IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Ikea – ein ­Wintermärchen

Die Gesandten aus dem hohen Norden brachten nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie wollten dem Vorsteher von Lustenau einen Tempel bauen und ihn Ikea nennen – so hell und schön, dass ein Glanz auch auf ihn und seine Gemeinde falle. Der Vorsteher war ein guter Mensch. Er versprach, die Schätze, welche aus dem Tempel herausfließen würden, mit seinem Volk zu teilen. Die Zeit verging, und das Gold und Silber, welches die Menschen aus nah und fern im Tempel geopfert hatten, wurde auf Schlitten, von Rentieren gezogen, außer Landes gebracht. Der Vorsteher wollte die Gesandten zur Rede stellen. Doch diese waren jenseits der weißen Berge auf der Suche nach neuen Vorstehern, denen sie Ruhm und Reichtum mit neuen Tempeln bringen konnten. Der Ikea-Tempel in Lustenau wurde von vielen fremden Leuten besucht, Straßen und Gassen waren gefüllt, sodass ein Durchkommen kaum möglich war. Das Volk aber war enttäuscht, nachdem das große Glück nicht zu ihnen kam. Vielleicht war es auch nur im Verkehr stecken geblieben. Der Vorsteher zog sich zurück in seine Burg und blickte seinen Träumen nach, die wie Seifenblasen in allen Farben schillerten und plötzlich zerplatzten.

Lothar Kurzemann,
Hofacker 3,

Lustenau

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.