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Goldene Hochzeit. Cemile und Kemal Yildirim

„Zusammenhalt ist uns wichtig“

Seit mehr als vier Jahrzehnten wohnen Cemile und Kemal Yildirim in Dornbirn, das ihnen zur zweiten Heimat wurde.  Foto: kl

Seit mehr als vier Jahrzehnten wohnen Cemile und Kemal Yildirim in Dornbirn, das ihnen zur zweiten Heimat wurde. Foto: kl

Dornbirn. Am 28. November 1966 gaben sich Cemile und Kemal Yildirim aus der türkischen Kleinstadt Yozgat das Jawort. Es war Winter und bitterkalt, als sie nach dem Hochzeitsfest in ihre Wohnung kamen.

Cemile erzählt, dass sie bei der Hochzeit 16 Jahre alt war und der Start in die Ehe gleich mit einem Desaster begann. „Ich kannte mich mit dem Ofen nicht aus, und am Ende war unsere Wohnung schwarz vom Ruß. Meine Mutter hat mir dann gezeigt, wie ich richtig einheize.“ Zum Glück konnte der Schaden schnell behoben werden. Bald freute sich das Paar über die Geburt ihrer Söhne Fatih und Barbados Hayrettin. Kemal arbeitete als Schneider und entschloss sich 1972, nach Vorarlberg zu kommen, um seine Familie besser versorgen zu können. Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht, denn er musste seine Frau und seine beiden Söhne in der Obhut der Familien zurücklassen. Auch trauerten sie um ihre Zwillinge, ein Mädchen und einen Bub, die mit fünf und acht Monaten gestorben waren.

Familie und Arbeit

In Dornbirn angekommen, fand Kemal Yildirim Arbeit bei Madrisa. Er hatte Glück und bekam ein Einzelzimmer in einer Firmenwohnung beim Bahnhof. Er lernte schnell Deutsch, denn er wollte alles verstehen. Nach vier Jahren holte er seine Cemile nach, die beiden Söhne blieben bis zum Schulabschluss in der Türkei. „Die erste Zeit hier war schwer“, erzählt Cemile. „Wir wohnten im Schwefelmahd und ich hatte keine Teller, keinen Topf zum Kochen und dazu kam noch die fremde Sprache.“ Nach zwölf Jahren zog die Familie, die sich um Tochter Mehtap, Sohn Süleyman und die kleine Sibel vergrößert hatte, in den Altweg. Cemile arbeitete neben dem Haushalt viele Jahre als Reinigungskraft im Krankenhaus Dornbirn, im Interspar, im Bauhaus, bei Foto Winsauer und in der Krankenkasse. Sie erkrankte an Osteoporose und wurde bereits an der Hüfte und am Knie operiert, seit einigen Jahren wird ihr Herz durch einen Schrittmacher unterstützt. Kemal erfreut sich bester Gesundheit ohne Medikamente. Er führt das vor allem auf seine vielen Spaziergänge zurück, bei denen er Dornbirn und die nähere Umgebung erwanderte. „Wenn du ein Auto wärst, könnte man dich nicht verkaufen, du hättest zu viele Kilometer“, hat er von Freunden schon oft gehört.

Im Ruhestand

Seit 17 Jahren fühlen sich die Jubilare im Weppach sehr wohl. Beide gehen gerne spazieren und freuen sich über Besuche von Freunden und Bekannten. Cemiles Freundinnen kommen gerne vorbei, und oft sitzen bis zu zwanzig Frauen beim gemeinsamen Frühstück im Wohnzimmer. Sie kochen zusammen und helfen Cemile im Haushalt. Kemal zieht sich dann lieber mit seinen Büchern zurück. Er studiert vor allem den Koran und liest erklärende Literatur dazu.

Den 50. Hochzeitstag feiern Cemile und Kemal mit ihren Kindern zu Hause. Sie wünschen sich gesund zu bleiben und die vier Enkel und zwei Urenkel, bald sind es drei, aufwachsen zu sehen. Sie sind stolz darauf, dass ihre Kinder ihr Leben erfolgreich meistern. Tochter Sibel wird bald heiraten und trägt zur standesamtlichen Vermählung das Hochzeitskleid ihrer Mutter, das ihr genau passt. Kemal nimmt vielleicht doch noch seinen Mut zusammen und lässt sich am grauen Star operieren.

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