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Vorarlberger, über die man spricht. Barbara Niederer-Bauer (41)

“Stehe im puren Leben”

Dr. Barbara Niederer-Bauer hat für ihre Patientinnen ein Buch herausgebracht. „Da hängt mein Herzblut dran.“ Foto: Paulitsch

Dr. Barbara Niederer-Bauer hat für ihre Patientinnen ein Buch herausgebracht. „Da hängt mein Herzblut dran.“ Foto: Paulitsch

Frauenärztin brachte Patientenschicksale zu Papier. Das Buch liegt ab 15. Dezember in ihrer Praxis auf.

Dornbirn. (VN-kum) Bereits mit vier Jahren wusste Barbara Niederer-Bauer (41), dass sie Ärztin werden will. „Ich habe Strichmännchen mit Spritzen in der Hand gezeichnet.“ Auch später blieb dieser Wunsch präsent. Als sie vor zehn Jahren ihre gynäkologische Praxis eröffnete, wusste sie nicht, was auf sie zukommt. Aber ihr war klar, dass sie mit vielen Schicksalen konfrontiert sein wird. Heute, zehn Jahre später, sagt sie voller Inbrunst: „Ich habe einen Traumberuf, denn als Arzt stehe ich im puren Leben. Bei mir geht es Tag und Nacht um Menschen. Mich interessieren ihre Tränen und ihre Freuden.“

Schicksal ging ihr ans Herz

Es gab in der Vergangenheit Momente, da haderte sie mit ihrem Beruf: Wenn sie in der Nacht nicht schlafen konnte und sich Gedanken machte, zum Beispiel über das herzkranke Baby einer Patientin. Heute ärgert sie sich nicht mehr darüber, dass sie nicht abschalten kann. Heute ist sie dankbar dafür, dass das Leben der anderen ein Stück weit zu ihrem Leben wird und dass sie einen helfenden Beruf ausüben darf. Er erinnert sie immer wieder daran, wie wertvoll das Leben ist.

Die Dornbirnerin hat sich angewöhnt, sich Belastendes von der Seele zu schreiben. So verarbeitet sie das, was ihr als Ärztin im Alltag begegnet. Auch das Schicksal von Julia hielt sie fest, weil es ihr so ans Herz ging. Julias ungeborenes Baby starb drei Tage vor dem Geburtstermin. Beim Notkaiserschnitt wäre sie fast verblutet. Barbara besuchte Julia im Spital und tröstete sie.

Es war Julia, die die Frauenärztin zu dem Buch inspirierte. Sie kam Wochen später mit einem Strauß Rosen in die Praxis und meinte zu Barbara: „Bring deine Aufzeichnungen als Buch he­raus, damit deine Patientinnen erkennen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind.“ Im Buch der Gynäkologin kommen auch Patientinnen zu Wort. Sie erzählen in „Juli-Rosen“ ihre Geschichten, von denen nicht alle ein Happy End haben. Die Ärztin selbst berichtet über die bewegendsten Begegnungen in ihrer Praxis. Eine treibt einem sogar die Tränen in die Augen, so erschütternd ist sie. Noch Stunden später geht einem das Schicksal dieser Patientin nicht aus dem Kopf. Die junge Frau, nennen wir sie Mara, ist in die Praxis gekommen, weil sie schwanger war, von ihrem „Onkel“. Der war der Freund von Maras Mutter, die an einer Überdosis Heroin starb. Da war Mara sechs Jahre alt. Der „Onkel“ bekam das Sorgerecht. Die Übergriffe hatten begonnen, als Mara zarte vier Jahre alt war. Das Mädchen schlief unter der Couch, weil es dort wenigstens in den Nächten sicher war. Mara verrät Barbara, dass sie sterben will. Am nächsten Tag kommt sie wieder. Der Embryo ist in der Nacht abgegangen. Bevor sie geht, sagt Mara zur Ärztin: „In meinen Träumen bin ich die Siegerin, immer.“    

Zur Person

Dr. Barbara Niederer-Bauer

hat ihre bewegendsten Fälle in ein Buch verpackt. Es kostet 15 Euro. Der Erlös kommt einer Patientin zugute, die zwei behinderte Kinder hat.

Geboren: 27. Mai 1975

Ausbildung: Gynäkologin

Hobby: mit dem Hund spazieren

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