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Disput um Spitals-Millionen

Schon aus Kostengründen werden Angebote in den Spitälern eine bessere Abstimmung benötigen. Foto: apa

Schon aus Kostengründen werden Angebote in den Spitälern eine bessere Abstimmung benötigen. Foto: apa

Vorwurf der Vergeudung durch mangelnde Kooperation wird zurückgewiesen.

dornbirn. (wiko, VN-mm) Krankenhäuser würden durch zu wenig Abstimmung Millionen vergeuden. Das berichtet die Wirtschaftspresseagentur. Obwohl das Krankenhaus Dornbirn nur wenige Kilometer von den Spitälern der landeseigenen Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) entfernt sei, mangle es bei Investitionen und Betriebsabläufen an Koordination und Abstimmung, lautet der Vorwurf.

Stadt kontert

Die Stadt Dornbirn kontert: Die zuständigen Stellen im Rathaus würden nicht nur mit dem Land an neuen Strukturplänen zur besseren Abstimmung der Angebote, sondern auch an einer Vereinbarung mit der KHBG arbeiten. „Die getätigten und geplanten Investitionen sind notwendig“, betont etwa Spitalsreferent Martin Ruepp und verteidigt gleichzeitig den umstrittenen Hubschrauberlandeplatz sowie die Erweiterung der OP-Kapazitäten. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard stellt sich ebenfalls auf die Seite der Dornbirner, räumt jedoch ein, dass es noch Luft nach oben bei der Zusammenarbeit der beiden Träger gebe. „Allerdings muss das unter Wahrung der Eigeninteressen der Systeme gehen“, bekräftigt Bernhard.

Zuletzt hatte die Erneuerung des Hubschrauberlandeplatzes für Turbulenzen gesorgt, besonders was dessen Notwendigkeit angeht. Kritisiert werden Kosten von 2,5 Millionen Euro bei gerade einmal 1,3 Patienten, die pro Woche eingeliefert werden. Bis die neue Landeplattform im Juni 2017 in Betrieb geht, werden Patienten in die Landeskrankenhäuser Bregenz und Feldkirch geflogen. Dies bedeute, dass es ohne Probleme möglich sei, ein Jahr lang ohne Landeplatz auszukommen. Aber auch der Umstand, dass Dornbirn die Sterilisation medizinischer Geräte ebenfalls noch alleine betreibt, statt sich der Medizinprodukteaufbereitung in Rankweil anzuschließen, und Preisvorteile verspiele, weil kein gemeinsamer Einkauf existiere, wird moniert. 

Steigende Abgänge

Ebenfalls angeprangert wird die Tatsache, dass Dornbirn lediglich ein Drittel der steigenden Abgänge selbst schultern muss. Im vergangenen Jahr waren es rund 27 Millionen Euro, heuer sind es über 31 Millionen. Zwischen 2006 und 2015 hätten sich die Abgänge in Dornbirn um 134,5 Prozent, jene der KHBG nur um 102,5 Prozent erhöht. Den Großteil der Abgänge finanzieren Land und Wohnsitzgemeinden der Patienten.

Von den aktuell getätigten Aussagen zeigen sich die Stadtverantwortlichen überrascht, zumal in den vergangenen Wochen äußerst konstruktive Gespräche mit dem Land geführt worden seien. Im Übrigen habe man sämtliche Pläne vor der Entscheidung und Beschlussfassung in der Gesundheitsplattform diskutiert. „Wir sind bereit, das Angbotsspektrum mit der Spitalslandschaft abzustimmen. Klarstellen möchte ich jedoch, dass die Dornbirner zum eigenen Krankenhaus stehen“, gibt sich Bürgermeisterin Andrea Kaufmann kämpferisch.

Drei Fragen – Drei Antworten. Landesrat Christian Bernhard

Kann man in diesem Fall von einer Millionen-Vergeudung reden?

Bernhard: Nein, dezidiert nicht. Ich bin nicht bereit, das viele Geld, das wir für unsere Patienten in die Hand nehmen, als Vergeudung zu bezeichnen. Außerdem arbeiten die Krankenhäuser schon jetzt so gut zusammen, dass Patienten nicht einmal merken, dass es verschiedene Rechtsträger sind.

Ist das Krankenhaus Dornbirn aber nicht ein etwas widerwillig agierender Partner?

Bernhard: Auch das kann ich verneinen. Das Stadtspital Dornbirn ist ein erfolgreiches Haus mit einer historisch gewachsenen Selbstwahrnehmung, die ihm viel Eigenständigkeit ermöglicht. Inzwischen hat sich allerdings einiges getan, etwa bei den Qualitätsvorgaben und der Ausbildungsverordnung. Jetzt geht es nicht mehr um den Einzelnen, sondern wir müssen aus den bestehenden Strukturen das Beste für die Patienten machen. Und die Dornbirner dürfen in diesem Orchester ein selbstständiger Partner sein. Ich sehe in einem Zusammenschluss mit der KHBG keine Vorteile.

Wie kann trotzdem eine bessere Abstimmung gewährleistet werden?

Bernhard: Durch die neue 15-a-Vereinbarung lässt sich die geforderte Zusammenarbeit besser leben, weil sie dazu verpflichtet. Ich bin auch fest entschlossen, den vereinbarten Kostendämpfungspfad einzuhalten, und ich werde das in Vorarlberg auch können.

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