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Disput um homöopathische Mittel

von Marlies Mohr
In Österreich genießt die Homöopathie in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. An der Wirksamkeit der Mittel scheiden sich aber die Geister.

In Österreich genießt die Homöopathie in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. An der Wirksamkeit der Mittel scheiden sich aber die Geister.

In Einzelfällen erstattet die GKK auch dafür die Kosten. Kritik kommt von den Neos.

Dornbirn. „Es besteht kein generelles Nein zur Alternativmedizin, weil es Therapien gibt, deren Nutzen bewiesen ist.“ Mit dieser Feststellung kontert Manfred Brunner, der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), einer Kritik von Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker an der Kostenübernahme von homöopathischen Mitteln. „Bei einem Wirkungsnachweis hat die Gebietskrankenkasse den Auftrag, auch Homöopathika auf der Liste der nichterstattungsfähigen Arzneimittel zu führen“, ergänzt Chefarzt Günter Winkler. Dennoch könne die Kasse bei besonders begründeten medizinischen Gegebenheiten die Kosten dafür übernehmen.

Ausnahmeregelung

Präparate mit einem Nettopreis von maximal 9,95 Euro sind von der vertrauensärztlichen Bewilligungspflicht allerdings ausgenommen. Dies wurde mit der Ärztekammer abgesprochen, um den mit Einzelfallbewilligungen, und um solche handle es sich, verbundenen administrativen Aufwand in vertretbaren Grenzen zu halten. An der österreichweit einheitlichen Leistungspflicht ändere die Vereinbarung absolut nichts. Abgesehen davon sind die meisten homöopathischen Mittel laut Winkler sogar billiger als die Rezeptgebühr, die aktuell 5,70 Euro beträgt.

Im Ermessen des Arztes

In Österreich dürfen homöopathische Mittel nur von Ärzten auf Rezept verordnet werden. „Es liegt also im Ermessen des behandelnden Arztes, ob er Homöopathika verschreibt oder nicht“, erklärt Günter Winkler. Wobei die Anamnese, also das Patientengespräch, das Aufwendigste sei. Wenn, dann würden vornehmlich Wahlärzte homöopathische Mittel verordnen. Kassenärzte können lediglich die Ordination abrechnen.

Prüfung gefordert

Gerald Loacker findet es „kurios, dass die Krankenkasse für Produkte zahlt, deren Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist“. Mit der Kostenübernahme signalisiere sie den Patienten, es würde sich um gleichwertige Alternativen zu Medikamenten handeln, führt er seine Kritik weiter aus. Loacker fordert: „Die Versicherten sollten bei allen 35 Krankenversicherungsträgern gleiche Leistungen erhalten. Es sollte nicht jeder Krankenversicherungsträger eigene Sonderlösungen basteln.“

Zu diesem Thema hat er nun auch noch eine parlamentarische Anfrage eingebracht und sorgt damit wohl wieder einmal für Beschäftigung. Denn unter anderem will Loacker die Aufwendungen für homöopathische Mittel aller Kassen aufgelistet haben. Eine Vergütung sei nicht nur fragwürdig, sondern bedürfe in Umfang und Ausmaß einer genauen Prüfung. Das Gesetz sieht vor, dass die Krankenbehandlung zweckmäßig sein muss und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten darf. Homöopathika überschreiten seiner Ansicht nach das Maß des Notwendigen.

Es besteht in der Vorarlberger Gebietskrankenkasse kein generelles Nein zur Alternativmedizin.

Manfred Brunner
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