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Hilferuf der besonderen Art

von Marlies Mohr
Thüringen unternimmt alles für einen Gemeindearzt. Foto: vn

Thüringen unternimmt alles für einen Gemeindearzt. Foto: vn

Die Thüringer werden bei der Suche nach einem Gemeindearzt selbst aktiv.

thüringen. (VN-mm) Wenn alles nichts mehr hilft, geht es vielleicht mit ein bisschen Eigeninitiative. Das dachte sich wohl auch eine Leserin aus Thüringen und schickte einen Hilferuf an die VN-Redaktion. „In Zeiten wie diesen muss man manchmal selbst tätig werden, sonst gilt ab 2017 für unsere Dorfbevölkerung: Patient, hilf dir selbst“. So beginnt ihr Schreiben, in dem sie auf die bevorstehende Pensionierung des langjährigen Gemeindearztes Hubert Zerlauth hinweist.

Er tritt mit Ende des Jahres in den Ruhestand, ein Nachfolger scheint nicht in Sicht. Das bestätigt auch der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), Manfred Brunner. Die Stelle sei bereits mehrfach ausgeschrieben worden, bislang verlief die Suche jedoch erfolglos. Periphere Regionen zu besetzen sei im Moment äußerst schwierig, räumt Brunner ein. Dennoch werde nichts unversucht gelassen, eine gute Lösung zu finden. In der November-Ausgabe von „Arzt im Ländle“ ist eine neuerliche Ausschreibung platziert. „Wir wollen die Stelle natürlich besetzen“, bekräftigt der GKK-Obmann und hofft auf Bewerber. Die in Thüringen gestartete Initiative begrüßt er. „Sie kann durchaus nützlich sein, weil sie doch zeigt, dass man in der Gemeinde willkommen ist“, sagt Brunner.

Fast nur liebe Patienten

Das dürfte hier mit Sicherheit der Fall sein. Davon zeugt schon die sympathische Formulierung, in welche die engagierte Dame ihren Hilferuf nach einem Allgemeinmediziner gepackt hat. Alsdann heißt es da: „Wir sind eine kleine Gemeinde, Thüringen/Vorarlberg (zwischen Bludenz und Feldkirch), mit rund 2300 Einwohnern und suchen ganz dringend eine/n Gemeindeärztin/Gemeindearzt. Unser Doktor geht nach 34 Jahren in Pension. Wir bieten: ein großes Arzthaus mit schönem Garten, Kassenvertrag, die Möglichkeit für Schul- und Betriebsarzt, einen gut geregelten Nacht- und Wochenenddienst und – ganz wichtig – fast nur liebe Patienten. Gemeinde und Ärztekammer sind schon länger auf der Suche nach einem Nachfolger, leider vergeblich. Vielleicht können wir Patienten genau SIE animieren, „UNSER DOKTOR“ zu werden. Bewerbungen an Gemeinde Thüringen, Dorfstraße 21, A-6712 Thüringen.“

Schwieriger Markt

Gemeindechef Harald Wittwer gibt sich ebenfalls angetan vom Einsatz seiner Mitbürger. „Alles, was uns hilft, zu einem Arzt zu kommen, ist unterstützenswert“, sagt er. Auch die Gemeinde selbst blieb diesbezüglich nicht untätig. Auf eigene Kosten hat sie in der Österreichischen Ärztezeitung eine Stellenanzeige geschaltet. „Wir wollten zeigen, was für eine attraktive Gemeinde Thüringen ist“, erzählt Harald Wittwer. Doch der Wunsch, daraus entsprechende Reaktionen zu lukrieren, erfüllte sich zu seinem großen Bedauern nicht. Er weiß, dass in anderen Kommunen des Landes genauso fieberhaft nach praktischen Ärzten gesucht wird. Das erschwere die Sache zusätzlich, da der Markt insgesamt wenig hergebe derzeit. Thüringen verfügt neben dem Gemeindearzt, der Thüringerberg mitbetreut, über einen HNO-Arzt, eine Frauenärztin, einen Zahnarzt und bald auch einen Kinderarzt. Wittwer: „Was uns zum Glück noch fehlt, ist ein Allgemeinmediziner, der ab 2017 die freiwerdende Stelle übernimmt.“

Bessere Nachrichten hat GKK-Obmann Manfred Brunner indes für Lustenau. Dort zeichnet sich für eine vakante Kassenstelle eine baldige Lösung ab.

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