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Vorarlberger, über die man spricht. Anna Schwerzler (33)

Die Fahrrad-Lobbyistin

Die 33-jährige Feldkircherin Anna Schwerzler ist seit 1. Juli Vorarlbergs neue Radfahrkoordinatorin. Foto: VLK/Wirth

Die 33-jährige Feldkircherin Anna Schwerzler ist seit 1. Juli Vorarlbergs neue Radfahrkoordinatorin. Foto: VLK/Wirth

Anna Schwerzler muss dafür sorgen, dass immer mehr Vorarlberger auf den Sattel sitzen.

Feldkirch. (VN-mip) Fahrradfahren ist eine Passion, ein Lebensgefühl, ein Sport, ein Statement. Wer sein Fahrrad liebt, der pflegt es, hegt es, putzt es und fährt es natürlich. Doch in erster Linie dient ein Rad immer noch dazu, schnell und umweltfreundlich von A nach B zu kommen. Diese Art des Fortbewegens soll in Vorarlberg forciert werden. Die Dame, die das Land in diese Richtung lenken soll, heißt Anna Schwerzler. Die 33-Jährige ist seit 1. Juli Radverkehrskoordinatorin des Landes.

Kein Auto

Anna Schwerzler besitzt kein Auto. Braucht sie nicht, will sie nicht. Die Feldkircherin nützt ihr Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel. „Es geht sehr gut ohne Auto.“ Dass sie auf einen Pkw verzichtet, habe nicht nur ideologische Gründe: „Ich bin keine gute Autofahrerin und fahre ab und zu irgendwo ran. Ich verzichte also nicht nur aus hehren Motiven aufs Auto.“ Anna Schwerzler lacht. Radfahrer sind offensichtlich bestens gelaunt. Und gesund! Dass Radeln gut für den Körper ist, wird selbst der größte Drahteselmuffel nicht bestreiten.

Doch Gesundheit alleine reicht nicht, um Menschen auf den Sattel zu bringen, erklärt Schwerzler: „Es muss Spaß machen. Wenn jemand einen Apfel isst, dann nicht, weil er gesund ist, sondern weil er gut schmeckt.“ Das Rad soll zu einer Art Statussymbol werden. Nicht so extrem wie ein Auto, aber schon zum Herzeigen; etwas, auf das man stolz ist. „Vorarlberg ist auf einem guten Weg, aber es geht noch mehr“, ist sich die 33-Jährige sicher. Zudem sei Radfahren billiger. Jüngste Studien hätten gezeigt, dass der Österreicher durchschnittlich 5000 Euro pro Jahr für sein Auto ausgibt.

Schwerzlers Leidenschaft für das Zweirad wurde erst während des Studiums in Innsbruck geweckt. Sie erzählt: „Zu Hause versuchten meine Geschwister und meine Eltern, mich fürs Fahrrad zu begeistern. Aber ich dachte mir immer nur: Schon wieder Rad fahren? Erst in Innsbruck habe ich die Vorteile kennengelernt.“

Nach dem Politikwissenschaftsstudium blieb sie in Innsbruck hängen. Schwerzler war Geschäftsführerin des Klimabündnis Tirol. Seit Mitte Juni ist sie wieder in Feldkirch, wo sie aufgewachsen ist. Der Job als Radverkehrskoordinatorin habe sie so sehr gereizt, dass sie sich zu einer Rückkehr entschloss. Fragen Sie sich nun auch, was eine Radverkehrskoordinatorin eigentlich macht? Anna Schwerzler hört diese Fragen offenbar oft. Die Antwort klingt jedenfalls so, als würde sie ihre Aufgabe nicht zum ersten Mal beschreiben: „Der Job ist vielseitig und sehr spannend. Es gibt jeden Tag etwas Neues. Mal muss ich an Schulen den Radführerschein übergeben, mal berate ich eine Gemeinde beim Radwegbau, mal geht es um Ampeln, mal um eine Navigationssoftware.“

E-Bike-Anfragen

Institutionen wie Gemeinden und Schulen können sich bei Schwerzler melden, wenn sie Rat brauchen. Zudem würden viele Privatpersonen anrufen, um etwa Schlaglöcher in Radwegen zu melden. „Das leiten wir dann an die betroffenen Gemeinden weiter“, führt Schwerzler aus. Auch Anfragen zu Elektrofahrrädern würden sich häufen, sagt die 33-Jährige: „Da geht es oft um Ladestationen bei Abstellplätzen. Firmen fragen hier vor allem um Rat.“

Elektromobilität sei wichtig, aber Schwerzler will beides fördern, E-Bikes und richtige Fahrräder: „Schließlich ist die nachhaltigste und gesündeste Fortbewegungsart immer noch, wenn man selber strampelt.“

Vorarlberg ist auf einem guten Weg, aber es geht noch mehr.

Anna Schwerzler

Zur Person

Anna Schwerzler

Radverkehrskoordinatorin des Landes.

Geboren: 27. 8. 1983

Laufbahn: Studium Politikwissenschaften in Innsbruck, zehn Jahre Geschäftsführerin Klimabündnis Tirol in Innsbruck. Seit 1. Juli wieder in Vorarlberg.

Wohnort: Feldkirch

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