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Letztes Aufbäumen gegen den Villenabriss

von Geraldine Reiner
Die Aufnahme zeigt den Industriellen Karl Höll und Architekt Georg Baumeister um 1905 vor der Villa Freudeck (rechts im Bild).

Die Aufnahme zeigt den Industriellen Karl Höll und Architekt Georg Baumeister um 1905 vor der Villa Freudeck (rechts im Bild).

Initiative schaltet in der Causa Freudeck Landesvolksanwalt ein und fordert Baustopp.

Bregenz. (VN-ger) Es dauert wohl nicht mehr lange, dann fahren die Bagger bei der Villa Freudeck am Bregenzer Ölrain auf: Bürgermeister Markus Linhart hat den Abbruchbescheid vor knapp drei Wochen unterschrieben. „Das habe ich zu tun, wenn die Rechtslage eindeutig ist“, betont er gegenüber den VN. Anders sieht das die Initiative zur Erhaltung der geschichtsträchtigen Villa. Linhart stütze sich als Baubehörde auf Gutachten, „die in weiten Teilen als unsachlich, interpretativ und sogar fehlerhaft einzustufen sind“, verweisen der frühere Landesvolksanwalt Felix Dünser, sein Bruder Robert Dünser sowie Barbara und Christian Tuerr in einer Aussendung auf die ihnen mittlerweile vorliegenden Unterlagen. „Die beiden Gutachten der dienstrechtlich dem Bürgermeister unterstellten Stadtbediensteten“ stehen ihrer Meinung nach nicht nur in einem deutlichen Widerspruch zum Gutachten der Landesregierung. Sie erweckten „auch aufgrund des Zeitpunktes ihrer Erstellung den Eindruck, dass diese lediglich zur nachträglichen Rechtfertigung der vorher schon verkündeten und von uns kritisierten Zustimmung zum Abriss in Auftrag gegeben wurden“.

„Unglaubliche Vorwürfe“

Die Mitglieder der Initiative haben sich mit dem Ersuchen um Prüfung der Angelegenheit bereits an den Landesvolksanwalt gewandt. Außerdem fordern sie einen Abriss-Stopp, ein unabhängiges Gutachten sowie die Berücksichtigung der Stellungnahme der Bundesdenkmalamtchefin und anderer Experten. Linhart selbst bezeichnet die Vorwürfe „als unglaublich und vollkommen inhaltsleer“. Das Verfahren sei sauberst abgewickelt worden. „Dass Nachbarn mit einem neuen Projekt keine Freude habe, dafür habe ich persönliches Verständnis. Das ändert aber nichts daran, dass auch der Grundeigentümer Rechte hat“, meint er. Verwundert zeigt sich der Stadtchef nicht zuletzt darüber, dass sich der ehemalige Landesvolksanwalt an den Landesvolksanwalt wendet. „Wenn er der Meinung ist, dass die Baubehörde nicht richtig gehandelt hat, wäre nach meinem Kenntnisstand die BH zuständig.“

<p class="caption">Die Firma Hinteregger will in der Blumenstraße 3 anstelle der Villa eine Wohnanlage errichten.</p>

Die Firma Hinteregger will in der Blumenstraße 3 anstelle der Villa eine Wohnanlage errichten.

Die Gutachten sind unsachlich, interpretativ und fehlerhaft.

Felix Dünser
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