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Wütender Rentner drohte Nachbarn mit Amoklauf

von Christiane Eckert
Der Angeklagte war mit der Faust attackiert worden. Foto: VN

Der Angeklagte war mit der Faust attackiert worden. Foto: VN

Angeschlagener Pensionist muss wegen gefährlicher Drohung und Nötigung 1000 Euro berappen.

Feldkirch. (ec). 30 Jahre lang lebten die rund 25 Parteien der Wohnanlage im Oberland friedlich zusammen. Nachbarschaftshilfe und nette Gespräche waren üblich, doch dann kippte die Situation und seit drei Jahren gibt es nur noch Frust, Streit, Neid und Handgreiflichkeiten. Der am Donnerstag wegen gefährlicher Drohung am Landesgericht Feldkirch angeklagte Rentner wurde damals sogar mit der Faust niedergeschlagen. Und der brutale Nachbar im Oktober vergangenen Jahres wegen Körperverletzung zu einem Monat Haft verurteilt. Clemens Achammer, Anwalt des Rentners, zeigt ein Foto, wie übel der alte Mann von einem rabiaten Mitbewohner zugerichtet worden war. Das Bild zeigt ein blutüberströmtes Gesicht. Doch damit war noch lange kein Ende der gespannten Situation in Sicht.

Ständiges Hickhack

„Mein Mandant ist hier der Leidgeprüfte. Man wirft ihm Kracher auf den Balkon, wenn der Hund dort liegt“, erzählt Achammer von angeblich permanenten Provokationen. Die Gegenseite behauptet, der Rentner würde es auf die Spitze treiben. Im Sommer kam der Pensionist von einem Badeausflug nach Hause. Da sah er, dass im Stiegenhaus ein Aushang war, in dem er als Psychopath bezeichnet wurde. Mit dem Liegestuhl in der einen, einem Paddel in der anderen Hand wurde der Betagte zornig: „Wenn du noch einmal Psychopath zu mir sagst, schlag ich dir den Schädel ein“, soll dann gefallen sein. „Er hat zu mir aber auch ‚Drecksau‘ gesagt“, kontert der Anbringer des Aushangs.

Verfahrene Situation

Noch ein zweites Mal ist dem Rentner offenbar der Geduldsfaden gerissen. „Ich habe nichts mehr zu verlieren“, soll er mit Amoklauf gedroht und hinzugefügt haben, „da werde ich einige mitnehmen“. Mit dem Daumen habe er über den Kehlkopf gestrichen. Eine Zeugin schildert das Auftreten des Pensionisten und weint. „Ich wollte nie, dass es so weit kommt“, schluchzt sie. Einst habe der Rentner ihrem Sohn Schokolade geschenkt, sei freundlich gewesen und habe sogar geholfen, ihren Roller zu reparieren.

Keine Verurteilung

Richter Günther Höllwarth gibt sich Mühe, dem Beschuldigten alles zu erklären, und so gelingt es Verteidiger Clemens Achammer, mit dem Richter eine Diversion zu arrangieren. Der Rentner übernimmt Verantwortung dafür, dass er unschöne Dinge sagte, bleibt dafür ohne Vorstrafe. 1000 Euro muss er allerdings bezahlen, damit die Sache erledigt ist. „Das wird nicht einfach, zu Weihnachten will ich meinen Enkeln auch etwas schenken können“, akzeptiert der Rentner nicht ganz glücklich die gerichtliche Lösung.

Mein Mandant ist leidgeprüft. Man wirft ihm Kracher auf den Balkon, wenn der Hund dort liegt.

Clemens Achammer
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