IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

VORARLBERG EINST UND HEUTE. Das Bregenzer Deuring Schlössle

Ein Leuchtturm der Bregenzer Geschichte

1962

1962

Deuring Schlössle steht seit 2015 leer, Suche nach Hotelbetreiber geht weiter.

Bregenz. (ee) Am Endpunkt der bisherigen Geschichte des Bregenzer Deuring Schlössles steht, wie in den VN vergangene Woche berichtet, seit Ende September 2016 eine Veränderung der Eigentumsverhältnisse.

Der bisherige 50-Prozent-Eigentümer Josef Huber hat seine Anteile an die neue Deuring Schlössle Immobilien GmbH verkauft, die nunmehr zu 100 Prozent im Besitz von Hinteregger Gesellschaften ist. „Die Zielrichtung ist weiter klar gegeben – es geht um die Errichtung eines gehobenen Restaurants und eines solchen Hotelbetriebs“, erklärt Richard Hinteregger gegenüber den VN, wollte aber sonst keine Stellungnahme abgeben.

Laut Josef Huber hat es gewisse Auffassungsunterschiede zwischen ihm und Hinteregger bezüglich der äußeren Gestaltung der Einrichtung des geplanten Hotels und Restaurants gegeben. „Es handelt sich um ein sehr komplexes Projekt und manches läuft eben besser und effizienter, wenn es nur einer macht“, so Huber. Auch die Genehmigungsverfahren ziehen sich – so Josef Huber – weiter hin, weil die Behörden in der Abwicklung sehr kompliziert seien.

Derzeit liege weder die Baugenehmigung noch eine gewerberechtliche Genehmigung vor. Ein Zeitplan für die Fertigstellung könne daher nicht gemacht werden. Seit einem Jahr wird gebaut. Auch mit potenziellen Pächtern sei man im Gespräch, wobei ein Pächter gesucht werde, der auch bereit ist, zusätzlich zu investieren.

„Wichtige Einrichtung“

Markus Linhart, der Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz, meint dazu gegenüber den VN: „Grundsätzlich liegt uns sehr viel an diesem Haus. Derzeit laufen zwei Verfahren, wobei sich das Bauverfahren aufgrund der Nachbarn etwas verzögert hat. Meine Einschätzung und Hoffnung ist, dass wir hier in der Sache vorankommen und die Genehmigung zügig erteilen können. Das gewerberechtliche Verfahren liegt ja beim Land. Wir sehen in der geplanten Verwendung eine wichtige Einrichtung für Bregenz.“

Ein Gourmettempel

Das Deuring Schlössle war 1989 an den langjährigen VN-Koch Ernst sowie seinen Sohn Heino Huber aus Bregenz verkauft worden, die es in den folgenden zehn Jahren im Inneren modernisieren ließen und es zum kulinarischen Aushängeschild des Landes machten. Schon zuvor setzten sie mit ihrem Restaurant „Zoll“ in Bregenz auf die Landkarte der Feinschmecker. Vater und Sohn erhielten die höchsten Auszeichnungen. Heino Huber bekam 1996 drei Gault-Millau-Hauben, zwei Jahre später wurde er zum Koch des Jahres gewählt. Kurz darauf zeichnete ihn der Guide „A la Carte“ als kreativsten Koch Österreichs aus. 2010 wurde er von den Casinos Austria mit der „Goldene(n) Roulette Kugel“ für sein gastronomisches Lebenswerk geehrt.

2011 stand das Deuring Schlössle wieder zum Verkauf. Mehrere Interessierte gaben ihr Angebot ab. Verkauft wurde es schlussendlich an Richard Hinteregger sowie Josef Huber. Heino Huber blieb ebenfalls Drittel-Gesellschafter. Er betrieb den Ansitz bis zur Insolvenz als gehobenes Hotel-Restaurant der Spitzenklasse.

Familienbesitz bis 1801

In der Zeit von zirka 1660 bis 1690 ließ Johann Albert von Deuring zu Mittelweiherburg (in Hard) das sogenannte Deuring Schlössle errichten. Die Vorgängerbauten zum heutigen Baukörper dürften aus dem Mittelalter stammen. Aus der vorhandenen Bausubstanz wurde ein barockes Schmuckkästchen errichtet, welches bis heute das Stadtbild der Oberstadt beherrscht.

Im Jahre 1912 wurde es vom großen Wiener Expressionisten Egon Schiele gemalt. Johann Albert von Deuring war es auch, der sich einen im Zickzack verlaufenden Weg vom Schlössle ins Thalbach­tobel anlegen ließ, das Albertusloch. Der Zugang ist noch vorhanden. Die Meißnerstiege ist sozusagen die begradigte Nachfolgerin des Albertuslochs. Das Schlössle blieb bis 1801 im Besitz der Familie.

Der Ansitz wurde dann an den Landvogt und Kreishauptmann Johann Jakob von Vicari verkauft. Zwanzig Jahre später erwarb der k. u. k Rentmeister Christoph Anton Kayser den Besitz. Er richtete dort die Rentamtskanzlei ein. Nach seinem Tod erbte ihn der Schweizer Architekt Johann Anton Tscharner. 1915 wurde das Innere im Stil des Historismus neu eingerichtet. 1927 erfolgte der Ausbau des Obergeschoßes des ehemaligen Torkels in ein Künstleratelier, den sogenannten „Rittersaal“.

<p class="caption">2016</p>

2016

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.