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„Mischung ist wichtig“

So könnte die westliche Dornbirner Innenstadt in Zukunft aussehen: Entwurf für die Zentrumsgestaltung.  Foto: Dornbirn

So könnte die westliche Dornbirner Innenstadt in Zukunft aussehen: Entwurf für die Zentrumsgestaltung. Foto: Dornbirn

„Die Zukunft der Stadt liegt im Zentrum“, sagt der prominente Raumplaner Reinhard Seiß.

Dornbirn. (VN-sca) „Innenstadt Dornbirn“ nennt sich die Initiative aus Kaufleuten, Hausbesitzern und Einwohnern, die der Dornbirner Innenstadt einen entscheidenden Impuls in Richtung Zukunft geben wollen. Neben einer Online-Umfrage, an der bislang über 400 Personen teilgenommen haben, fand nun auch die Auftaktveranstaltung der Initiative statt, an der rund 100 Personen teilgenommen haben.

Argumente und Beispiele

Der studierte Raumplaner Reinhard Seiß hielt im kleinen Saal des Kulturhauses Dornbirn ein Plädoyer für die Innenstädte, und er untermauerte seine Argumente mit Beispielen, wie sich eine verfehlte Raumplanung auf Ortskerne und Innenstädte auswirken kann. Dass sich in Dornbirn eine Initiative gebildet habe, sieht er als gutes Zeichen, denn „man muss früh genug etwas tun, um die Attraktivität einer Innenstadt zu erhalten“, ist der Raumplaner überzeugt, der mit seinem Buch „Wer baut Wien?“ nicht nur in Fachkreisen Aufsehen erregte und der als freier Planer und Berater und Fachautor tätig ist. Trotzdem – es sei höchste Zeit, aktiv zu werden, um die in der CIMA-Studie zur Kaufkraft und zu den Kaufkraftströmen im Land attestierte hohe Attraktivität Dornbirns auch weiterhin zu erhalten, so der Fachmann im Gespräch mit den VN. Und dabei genüge es nicht, den einen oder anderen Feinkostladen anzusiedeln, stellt er gleich in Richtung Politik klar.

Es brauche Konzepte statt mündlicher Bekenntnisse. Und wer daran denke, dass eine Innenstadt als Wohnquartier auch ohne Geschäfte funktioniere, der irre. „Wenn wir nachhaltig ansiedeln wollen, dann ist die Durchmischung wichtig; auch die Unabhängigkeit vom Auto in der Stadt oder im Ortszentrum ist ein Parameter“, so Seiß. Als Negativbeispiele nennt er Wels und Wiener Neustadt, die wegen großer Einkaufszentren „faktisch tot“ seien. Man habe dort erst Maßnahmen getroffen, als es zu spät war. Aber in Oberösterreich habe die Raumplanung auch keinen entsprechenden Stellenwert, stellt Seiß fest.

Gute Voraussetzungen

In Vorarlberg sieht er gute Voraussetzungen für eine geordnete Raumplanung im Sinne belebter Ortszentren. Wie in den Bundesländern Salzburg und Tirol gehe man hier mit Grund und Boden verantwortungsvoll um, auch aus dem Sachzwang heraus, dass die wertvolle Ressource Boden enden wollend sei. Und obwohl Oberösterreicher, verweist er auf das Vorbild, das sonst Vorarlberger immer zitieren. „In der Schweiz wurden Maßnahmen gesetzt, die die Ortszentren wieder beleben.“ Gemeint hat er dabei nicht die Gemeinden jenseits des Rheins, denn dort war in den letzten Jahren – auch dank der Einkaufsfahrten nach Vorarlberg – ein regelrechtes Nahversorgersterben zu beklagen. Konkret sprach er damit aber die Aktivitäten der Stadt Zürich an, die ihre Quartiere neu belebt, etwa alte Fabrikgebäude als Einkaufs- und Kulturzentren nützt und Bedingungen geschaffen hat, die auch kleineren Geschäften und Betrieben die Ansiedlung in der Stadt ermöglichen.

Dass es eine solche Initiative gibt, ist ein gutes Zeichen.

Reinhard Seiß

Wünsche an Dornbirn

Die Initiative „Innenstadt Dornbirn“ hat die Bürger aufgefordert, ihre Wünsche kundzutun. 440 Dornbirner nutzten bislang diese Möglichkeit.
Hier die wichtigsten Anliegen:

» Branchenmix (49 Stimmen)

» Zusätzliche Handelsflächen in der Innenstadt (44)

» Ausbau Fahrradinfrastruktur (43)

» Ambiente, Gesamteindruck (43)

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