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VN-Interview. Häusle-Hauptgesellschafter Karl Loacker (59) über Situation beim Unternehmen

„Vertrauen ist ja gut, Kontrolle aber besser“

von Klaus Hämmerle

Karl Loacker, 42-Prozent-Eigentümer von Häusle, hätte dort gerne das alleinige Sagen.

Götzis. Als größter Gesellschafter des Abfallwirtschafters Häusle hat Karl Loacker turbulente Zeiten hinter sich. Der Müllskandal hat dem Unternehmen stark geschadet. Jetzt gehe es darum, bald eine Antwort auf die Schuldfrage der illegalen Umtriebe zu bekommen und das Unternehmen neu auszurichten. Ausdrücklich lobt Loacker im VN-Interview den jetzigen Geschäftsführer Thomas Habermann (51) und ist erleichtert darüber, dass Häusle bei den Kunden nicht verloren hat.

Wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen bei Häusle?

Loacker: Seit Bekanntwerden der unliebsamen Vorkommnisse hat sich Geschäftsführer Thomas Habermann sehr professionell verhalten. Es gab die uneingeschränkte Mithilfe bei der Aufarbeitung der illegalen Vorgänge. Alles lief sehr transparent ab. Bis jetzt darf ich festhalten: All diese Dinge haben keine negativen Auswirkungen gehabt auf unsere Kunden. Ich habe genau dieses Feedback erhalten, und ich bin ja wirklich überall auf den Müllskandal angesprochen worden.

Wie sehr sind Sie ins Tagesgeschäft bei Häusle involviert?

Loacker: Ich bin aufgrund meiner Rolle bei Häusle natürlich nicht involviert ins Tagesgeschäft. Als Eigentümervertreter interessiere ich mich für Betriebsergebnisse und die Investitionsstrategie. Wir haben dabei nicht alle von der Geschäftsführung beantragten Investitionen genehmigt – wie das in einer solchen Konstellation auch üblich ist. Aber die letzten Vorschläge haben wir im Interesse des Unternehmens positiv behandelt.

Was heißt das?

Loacker: Die in der Öffentlichkeit kolportierten rund elf Millionen Euro haben wir freigegeben. Natürlich werden wir jede diese Investitionen auf ihren Nutzen prüfen. Ich als Miteigentümer habe in den turbulentesten Zeiten des Unternehmens auch häufiger als sonst nachgefragt, wie es läuft. Das war natürlich der besonderen Situation geschuldet. Mittlerweile frage ich aber nicht öfter nach, als ich das bei anderen Firmen unter unserem Dach auch mache. Für mehr besteht dafür keine Notwendigkeit.

Sie sind zwar jener Häusle-Aktionär mit den meisten Anteilen, aber trotzdem nicht mit einer Mehrheit ausgestattet, mit der sie alleine entscheiden können. Wie unangenehm ist das?

Loacker: Natürlich ist die Situation ab und zu angespannt. Schließlich sind ja auch noch die früheren Geschäftsführer Wieland Hofer und Martin Bösch als Miteigentümer bei den Eigentümerversammlungen dabei. Aber für die Absegnung der Investitionen für die Zukunft gab es trotzdem eine große Mehrheit. Es herrscht schon große Übereinstimmung darüber, dass Häusle zukunftsfit wird und sich dementsprechend auch zukunftsorientiert ausrichtet.

Aber Sie hätten doch gern mit notwendiger Mehrheit bei Häusle alleine das Sagen?

Loacker: Natürlich wollen wir, dass das irgendwann in der Zukunft so sein wird. Man könnte dann schneller und unkomplizierter Entscheidungen treffen. Aber im Moment ist es eben noch so, wie es ist.

Wie verhalten sich Hofer und Bösch als ehemalige Geschäftsführer und Gesellschafter?

Loacker: Klar wäre es gut, wenn die Staatsanwaltschaft bald einmal ein Ergebnis in der Schuldfrage bei den illegalen Deponien liefern würde. Bösch und Hofer wollen derzeit nicht verkaufen, weil natürlich auch der Wert von Häusle gesunken ist. Letztlich ist ja alles eine Sache des Preises.

Was war aus Ihrer Sicht der größte Fehler bei Häusle in den letzten Jahren?

Loacker: Die Fehler sind offensichtlich vom Management ausgegangen. Es gab Probleme mit der Struktur. Was da alles schiefgelaufen ist, wird Gegenstand der Untersuchungen sein. Und daraus wird man dann die entsprechenden Schlüsse zu ziehen haben.

Was haben Sie als der größte Miteigentümer bei Häusle aus den letzten Monaten gelernt?

Loacker: Vertrauen ist ja gut, Kontrolle aber ist besser.

Von den Kunden habe ich ein positives Feedback erhalten.

Karl Loacker
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