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Was weg ist, ist weg, was da ist, muss weg

von Ariane Grabher
Katherina Olschbauer punktet monochrom. Fotos: AG

Katherina Olschbauer punktet monochrom. Fotos: AG

Lust statt Frust stellt sich beim adventlichen Kunstrausch im milK_ressort ein.

GÖFIS. Für alle, die es noch nicht wissen: Mi.Ku.Ra heißt so viel wie „milks Kunst Rausch“ und findet alljährlich im milK_ressort in Göfis statt. Die Minikunsthalle in der Alten Sennerei verwandelt sich auch 2016 wieder in den beliebten, berauschenden Kunstmarkt.

Eingeladen zum Adventspiel haben Harald Gfader und Christine Lingg vom Verein milK_ressort und mit Ingmar Alge, Marbod Fritsch, Lukas Moll, Katherina Olschbauer, Peter Wehinger und Albrecht Zauner sechs weitere Künstler. Die Regeln sind einfach und lauten wie folgt: Jeder Künstler bringt maximal 24 + 1 Stück Kunstwerke mit, legt selbst einen Preis fest, je nach Format oder sonstigen Kriterien, wobei keine Arbeit mehr als 350 Euro kosten darf. Damit beschert der Mi.Ku.Ra nicht nur eine geballte Ladung Kunst, denn für jeden beteiligten Künstler stehen im kleinsten Kunstraum des Landes rund zwei Meter Wandfläche zur Verfügung. Die Ausstellung gewährt auch Einblicke in Frühwerke, zeigt verschollene Serien und Versuchsreihen oder Ausreißer und Raritäten in der künstlerischen Produktion.

Dass die Atmosphäre etwas von Basar hat, aber kein Kunstramsch dabei ist und keine frischen Arbeiten nachgeliefert werden dürfen, gehört ebenfalls zu den wichtigen Spielregeln im Kunstrausch. Wo das Prinzip einfach nur cash and carry lautet, bleiben die Wände nach erfolgreichem Verkauf einfach leer. Was weg ist, ist weg, oder besser: Was da ist, muss weg, denn die Aktion, an deren Ende kahle Wände stehen sollen, dient nicht nur der Erbauung des Besuchers, sondern vielmehr auch der Förderung und Fortführung der Aktivitäten im milK_ressort.

„Fetznschädel“

Auch die Zeichnungen von Ch. Lingg verweisen auf ihren künstlerischen Ursprung, während Peter Wehingers Blätter witzige Konstellationen von Mann und Frau liefern, bei denen man nicht genau weiß, ob es sportlich oder erotisch zur Sache geht. Ungewohnt kleine Formate in leuchtenden Farben, teilweise monochrom, hat Katherina Olschbauer mitgebracht, eine Wand gehört, ebenfalls schon traditionell, einer Randposition. Aktuell ist es Lukas Moll, der im ARTelier Vorderland der Lebenshilfe seiner besonderen und eigenständigen Kunst nachgeht. Neben ganz neuen Prints von Ingmar Alge und den ästhetischen Mischtechniken von Marbod Fritsch zeigt Hausherr Gfader ein malerisches Allerlei, u. a. mit Arbeiten aus der „Fetznschädel“-Serie.

Alljährlich erscheint auch eine Edition. Heuer stammt das Blatt in der Auflage von 90 Stück vom Kärntner Künstler Peter Kohl, der in diesem Frühjahr in seiner Einzelausstellung „Zwischenordnung“ im Milchhüsle Bilanz über seine letzten fünf Schaffensjahre gezogen hat. Die Edition „Mehr Jung Frau am Holzweg“ ist ein typischer Kohl: mit listigen Stichworten und hintersinnigen Kommentaren versehene Malerei, die nur auf den ersten Blick naiv erscheint und an Kinderzeichnungen erinnert. In den fantastischen Bildwelten des Künstlers begegnen sich Fabelwesen, kuriose Gestalten, Strichmännchen und Fratzen, die man aus Träumen und Albträumen zu kennen glaubt, es treffen Narrationen und Obsessionen auf Ereignisse aus Politik und Zeitgeschichte.

Geöffnet im milK_ressort, Alte Sennerei, Agasella 8, in Göfis, an allen vier Adventsonntagen, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

<p class="caption">Konstellationen von Mann und Frau von Peter Wehinger.</p>

Konstellationen von Mann und Frau von Peter Wehinger.

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