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Das gibt es alles und noch mehr

von Ariane Grabher
Thomas A. Rauch verarbeitet das Ende des amerikanischen Traums plakativ. FotoS: Ag

Thomas A. Rauch verarbeitet das Ende des amerikanischen Traums plakativ. FotoS: Ag

Die Berufsvereinigung versammelt mit über 100 Positionen Vielfalt und jede Menge Kunst.

BREGENZ. Seit der Neugründung der Berufsvereinigung bildender Künstler Vorarlbergs nach dem Krieg 1947 hat die Mitgliederausstellung Tradition. Was früher noch alljährlich „Weihnachtsausstellung“ hieß, hat sich in der jüngeren Geschichte auf eine Mitgliederausstellung im Zweijahresintervall zugespitzt. Lautete das Motto 2014 „Was sie lesen“, so hat man bei der aktuellen Bestandsaufnahme auf ein Thema verzichtet.

Bitte weitergehen

„Die Vielfalt ist das, wofür wir als Verein stehen“, so Wilhelm Meusburger, Präsident der BVBKV. „Die Idee war von Anfang an, ein Spektrum im Sinne von ,Das alles gibt es‘ zu zeigen.“ Naturgemäß und über alle Generationen hinweg dominiert die Malerei, während Skulptur, Installation kaum und vor allem die elektronischen Medien so gut wie gar nicht aufscheinen. Dabei beginnt es im Dachgeschoß gleich schon gut und nahezu programmatisch mit dem iPhone-Video „sein und zeit und haben“ von Albert Allgaier. Doch allzu lange sollte man sich trotzdem nicht Zeit lassen dafür und darauf warten, dass im Film etwas passiert, denn es warten wohlgemerkt mit 115 anderen Künstlern noch rund die Hälfte der Mitglieder mit etwa 260 Arbeiten. Der Hinweis von Guntram König, einen Stock tiefer und etliche Arbeiten später, „Bitte zum nächsten Bild weitergehen“, kommt da eindeutig zu spät. Stattdessen warten ein „Kopf“ von Bildhauer-Grandseigneur Herbert Albrecht, objektartige Lack-Papierarbeiten von Gerry Ammann oder ein eigenwillig drapierter Wollteppich der Textilkünstlerin Maria Baumschlager. Akribisch gestrichelt die Tiefdrucke mit botanischen Motiven der Bregenzerwälder Künstlerin Melanie Berlinger, während Bettina Bohnes Malerei an die große Frida Kahlo erinnert und German Bolter Allegorien in die Jetztzeit transferiert. In schöne neue Farbwelten, digitalisiert und am Computer generiert, entführt MARXX Bosch mit „cosmic colours“, wohingegen Altmeister Richard Bösch seiner Malerei treu bleibt und Christian Eder strenge geometrische Farbordnungen entwirft. Mit krustigen Arbeiten, von rotbrauner Erde überzogen, von Peter Stefan Fehr gibt es ein Wiedersehen mit den frühen 1990ern, und ebenfalls lange nicht mehr gesehen: die Werke von Miriam Boztepe-Rhomberg und Tuncay Boztepe.

Fixstarter und Entdeckungen

Prägedrucke von Doris Fend und Silberstiftzeichnungen von Sabine Luger liefern zarte Statements, während Marbod Fritsch einen tiefen Blick wagt und Elmar Klocker die „Moderne Kunst mit Essig und Öl“ in Sardinendosen packt. Ungewöhnlich die Porträts aus Mosaiksteinen von Hannes Gamper und witzig die Inszenierung in der Fotoarbeit von Mathias Garnitschnig. Weitere Fotoarbeiten stammen von Ewa Kaja, die sich ihre Motive mit Fliegen und Pferden in der Natur sucht, während David Murray die künstlichen Vorstadtwelten ins Bild holt. Ein blanker Tierschädel mit einer Spieluhr soll dem Kindlein Schlaf bringen, und das Wiegenlied ist auch eines der Themen in den sehr persönlichen Arbeiten des Malers Roland Haas. Ein Liebespaar beim Abschied, großformatig auf Textil, stammt von Jeannette Frei, wohingegen Gerti Hopp und Margot Meraner ihre Motive in tiefroten Samt kratzen und schaben. Verrenkungen der Körper und Titel wie gewohnt bei Edgar Leissing, Badende malt Rita Moosbrugger, während Thomas A. Rauch das Ende des amerikanischen Traums plakativ verarbeitet und Anton Moosbrugger eine politisch-kritische Anmerkung zur EU in eine Tasche packt. Mit Ronja Svaneborg begegnet man einem neuen, interessanten Namen, aber auch Fixstarter wie Franz Türtscher oder Erich Smodics sind dabei. Fantasievolle Bekleidung für Cäsar und Borat liefert Uta Belina Waeger, während Sophie Thelen mit detailreichen narrativen Arbeiten verzaubert und auch Anne Zwiener, die den alphabetischen Rundgang durchs Haus abschließt, in Bild und Skulptur in scheinbare Märchenwelten entführt. Obschon nicht nur aktuelle Arbeiten und längst nicht alle Künstler des Landes zu sehen sind, ergibt sich am Ende doch ein guter Überblick über das Vorarlberger Kunstgeschehen, das ebenso von bekannten Namen lebt, wie auch von jenen Positionen, die es noch zu entdecken gilt.

Die Ausstellung ist im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Gallusstraße 10, in Bregenz, bis 30.Dezember geöffnet, Di bis Sa, 14 bis 18 Uhr, So und Feiertag, 11 bis 17 Uhr.

<p class="caption">Rita Moosbrugger malt Badende, inspiriert von Modefotografie.</p>

Rita Moosbrugger malt Badende, inspiriert von Modefotografie.

<p class="caption">Bettina Bohne erinnert an die große Malerin Frieda Kahlo.</p>

Bettina Bohne erinnert an die große Malerin Frieda Kahlo.

<p class="caption">Aus der Serie neuer Arbeiten von Peter Kohlbacher.</p>

Aus der Serie neuer Arbeiten von Peter Kohlbacher.

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