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Das Rheintal rückt enger zusammen

von Dominik Heinzle

Start für neues Agglomerationsprogramm, das grenzübergreifende Raumplanung intensivieren soll.

Schwarzach. (VN-doh) In der Region Rheintal leben rund 170.000 Menschen. Auf beiden Seiten des Rheins zeigen sich gemeinsame raumplanerische Herausforderungen wie Zersiedelung, Landschaftsverbrauch oder Verkehrszunahme. Heute, Donnerstag, werden neun Rheinanlieger-Gemeinden aus Vorarlberg, die zwölf Gemeinden des St. Galler Rheintals, das Land Vorarlberg und der Kanton St. Gallen den Verein Agglomeration Rheintal gründen. Ziel ist es, im Rahmen des sogenannten Agglomerationsprogramms der vierten Generation, Infrastrukturprojekte in Bezug auf Siedlung, Verkehr und Landschaft grenzüberschreitend aufeinander abzustimmen. Seitens des Schweizer Bundes ist ein solches Programm Voraussetzung für eine Mitfinanzierung von Infrastrukturprojekten. Bei einem positiven Prüfergebnis beträgt die Mitfinanzierung durchschnittlich 30 bis 35 Prozent der Gesamtkosten. Dem Verein können bei positiver Beurteilung auch Pauschalen zugesprochen werden, die er eigenverantwortlich für Projekte (auch im Vorarlberger Rheintal) einsetzen kann.

Die Nutzungsansprüche an den Raum im Rheintal sind eng miteinander verflochten. Beispiele dafür sind die Pendlerverflechtungen und Verkehrsprojekte wie die Verbindung der Autobahnen im Rheintal oder die Netzstrategie für den Bereich Diepolds­au, Hohenems, Altach und Mäder. Planungen laufen aber auch für den Rad- und Fußverkehr, wie Ergänzungen im Radroutennetz etwa mit neuen Brücken. Als konkretes Projekt ist hier bereits das „Velotal Rheintal“ entstanden. Geprüft oder bereits geplant werden unter anderem die Radbrücke Höchst – St. Margrethen, eine Schnellverbindung Mäder – Diepoldsau – Lustenau oder eine Radbrücke Au – Lustenau.

Nach dem Scheitern des Agglomerationsprogramms 2013 trat der Kanton St. Gallen erneut mit dem Wunsch nach einem neuen Programm an das Land Vorarlberg heran. In Ab­sprache mit dem Schweizer Bund wurde der Planungsraum auf Vorarlberger Seite verkleinert. Er besteht nun aus acht Vorarlberger Grenzgemeinden sowie Götzis als Mitglied der Region amKumma. Als Trägerschaft ist ein Verein vorgesehen, der heute in Kriessern gegründet wird. „Das Rheintal ist von oben betrachtet ein Lebensraum. Auf beiden Seiten der Grenze gilt es dieselben raumplanerischen Herausforderungen zu meistern. Deshalb sind wir sehr daran interessiert die Entwicklungen gemeinsam voranzutreiben“, erklärt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser.

Feldkirch tritt nicht bei

Zurückhaltung gibt es derzeit noch in Feldkirch. Man werde dem Verein derzeit noch nicht beitreten, erklärte Bürgermeister Wilfried Berchtold auf Anfrage. Feldkirch sei an einer Reihe von Kooperationen beteiligt. Durch den Wildwuchs an verschiedenen Programmen, sei aber das konkrete und verbindliche Verfolgen von Vorhaben verloren gegangen. Ohne präzise Projekte, wolle man derzeit keine neue Kooperation eingehen.

Ende 2020 sollen die ausgearbeiteten Projekte als Agglomerationsprogramm beim Schweizer Bund eingereicht werden.

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