Saison bei den btzm umfasst heuer gleich acht Uraufführungen, sechs davon werden als Auftragswerke des Festivals an namhafte Teilnehmer finanziert und kommen in den heuer insgesamt fünf Konzerten und einer Meisterklasse zur Uraufführung.

Meisterklasse

Iannotta kommt bei ihrer Komponistenauswahl stets ohne übergreifendes Motto aus. Dafür interessiert sie sich vor allem für Werke, die grenzüberschreitend in andere Bereiche vordringen und Musik etwa in Form eigener Choreografien auch sichtbar machen: Töne also, bei denen auch das Auge mithört. Diesen Vorgaben kommt gleich das erste Konzert mit dem hier bereits bekannten Wiener Ensemble Phace entgegen. Die Bindung ist mittlerweile so eng, dass dieses Programm mit wertvollen Synergieeffekten danach auch in einem eigenen Zyklus in Wien sowie in Budapest aufgeführt wird. Phace wird übrigens am 22. November auch das Violinkonzert des früheren btzm-Intendanten Wolfram Schurig mit der Solistin Ivana Pristasova in Wien zur Uraufführung bringen. Weiters gastieren in Bludenz die beiden Ausnahmeklarinettisten Richard Haynes und Carl Rosman sowie der kanadische Komponist und Bildkünstler Nicolas Bernier mit seiner „Sound and Light Performance“, von der man sich eine perfekte Symbiose von Klang, Bewegung und Licht verspricht.

Auch eine Meisterklasse wird es heuer geben, erstmals mit einem „Ensemble in Residence“. Es sind die schwedischen „Curious Chamber Players“, die in ihre Konzerte neben dem traditionellen Instrumentarium auch Alltagsgegenstände als „Objekte“ einbauen, um damit besondere Klangbilder zu erschaffen. Diese Gruppe hat junge Komponisten eingeladen, ein Werk zu schreiben oder ein vorhandenes Stück zu präsentieren. Das Echo war mit 150 Bewerbungen aus der ganzen Welt enorm. Iannotta und zwei ihrer Kollegen sondierten daraus fünf Stücke von Komponisten aus Australien, Mexiko, den USA, Japan und Argentinien, die nun in einem eigenen Konzert uraufgeführt werden.

Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik in der Remise Bludenz am 17. November (Phace), 18. November (Richard Haynes und Carl Rosman) und 19. November (Curious Chamber Players), jeweils 20 Uhr.

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