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Wald und Wild

Die Beilage „Waldzeitung“, vom vergangenen Wochenende ist großteils lehrreich und informativ. Der Beitrag über jagdethische Gesichtspunkte kann aber nicht unkommentiert bleiben. Dass sich der Waldverein neuerdings Gedanken um Jagdethik macht, wäre ja prinzipiell begrüßenswert. Meiner Wahrnehmung nach handeln aber viele Mitglieder im Umgang mit unserem Wild diametral entgegen den Werten, die wir landläufig als ethisch bezeichnen. Der Waldverein bildet in einer unseligen Allianz mit namhaften Vertretern der Forstbehörde die Speerspitze im derzeitigen unrühmlichen Feldzug gegen die Wildtiere in Vorarlberg. Durch die Forderung nach immer neuen Wildfreihaltungen – bevorzugt in Wildeinstandsgebieten und Wildwechselkorridoren –, Schonzeitaufhebungen sowie dem Boykott der Umsetzung gesetzlich verankerter zeitgemäßer Wildfütterungskonzepte in Kerngebieten (mehr, aber kleinere Fütterungen) werden die ohnehin durch Zersiedelung und Straßenbau zerstückelten Wildlebensräume mit Absicht systematisch zerstört. Mit Hinweis auf den beliebig interpretierbaren Begriff „dem Lebensraum angepasste Wildverhältnisse“ erwächst die immer lauter werdende Begehrlichkeit, Hirsch, Gams und Reh in den verbliebenen Rückzugsgebieten ohne Beachtung ihrer Lebensgewohnheiten rücksichtslos zu dezimieren. Dass in diesem Umfeld gängige Wertvorstellungen keinen Platz haben und eine passende eigene Ethik kreiert werden muss, ist vom Standpunkt der Wildgegner nur konsequent. In Kenntnis der Fakten kann ich auf die propagierte neue Ethik im Umgang mit Wildtieren aber gerne verzichten.

Dr. Georg Rüscher,

Belruptstraße, Bregenz

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