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Koran-Verteilung in Bregenz wirft Fragen auf

von Peter Schuster
Die Ausgaben landeten in mehreren Briefkästen. Foto: VN/PES

Die Ausgaben landeten in mehreren Briefkästen. Foto: VN/PES

Buchexemplare nennen Verlag der salafistischen Lies!-Aktion als Herausgeber.

Bregenz. In den vergangenen Tagen wurden in der Bregenzer Achsiedlung Ausgaben des Koran als Postwurfsendung in mehrere Briefkästen verteilt. Das ist an sich natürlich harmlos, die Bücher – ein Exemplar liegt den VN vor – nennen jedoch die Lies! Verlag Gesellschaft aus dem deutschen Pulheim als Herausgeber. Diese gehört zu dem salafistischen Verein „Die wahre Religion“ (DWR), der gerade erst in Deutschland verboten wurde.

Die Gruppe des Salafistenpredigers Ibrahim Abou-Nagie trat mit der Aktion Lies! in Erscheinung, wo er in Fußgängerzonen kostenlos den Koran verteilte. Die fundamentalistische Vereinigung soll für die Radikalisierung von Dschihadkämpfern mitverantwortlich sein, begründet das deutsche Innenministerium sein Verbot.

Bei der Landespolizeidirektion Vorarlberg weiß man durch Hinweise aus der Bevölkerung von der Koranverteilung, Sprecherin Susanne Dilp stellt auf VN-Nachfrage aber klar: „Es liegt kein Straftatbestand vor.“ Es wurden lediglich Bücher in mehrere Briefkästen geworfen, was freilich nicht verboten ist. Wer die Ausgaben des islamischen Glaubensbuches verteilte, ist unbekannt.

Dass der verbotene Verein DWR persönlich dahintersteckt, glaubt man bei der Polizei indes nicht. Zuletzt gab es vor gut zwei Jahren eine Koran-Verteilungsaktion in Vorarlberg. „Verantwortlich waren damals Einzelpersonen, die der salafistischen Szene zuzuordnen sind“, sagt Dilp. Die Koran-Bücher könne jedermann im Internet bestellen, der Verein DWR sei in Vorarlberg hingegen nicht aktiv. Rund eine Handvoll mutmaßlicher Salafisten steht laut Dilp derzeit im Augenmerk der Vorarlberger Verfassungsschützer und der Polizei.

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