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Häusle kann nun neu beginnen

von Klaus Hämmerle

Fertiger Erkundungsbericht über illegale Deponien brachte keine neuen Überraschungen.

Bregenz. Das Häusle-Betriebsgebiet ist nun ein vollständig untersuchtes Areal. Dem vom Unternehmen vorgestellten Zwischenbericht über die Erkundungsbohrungen und -schürfungen vom 16. September dieses Jahres folgte am Freitag die Präsentation des Endberichts durch das Land und Häusle. Fazit: Es wurden keine weiteren unbekannten Fraktionen mehr gefunden. Vom Häusle-Areal gehen keine Gefahren für die Umwelt aus, einer umfassenden Sanierung steht nichts mehr im Weg.

Sanierung angeordnet

„Jetzt kann ein ordnungsgemäßer Zustand hergestellt werden“, nennt Umweltlandesrat Johannes Rauch (57) den nächsten logischen Schritt beim Abfallwirtschafter. Bald schon werde mittels Bescheid die Sanierung angeordnet, kündigte Rauch an.

Den Erkundungsbohrungen lag ebenfalls eine Anordnung des Landes ans Unternehmen zugrunde, nachdem man bei Häusle illegale Deponien entdeckt hatte. Später kamen andere nicht bescheidkonform verbrachte Problemstoffe zum Vorschein. Im Frühjahr und Sommer wurden knapp 400 Probebohrungen und -schürfungen auf dem Areal durchgeführt. Insgesamt 15.000 Tonnen illegal verbrachtes Material kamen dabei zum Vorschein.

Erleichterung

Häusle-Geschäftsführer Thomas Habermann (51) ist froh, dass nun Klarheit über das unrechtmäßig vergrabene Material herrscht. Er relativiert die gefundene Menge. „Man muss sich ja vor Augen halten, dass bei Häusle jährlich 200.000 Tonnen verschiedenster Stoffe landen. Da ist die entdeckte Menge an nicht bescheidkonform eingebrachtem Material im Ausmaß von 15.000 Tonnen doch eher gering.“ Häusle sei nun das bestuntersuchte Recyclingunternehmen Österreichs. „Jetzt können wir darangehen, es zum modernsten Unternehmen dieser Art zu machen“, betonte Habermann. Für Sanierung und Zukunftsinvestitionen stünden in den nächsten Jahren rund elf Millionen Euro zur Verfügung. Einmal mehr betonte der Geschäftsführer, dass die illegalen Umtriebe bei Häusle vor seinem Dienstantritt geschehen seien.

Zehn Erkundungsbereiche

Über die genaue Beschaffenheit des Geländes mit den Fundorten der illegal vergrabenen Materialien informierte Harald Dreher, im Land für  Umwelt und Abfall zuständig. So wurde das Areal in insgesamt zehn Erkundungsbereiche eingeteilt, die unterschiedlich beziehungsweise gar nicht von den illegalen Deponien belastet sind. Nicht untersucht wurde die große Deponie mit dem Altmüll. “Aber die wird permanent kontrolliert. Eine Untersuchung wäre zudem aufgrund des sensiblen Untergrundes sehr schwierig gewesen”, erläuterte der Experte. Drehers Fazit: Es gibt bei Häusle keine akute Umweltgefährdung. Nun könne der Sanierungsauftrag erteilt werden.

Johannes Rauch forderte einmal mehr eine Reform des aktuellen Abfallwirtschaftsgesetzes. Es könne nicht sein, dass Streumaterial mit eingebrachten Plastikteilen zulässig sei. Politisch mündet die Causa Häusle in eine weitere Kontrollausschusssitzung, die kommende Woche stattfindet. Die Klubobleute der Parteien seien schon mit entsprechenden Unterlagen ausgestattet worden, berichtete Rauch.

Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen der Zollbehörden und der Staatsanwaltschaft. Letztere hat unter anderem zu klären, wer die Schuld an den illegalen Vorgängen bei Häusle trägt. Wann es diesbezüglich ein Ergebnis gibt, traut sich der Umweltlandesrat nicht zu sagen. „Das liegt allein an der Staatsanwaltschaft. Ich will da gar nicht erst spekulieren.“

Keine Jobverluste

Erfreuliche Nachrichten gibt es für die Belegschaft des Traditionsbetriebes. Laut Habermann wird es auch in der nicht angenehmen Situation des Unternehmens auf absehbare Zeit zu keinen Kündigungen kommen. „Im Gegenteil“, so der Häusle Geschäftsführer, „die nun anstehenden Sanierungsmaßnahmen werden zusätzliche Ressourcen erfordern.“ Grundsätzlich müsse sich das Unternehmen aber an der Marktsituation orientieren. Da werde man sich bemühen, entsprechend zu reüssieren.

Beim Abfallwirtschafter Häusle sind am Standort Lustenau/Fußach akutell 180 Personen beschäftigt.

Wir sind jetzt das best­untersuchte Recyclingunternehmen.

Thomas Habermann
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