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Jetzt wird aufgeräumt mit den Müllsünden auf der Autobahn

von Gerhard Sohm
Der Asfinag-Streckenbedienstete Dietmar Schweighofer sucht nach Hinweisen auf Müllsünder.  VN/Steurer

Der Asfinag-Streckenbedienstete Dietmar Schweighofer sucht nach Hinweisen auf Müllsünder. VN/Steurer

Zum Autobahnparkplatz mit dem Hausrat statt zum Häusle? Asfinag geht rigoros vor.

Schwarzach. Seit Jahren werden Vorarlbergs Autobahnparkplätze zweckentfremdet. Stinkende Abfallberge quellen nicht nur aus den Restmüllcontainern, sondern türmen sich bisweilen auch daneben auf. „Im Jahr 2014 mussten wir von den Parkplätzen 275 Tonnen Müll entsorgen. Das kostete die Asfinag mehr als 108.000 Euro“, gibt sich Gerald Gröger, Leiter der Autobahnmeisterei Hohenems, entrüstet. „Im vergangenen Jahr waren es 203 Tonnen. Und heuer bereits genauso viel nur bis Oktober. Bis Ende Jahr rechnen wir mit weiteren 50 Tonnen“, ergänzt er.

Ein Boot mit Anhänger

Das Geld, das die Asfinag eigentlich für die Sicherheit auf den Autobahnen und Bauprojekte investieren sollte, fließt also in die Beseitigung der Sünden illegaler Abfall­entsorger. Und die sind bisweilen buchstäblich schwerwiegend: „Eisenkolben, Kühlschränke, Fernseher und Autoreifen lagen da schon herum“, erinnern sich auch Dietmar Schweighofer und Nenad Stojic vom Streckendienst der Asfinag. Einmal „vergaß“ ein Unbekannter gar ein Bootswrack samt Anhänger auf dem Autobahnparkplatz Schlins, und auf der genüberliegenden Seite harrte plötzlich ein herrenloser Pkw tagelang seiner Abholung, natürlich kennzeichenlos. Von Gerümpel, Schrott bis hin zum Schutt reicht die Palette.

Hotspot Schlins

Überhaupt scheint sich der Autobahnparkplatz im Walgau vor allem in den vergangenen Wochen zu einem Zentrum des Mülltourismus entwickelt zu haben. „Der Standort Schlins ist derzeit der Hotspot für die illegale Abfallentsorgung in Vorarlberg“, fiel Gröger auf. Es wurde Zeit, Gegenmaßnahmen zu setzen. Seit Kurzem übernehmen Mitarbeiter des Streckendienstes nun zusätzlich die Aufgaben von Mülldetektiven, reißen Säcke auf und durchwühlen den zurückgelassenen Dreck der „Häusle-Muffel“ auf der Suche nach deren Identität. Eine unangenehme Aufgabe. „Es ist brutal. Als ob wir nicht etwas Wichtigeres zu tun hätten“, klagt etwa Schweighofer. Doch der lästige Job ist bisweilen von Erfolg gekrönt, sagt der Chef der Autobahnmeisterei: „Dadurch konnte ich bereits mindestens ein Dutzend Anzeigen an die Bezirkshauptmannschaft erstatten. Einer der ertappten Müllsünder war ganz schlau: Er hat behördliche, nicht erledigte Zahlungsaufforderungen in den Unrat gesteckt und war somit identifizierbar.“ Zudem verstärken die Asfinag-Mitarbeiter zukünftig ihre Kontrollen auf den Parkplätzen. „Den Müllsündern muss bewusst sein, dass sie jederzeit von uns beobachtet werden können“, so Gröger.

Blaues Licht in Toiletten

Während die Müllberge gewachsen sind, hat sich ein anderes Problem mittlerweile minimiert. Und zwar das mit den Notreisenden, die auf den Parkplätzen campierten, ebenfalls Unrat hinterließen und sogar in den Toilettenhäuschen nächtigten. Gröger: „Sie tauchen nicht mehr ständig, sondern nur noch da und dort auf. Das hängt damit zusammen, dass wir Wildschutzzäune errichteten und blaues Licht mit Bewegungsmeldern in den Toiletten installierten. Dieses Licht schafft Unbehagen. Niemand hält das länger als eine halbe Stunde aus.“ 

Den Müllsündern muss bewusst sein, dass sie jederzeit von uns beobachtet werden können.

Gerald Gröger

Strafen für illegale Müllentsorgung

» Der Bludenzer Bezirkshauptmann Johannes Nöbl bestätigte den VN den Eingang von Anzeigen der Asfinag gegen die illegale Müllentsorgung auf dem Autobahnparklatz Schlins.

» In Österreich ist der Umgang mit Müll im Abfallwirtschaftsgesetz geregelt: Abfall muss ordnungsgemäß entsorgt werden, wenn er nicht weiterverwertet werden kann. Müll muss also entweder in die entsprechenden Mülltonnen geworfen oder an Abfallsammelstellen oder Deponien abgegeben werden. Deponiert man seinen Abfall stattdessen im Straßengraben und wird dabei erwischt, zahlt man. Laut Nöbl beträgt der Strafrahmen bis zu 7000 Euro.

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