IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Drogensüchtigen helfen

Selbsthilfevereine fordern eine patientenorientierte Behandlung von suchtkranken Menschen in Vorarlberg.

DorNbirn. (VN-jun) „Ärzte verschreiben Suchtkranken bei einer Substitutionstherapie gerne Methadon, ein Heroin-Ersatzstoff. Viele Patienten vertragen dieses Medikament aber nicht und greifen dadurch zum Alkohol“, erklärt Sandra Klotz, Gründerin des Vereins „Starke Süchtige“ in Dornbirn.

Anlässlich der zweiten Drogenselbsthilfe-Tagung am Freitag in Hohenems fordern die Selbsthilfevereine in Vorarlberg mehr Mitspracherecht der Patienten. „Erst wenn die suchtkranken Menschen die passenden Medikamente bekommen, hilft die Behandlung“, sagt Klotz. Ein Ansatz wäre, die Patienten auf Morphium umzustellen, da es besser verträglich sei. Ein weiteres Problem in der Drogenhilfe ist laut Karl-Heinz Klotz, Obmann des Vereins „Starke Süchtige“, dass es in Vorarlberg nur eine geringe Anzahl an verschreibenden Ärzten gibt. „Wir brauchen neue Kollegen, die eine besondere Ausbildung machen, um Substitutionsmittel verschreiben zu dürfen. Dann könnten sich die Ärzte auch mehr Zeit für die suchtkranken Menschen nehmen“, berichtet Klotz. Zudem brauche die Suchtbehandlung einen besseren Stellenwert im Land. „Menschen, die sich in einem Substitutionsprogramm befinden, werden von der Gesellschaft diskriminiert“, sagt Bernhard Amann, Obmann des Vereins „Ex&Hopp“.

Tagung in Hohenems

Aus Sicht vieler suchtkranker Menschen hat sich in den letzten zwanzig Jahren in wichtigen Bereichen der Drogenpolitik und Drogenhilfe zu wenig getan. Deshalb werden nun engagierte Suchtkranke und Vertreter von Selbsthilfevereinen in Vorarlberg selbst tätig.

Sie veranstalten am Freitag, 18. November, die zweite Drogenselbsthilfe-Tagung in Hohenems. Organisiert wird diese von den Selbsthilfevereinen „Starke Süchtige“, „do it yourself“ und „Ex&Hopp“. Gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen, Ämtern, Behörden und Vertretern des Behandlungs- und Hilfesystems soll über die Verbesserung der Behandlungs- und Betreuungsqualität gesprochen werden. Unter anderem geht es um Themen wie Safer-use-Räume, kontrollierte Heroin­abgabe, Verbesserung der Ersatzdrogentherapie und repressionsfreie Drogenpolitik. Die Tagung richtet sich an Betroffene, Angehörige, Interessierte und Fachleute.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.