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Großprojekt in Warteschleife

von Michael Gasser
VN-Bericht vom 6. Juli 2015.

VN-Bericht vom 6. Juli 2015.

Megabetriebsgebiet in Lauterach und Wolfurt: Warten auf Verkehrsinfrastruktur.

Lauterach. Die beiden Hofsteiggemeinden Lauterach und Wolfurt schmieden große Pläne. Im Umfeld des Güterterminals Wolfurt soll gemeinsam das Betriebsgebiet „Neu Wiesn“ entwickelt werden. Die VN haben schon im Vorjahr Einblick in die Projektunterlagen erhalten. So sollen langfristig zusätzlich zu den bereits bestehenden rund 2000 Arbeitsplätzen der Betriebsgebiete „Hohe Brücke“ und „Lauterach Süd“ weitere 5000 Jobs geschaffen werden. Dafür wollen die beiden Gemeinden Wirtschaftsbetrieben in mehreren Etappen 28,51 Hektar an Flächen für die Betriebsansiedelung bereitstellen.

Bis es so weit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. „Wir haben ein wenig Geschwindigkeit herausgenommen“, sagt Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg. Grundsätzlich habe sich am Vorhaben zwar nichts geändert, allerdings müsse zuerst die Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden. Ein Vollanschluss der A 14 im Bereich des Güterterminals war für die beiden Gemeinden von Anfang an Voraussetzung für die Umsetzung des Großprojekts. Jetzt warte man auf entsprechende Entscheidungen seitens der Asfinag. „Wir können erst dann entwickeln, wenn es bei der Infrastruktur Klarheit gibt“, so Rhomberg weiter. Sein Wolfurter Amtskollege Christian Natter hofft, dass dies bereits im nächsten Jahr der Fall ist. „Wir brauchen Verkehrslösungen, die auch noch in 15 und 20 Jahren funktionieren.“

Intensive Gespräche

Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Gemeinden sprechen im Zusammenhang mit dem Vollanschluss von intensiven Aktivitäten. Eine Bedarfserhebung ist im Gange. Es werden auch Gespräche betreffend der Finanzierung geführt. Das Megaprojekt selbst ist zwar in der Warteschleife, an der Priorität habe sich aber nichts geändert, versprechen die beiden Bürgermeister. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht von einer Verzögerung sprechen. Ein Vorhaben dieser Größenordnung habe nun einmal eine Vorlaufzeit von fünf bis zehn Jahren, erklärt der Wolfurter Gemeindechef Christian Natter.

Großes Interesse

Ungebrochen groß scheint auch das Interesse der Wirtschaft an Betriebsflächen zu sein. Beide Gemeinden halten sich zwar angesichts des frühen Projektstadiums bedeckt. „Wir haben immer wieder entsprechende Anfragen, sowohl von heimischen Betrieben als auch aus dem Ausland“, sagt Bürgermeister Rhomberg über den hochattraktiven Standort in unmittelbarer Nähe zu Güterterminal und Autobahn A 14. Bereits vor zehn Jahren wurde das Gebiet von der Vision Rheintal für Produktion und Logistik als besonders geeignet empfohlen. Mit einer Widmung als Baufläche-Betriebsgebiet 2 soll ausgeschlossen werden, dass es zu einer unerwünschten Nutzung kommt. Handelsflächen sind jedenfalls nicht geplant.

Bis sich tatsächlich erste Firmen ansiedeln, wird es noch Jahre dauern. Das ist auch den beiden Gemeindechefs bewusst. Die größte Hürde dürfte die Mobilisierung der notwendigen Grundstücke sein. Man brauche einen gewissen Atem, um an die Flächen zu kommen, sagt Rhomberg. Mit rund 200 Eigentümern muss verhandelt werden. Es sei jedenfalls Aufgabe der Gemeinde, marktgerechte Grundstückspreise zu erzielen, wird der Preistreiberei schon im Vorfeld eine Absage erteilt. Die finanzielle Erwartungshaltung einzelner Besitzer scheint groß zu sein. Dass sich die Gemeinden bei der Umsetzung der Pläne nun doch etwas mehr Zeit lassen, könnte auch bei den Grundstücksankäufen hilfreich sein.

Behutsam entwickeln

Der Ball liegt derzeit bei Land Vorarlberg und Asfinag, die eine Machbarkeit des Vollanschlusses prüfen. Die beiden Gemeinden sind dennoch nicht untätig. „Gewisse Themen laufen parallel“, sagt Wolfurts Bürgermeister Natter. So sei man derzeit etwa damit beschäftigt, zu klären, wie ein gemeinsamer Rechtsträger für die Entwicklung des Betriebsgebiets ausschauen könnte. Ein Projekt dieser Größenordnung solle Schritt für Schritt angegangen werden. „So hochwertige Flächen muss man behutsam entwickeln“, ist Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg überzeugt.

Wir brauchen Lösungen, die auch noch in 20 Jahren funktionieren.

Bgm. Christian Natter

So hochwertige Flächen muss man behutsam entwickeln.

Bgm. Elmar Rhomberg
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