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Rauschgift, Stahlrute und verdeckte Ermittler

von Christiane Eckert
In Hohenems soll der Erstangeklagte einem Drogenkonsumenten Kokain verkauft haben, ehe verdeckte Ermittler die Sache auffliegen ließen. VN

In Hohenems soll der Erstangeklagte einem Drogenkonsumenten Kokain verkauft haben, ehe verdeckte Ermittler die Sache auffliegen ließen. VN

Angeklagte bestreiten bei Drogenprozess beinahe sämtliche Vorwürfe.

Feldkirch. (ec). Lässig lümmelt der Erstangeklagte, ein 34-jähriger Angestellter, auf seinem Stuhl im Landesgericht Feldkirch. Neben ihm scheint sich sein Kumpel, ein 33-jähriger arbeitsloser Handwerker, zu amüsieren. Ersterer hat zehn Eintragungen in seiner Strafkarte, letzterer bringt es immerhin auf fünf. Die Staatsanwaltschaft klagt den 34-Jährigen an, er habe in Hohenems 500 Gramm Kokain übergeben.

Aufgeflogen ist die Sache erst später, als verdeckte Ermittler in Tirol im Einsatz waren. Verteidiger Martin Mennel stellt die Frage in den Raum, ob nicht eine unzulässige Tatprovokation seitens der Beamten vorlag. „Dann dürften die Ermittlungsergebnisse nicht verwertet werden“, so Mennel. Es sei Sache des Gerichts, zu beweisen, dass keine unzulässige Tatprovokation vorlag, erläutert der Verteidiger.

Videokonferenz vorgesehen

Der angebliche Drogenabnehmer sitzt zurzeit in Innsbruck im Gefängnis. Er soll mittels Videokonferenz befragt werden, ob er damals vom Erstangeklagten Drogen gekauft hat. Doch die Drogengeschichte ist nicht das Einzige, was dem Angestellten angelastet wird. Es geht noch um eine weitere Straftat, bei welcher der Beschuldigte einen 40-jährigen Drogeninteressenten gewürgt, geschlagen und getreten haben soll. Letzterer habe eine Teleskop-stahlrute gezogen, er selbst habe den Mann aber weder bedroht noch geschlagen, so der Erstangeklagte. Als der Zeuge einvernommen wird, will der 34-Jährige den Saal verlassen. „Weil ich mir diese Sch . . . nicht anhören will“, entrüstet er sich über die Aussage des mutmaßlichen Opfers.

Aufmüpfiges Auftreten

Zu vielen Fragen sagt der Angeklagte, dass er dazu nichts sagen will. Bezüglich anderer Fragen meint er salopp: „Sie müssen ja nur nachschaun, steht eh alles in Ihren Unterlagen“ oder „Wenn mein Kumpel das sagt, wird’s wohl stimmen“. Der Mann bleibt dabei: Er habe nicht geschlagen, gewürgt oder bedroht. Sein Kollege, der Zweitangeklagte, räumt ein, dem Opfer eine Watschen gegeben zu haben. Als Reaktion auf die Stahlrutenbedrohung quasi. Als das Opfer die Polizei rief, liefen die beiden Angeklagten davon. „Völlig unbegründet, denn wir haben ja im Prinzip nichts gemacht“, meint der 33-Jährige. Was bei der Geschichte als Urteil herauskommt, bleibt abzuwarten. Vorläufig musste der Prozess vertagt werden.

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