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Gedanken zu Allerheiligen

Fest einer grenzenlosen Hoffnung

Denn wir verbinden uns heute in Gedanken mit der großen Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, die niemand zählen konnte, wie sie der Seher Johannes in seiner großartigen Vision schauen durfte. Es sind die, die das eigentliche Ziel ihres Lebens bereits erreicht haben, nach dem wir uns alle bewusst oder unbewusst sehnen. Für die meisten Menschen ist allerdings Allerheiligen gleichbedeutend mit Totengedenken und Gräberbesuch. Dies hat durchaus seine Berechtigung. Nicht umsonst bilden Allerheiligen und Allerseelen auch in der Liturgie eine gewisse Einheit. Denn mit großer Zuversicht dürfen wir hoffen, dass alle unsere Verstorbenen in Gott die Erfüllung ihrer ganzen Sehnsucht nach grenzenloser Liebe und Geborgenheit gefunden haben und daher heilig sind.

Heilige sind ja nicht nur die Männer und Frauen, die von der Kirche heiliggesprochen worden sind.

Gott will das Heil aller Menschen. Diese Zusage durchzieht die ganze Bibel von Anfang bis zum Schluss, und er will daher nicht, dass auch nur ein Mensch verlorengeht. Dies möchte uns gerade das in Kürze zu Ende gehende Jahr der Barmherzigkeit vor Augen führen und uns darüberhinaus vertrauensvoll durch unser Leben begleiten. Gott allein kann und wird unser Leben zu einem guten Ende führen, wenn er uns heimruft in sein Licht und seinen Frieden.

Die Heiligen, die wir namentlich verehren, sollen uns das Ziel vor Augen führen, zu dem wir alle berufen sind.

Auf die verschiedenste Art und Weise haben sie ihre persönliche Berufung gelebt und so gezeigt, dass gerade das Leben aus dem Glauben Sinn und Zukunft schenken kann und wird und damit Glück und Erfüllung. Wenn Papst Johannes Paul II. so viele Personen heiliggesprochen hat wie kein anderer Papst vor ihm, dann wollte er damit deutlich machen, dass die verschiedensten Lebensumstände Wege zur Heilung sein können: Arme und Reiche, Verheiratete und Ehelose, Menschen in den verschiedensten Berufen und Angehörige der unterschiedlichsten Rassen und Kulturen. Sie alle möchten uns Vorbilder sein, wie unser Leben gelingen kann. Denn wir alle sehnen uns nach einem wirklich erfüllten und geglückten Leben.

Diese Sehnsucht nach Leben in grenzenloser Fülle ist tief eingesenkt in unsere Seele.

So bekennt auch der große Kirchenlehrer und Bischof Augustinus gerade aus seiner persönlichen Lebenserfahrung heraus in seinen „Bekenntnissen“: „Auf dich hin hast der uns erschaffen, o Gott, und so ist unruhig unser Herz, bis es ruht in dir.“ Wie vielen vermeintlich wichtigen Dingen jagen wir unser ganzes Leben lang nach und spüren doch, dass wir nicht glücklich sind. Denn Gott allein kann unsere ganze Sehnsucht stillen, oder wie die heilige Theresia von Avila überzeugt war: „Gott allein genügt.“

So gehen wir unseren Weg durch diese Welt im Vertrauen, dass Gott uns begleitet und nahe ist,

auch wenn wir dies nicht immer so zu spüren meinen. Das Fest aller Heiligen möge daher unseren Blick hinlenken auf die Hoffnung, zu der wir alle berufen sind. Dann wird es keine Mühsal und keine Enttäuschungen mehr geben, die uns in dieser Welt oft so sehr belasten. Denn dann wird Gott alles neu machen und wir dürfen ihn sehen, wie er ist, und erfahren, wie sehr er uns durch unser ganzes Leben mit seiner Liebe begleitet hat. Die Heiligen haben dieses Ziel bereits erreicht und warten auf uns, wie auch unsere verstorbenen Angehörigen, die uns in diesen Tagen besonders nahe sind. Möge dies unser Trost sein, wenn gerade in dieser Zeit kaum vernarbte Wunden wieder aufbrechen und wir voller Trauer an unsere heimgegangenen Lieben denken. Doch sie haben das Glück ihres Lebens gefunden und bleiben uns nahe als Fürsprecher bei Gott.

Diakon Werner Scheffknecht, Lustenau

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