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VN-Stammtisch. Ikea Lustenau: Mehr Verkehr, mehr Konkurrenz

“Man kann Verkehrsproblem nicht auf Ikea reduzieren”

Engagierte Statements am Podium (v. l.): Martin Fitz (FPÖ), Bürgermeister Kurt Fischer, VN-Redakteur Klaus Hämmerle, LSth. Karlheinz Rüdisser und Walter Bösch (SPÖ). Fotos: VN/Paulitsch

Engagierte Statements am Podium (v. l.): Martin Fitz (FPÖ), Bürgermeister Kurt Fischer, VN-Redakteur Klaus Hämmerle, LSth. Karlheinz Rüdisser und Walter Bösch (SPÖ). Fotos: VN/Paulitsch

Verkehrsproblematik, Arbeitsplätze und Steuern waren die Themen beim VN-Stammtisch zu Ikea.

Lustenau. War die Entscheidung der Lustenauer Gemeindevertretung überstürzt? Hat Lustenau einen Vertrag gutgeheißen, der unvorteilhaft ist? Oder gilt es, sich eine Türe offenzuhalten, die für den Handelsplatz Lustenau vorteilhaft ist? Und wie soll das Verkehrsproblem in den Griff bekommen werden, wenn weiterer Verkehr magnetisch angezogen wird?

Hauptthema Verkehr

Fragen, die beim VN-Stammtisch zum Thema „Ikea Lustenau“ im Competence Center Rheintal in unmittelbarer Nähe zum möglichen Standort des Ikea Möbelmarktes unter reger Anteilnahme der über 100 Interessierten diskutiert wurden. Am Podium erläuterten FPÖ-Ortsobmann Martin Fitz, SPÖ-Gemeindevertreter Walter Bösch, Bürgermeister Kurt Fischer und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, in dessen Verantwortung als Landesrat sowohl Raumplanung, Verkehr und Wirtschaft fallen, ihre Standpunkte. Moderiert wurde die die sehr sachlich geführte Diskussion von VN-Redakteur Klaus Hämmerle.

Thema für viele Besucher und auch am Podium war zuerst der Verkehr. Fischer wehrte sich: „Das Verkehrsproblem auf 10.000 Quadratmeter Ikea zu reduzieren, wird der Frage nicht gerecht.“ Auch Fitz stellte den Verkehr in den Vordergrund: „Ich bin ein Fan der Verkehrsentlastung. Ohne entsprechende Studie darf Ikea nicht gebaut werden.“ Ihn stören auch die zu erwartenden Kommunaleinnahmen von rund 75.000 Euro jährlich. „Ich kenne kleinere Betriebe, die 700.000 Euro bezahlen.“

Ebenfalls mit Zahlen argumentierte SP-Urgestein Walter Bösch, nämlich mit der Kaufkraft der Lustenauer, die 113 Millionen Euro beträgt. „Davon gehen 50 Millionen in die umliegenden Gemeinden. Möbel werden sogar zu 97 Prozent in anderen Gemeinden gekauft.“ Und zum Verkehr: „Lustenau leidet unter sogenanntem Fremdverkehr, der nicht von uns verschuldet ist. Wir sind Opfer der Versäumnisse anderer. Und das ohne Ikea.“ Dass die Verkehrsproblematik bei der Genehmigung eine wichtige Rolle spiele, bestätigt auch Rüdisser. Doch er zitierte auch aus der CIMA-Kaufstromanalyse, die zeige, dass wesentliche Abflüsse der Kaufkraft nur in Richtung Ikea sowohl nach St. Gallen, Ulm als auch Innsbruck feststellbar waren. „Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein Ikea-Markt wesentlich zur Attraktivierung des Handelsstandortes beitragen würde“, so der Landesstatthalter. 

Dem Versprechen von Bürgermeister Fischer, dass das Geld aus dem Grundstücksverkauf dem Handel im Zentrum zugute komme, wollte Christine Bösch-Vetter nicht glauben. Auch ist sie der Überzeugung, „dass Arbeitsplätze in anderen Geschäften wegfallen, weil Ikea neben Möbeln auch viele andere Artikel verkaufe und eine Gastronomie betreibe“.

Sorge um Nachhaltigkeit

Helmut Hagen erinnerte daran, dass das nun verkaufte Grundstück schon einmal einem anderen Möbelhändler gehört hat, nämlich Lutz. Damals sei die FPÖ, die nun gegen das Möbelhaus agitiere, hinter der Ansiedelung gestanden. „Der Verkehr war nicht so tragisch wie heute“, erklärte dazu FPÖ-Obmann Fitz. Sorgen um die Nachhaltigkeit machte sich Birgit Hupfauf-Hämmerle, die den stationären Handel vom Internet bedroht sieht. „Gibt es in zehn Jahren überhaupt noch Jobs?“, fragt sie und möchte außerdem wissen, wo Ikea konkret sonst noch bauen könnte im Land. Momentan nirgends, so Rüdisser, andere Gemeinden müssten nämlich erst eine Widmung ändern. Kritik wurde auch an den Arbeitsplätzen bei Ikea speziell und im Handel ingesamt geübt. Dagegen wehrte sich Rüdisser: „Die 16.000 Menschen, die im Handel tätig sind, leisten sehr gute Arbeit.“

Vom Stammtisch in Lustenau berichten: Andreas Scalet, Chiara Corona, Lisa Mersin

<p class="caption">Birgit Hupfauf-Hämmerle machte auf den Wandel im Handel aufmerksam: „Ist das wirklich nachhaltig?“ </p>

Birgit Hupfauf-Hämmerle machte auf den Wandel im Handel aufmerksam: „Ist das wirklich nachhaltig?“ 

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