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Gemeindeprojekt am Scheideweg

Das bestehende Biomasseheizwerk soll einer der 98 Anschlussnehmer werden. Foto: Lechleitner

Das bestehende Biomasseheizwerk soll einer der 98 Anschlussnehmer werden. Foto: Lechleitner

Wegweisende Volksabstimmung zu Fernwärmeprojekt am Sonntag in Gaschurn.

Gaschurn. (VN-hp, js) „Soll die Gemeinde Gaschurn für das Fernwärmeprojekt eine Haftung übernehmen?“ – so lautet die Frage, über die am Sonntag alle stimmberechtigten Bürger in Gaschurn und Partenen entscheiden.

98 Anschlussnehmer

So banal die Frage, so komplex ist der Hintergrund: Im Zuge der Umsetzung des Obervermuntwerks II sicherten die Illwerke der Gemeinde kostenlose Abwärme aus ihren Kraftwerksanlagen zu. Nach Monaten der Planung sowie Präsentationen und Diskussionen rund um das Fernwärmeprojekt fanden sich 98 Anschlussnehmer, unter denen sich unter anderem auch das bestehende Biomasse-Heizwerk mit seinen 96 Kunden befindet. In einem weiteren Schritt folgte in diesem Frühjahr die Gründung der Energie- und Wirtschaftsbetriebe Hochmontafon GmbH (kurz EWH). Diese 100-prozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde Gaschurn soll mit der Abwicklung und dem Betrieb des Projekts betraut werden.

Der nun der Umwelt-Förderungskommission zur Genehmigung vorgelegten Projektplanung zufolge belaufen sich die Investitionskosten des Gaschurner Fernwärmeprojekts auf 6.636.944 Euro. Abzüglich der Förderungen von EU, Bund und Land, die mit knapp zwei Millionen Euro angegeben werden, verbleiben somit rund 4,65 Millionen Euro, die von der EWH GmbH zu finanzieren sind.

Geht es nach den Gemeindeverantwortlichen, soll die e5-Gemeinde unter den Mottos „regionale Wertschöpfung“, „Nutzung von Energie vor Ort“ sowie „bedeutender Schritt in Richtung Energieautonomie“ selbst die Haftung für diese Summe übernehmen. „Die zu erwartenden Gewinne und Haftungsentschädigungen kommen im Gegenzug der Gemeinde und somit allen Bürgern zugute“, argumentiert Bürgermeister Martin Netzer, der der recycelten Wärme und emissionsfreien Energiegewinnung nur Positives abgewinnen kann.

Kein Verständnis

Seitens des Vereins „Gemeinsam für Gaschurn und Partenen“, der mit der Vorlage von 344 gültigen Unterschriften diesen Sommer eine Volksabstimmung erwirken konnte, bringt man für diese Sichtweise kein Verständnis auf. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass eine so kleine und hoch verschuldete Gemeinde wie Gaschurn eine so hohe Haftungssumme überhaupt in Erwägung ziehen kann“, entgegnet Philipp Dona.

Am morgigen Sonntag soll nun die Entscheidung über die Zukunft des Fernwärmeprojekts fallen. In der Zeit von 8 bis 12 Uhr können die 1235 Wahlberechtigten in der südlichsten Gemeinde des Landes nun die entscheidende Haftungsfrage mit Ja oder Nein beantworten. Bei einem Ja ist alles klar und der Weg für das nachhaltige Projekt frei. Im Falle eines negativen Ausgangs bleibt hingegen offen, ob sich das Fernwärmeprojekt in die Tat umsetzen lässt.

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