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Neuland betreten mit dem Antonius

von Christa Dietrich
Das nächste Werk von Michael Köhlmeier wird eine Novelle über den hl. Antonius von Padua sein. Foto: VN/CD

Das nächste Werk von Michael Köhlmeier wird eine Novelle über den
hl. Antonius von Padua sein. Foto: VN/CD

Michael Köhlmeier erhält den Kaschnitz-Literaturpreis, schreibt an einem großen Roman und einer Novelle.

Hohenems. (VN-cd) Wer sich mit der Antike beschäftigt, landet unweigerlich bei Michael Köhlmeier und seinen aufschlussreichen Erzählungen von Göttern und Helden und ihren oft gar nicht heldenhaften Taten. Nicht nur im Rahmen des Philosophicums Lech belegt Konrad Paul Liessmann, dass es sich hierbei um Grundfragen unseres Lebens handelt. Der am Arlberg geführte, literarisch-philosophische Dialog des Schriftstellers und des Philosophen ist längst ein Publikumsmagnet, nachzulesen ist er nun im Band „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?“

Mit „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ hat Michael Köhlmeier in diesem Jahr einen Roman vorgelegt, der viele bewegte und auch auf die Longlist für den erstmals vergebenen Österreichischen Buchpreis kam. Der Vorarlberger erzählte „auf anrührende Weise von einem geflüchteten Geschöpf, das in einer ihm fremden Welt nach Orientierung sucht“, urteilen die Experten jener Jury, die Köhlmeier nun für den mit 7500 Euro dotierten Marie-Luise-Kaschnitz-Literaturpreis nominierten, der ihm von der Evangelischen Akademie in Tutzing zuerkannt wurde. Köhlmeier sei „ein meisterhafter Erzähler, der von Buch zu Buch auf ebenso unterhaltsame wie hoch intelligente, traditionsbewusste wie eigensinnig-tollkühne Weise seine Leserinnen und Leser in grenzenlose Welten verführt“, heißt es in der Jury-Begründung. In Romanen wie „Abendland“, „Die Abenteuer des Joel Spazierer“ oder „Zwei Herren am Strand“ würden teils historisch verbürgte, teils frei erfundene Figuren auftreten, die sich als Abenteurer, Künstler, Historiker, Politiker, Hochstapler, Musik- oder Naturwissenschafter „durch ein glanzvolles und verkommenes 20. Jahrhundert bewegen“.

Romanreihe wird fortgesetzt

Gegenüber den VN bestätigte Köhlmeier nun erneut, dass er die erwähnte Romanreihe fortsetzt. Sebastian Lukasser wird man wieder begegnen können und dem Geschwisterpaar Lenobel, das etwa im „Joel Spazierer“ auftrat. Zuvor – und somit im nächsten Jahr – ist die Herausgabe einer Novelle geplant. Köhl­meier widmet sich dem hl. Antonius von Padua. „Ich betrete Neuland“ sagt er. Der ambivalent agierende Mann, der schon wenige Monate nach seinem Tod im Jahr 1231 heiliggesprochen wurde, interessiere ihn unter anderem aufgrund enormer rhetorischer Fähigkeiten.

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