IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Wieso Angst immer ein schlechter Ratgeber ist

von Hanna Reiner
Schoellerbank Vorarlberg-Standortleiter Peter Scherbaum, Robert Karas, Christian Fegg (v.l.).  VN/Hofmeister

Schoellerbank Vorarlberg-Standortleiter Peter Scherbaum, Robert Karas, Christian Fegg (v.l.).  VN/Hofmeister

Schoellerbank-Experten über US-Wahl und Qualitätsaktien, die immer Saison haben.

Schwarzach. In wenigen Tagen wird in den USA eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt. Viele sehen im Wahlausgang eine entscheidende Auswirkung für die Aktienmärkte. Die Wahl beschäftigt zwar auch die beiden Experten der Schoellerbank, Invest-Vorstandsmitglied Christian Fegg und Robert Karas, Leiter des Asset Managements, letztlich könne aber niemand sagen, was genau passiere. An der Börse gebe es keine einfachen Antworten. „Ein Sieg von Hillary Clinton wäre in den Märkten bereits eingepreist, bei einem Trump-Sieg gäbe es wahrscheinlich anfangs negative Tendenzen, weil der Aktienmarkt Unsicherheiten hasst. Ein Sieg von Donald Trump wäre wahrscheinlich der Tod für den Weltklimavertrag von Paris, seine unternehmerfreundliche Politik könnte aber wiederum positiv für die Märkte sein“, so Karas und Fegg über mögliche Szenarien. Auf einen Sieg eines Kandidaten zu spekulieren, sei aber generell keine gute Idee für Anleger.

Die Brexit-Entscheidung haben die Aktienmärkte überraschend schnell hinter sich gelassen. Nun hänge aber alles davon ab, ob Großbritannien ein Land des Freihandels bleibe oder nicht. Generell gebe es viele international tätige Unternehmen, deren Wert unverändert sei. Zwar hätte das Votum gerade Immobilienentwickler und Finanzinstitute getroffen, der Finanzplatz London habe aber an Bedeutung nicht verloren. „Auch dort geht am Ende des Tages die Welt nicht unter“, so die Aktienexperten. Schließlich würden sich die EU und Großbritannien letztlich brauchen.

Kein Grund zu verkaufen

Bei der Schoellerbank liegen bislang übrigens alle Varianten der Vermögensverwaltung im Plus. Und das in einem überaus herausfordernden Umfeld. Gab es 2015 an den Börsen einen Boom, musste man bis Jahresende die Gewinne wieder abgeben. Heuer herrschte zu Jahresbeginn Pessimismus vor. „Die Kunst ist es, ruhig zu bleiben. Viele haben in den schwierigen Zeiten verkauft und leiden heute noch“, erklärt Karas. Wenn man in Aktien investiert, deren Preis und Qualität in Ordnung sind, gebe es keinen Grund rauszugehen. Oder wie es Star-Investor Warren Buffett formuliert hat: „Eine Aktie, die man nicht zehn Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht zehn Minuten besitzen.“ Und so ist die Schoellerbank bei Aktien seit 2012 stark übergewichtet. Gesunde Kapital­anlage bedeutet für Karas und Fegg auch, dass man nicht spekuliert und auch nicht jedem Trend nachlaufe. So wie beispielsweise Schiffsfonds, die viele Anleger spannend fanden, aber am Ende schwer unter Wasser gerieten.

Erstaunt sind die Experten aber dennoch immer wieder darüber, was so alles an Anlagetipps beworben werde. Spätestens bei einem Renditeversprechen von acht Prozent müsste man dann doch skeptisch werden. Vorsicht ist also geboten, wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein. „Wir fahren Auto mit Sicht auf die Kurven, damit wir die Gefahren sehen, wenn sie in die Nähe kommen“, sagen die beiden Anlagespezialisten, die zwar auch keine Glaskugel haben, sie setzen auf die Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens. Hat eine Firma ein gutes Geschäftsmodell mit langfristig verteidigbaren Wettbewerbsvorteilen, eine solide Bilanz und ein gutes Management wird es langfristig den Wert steigern. Und in Folge bekommt das auch der Aktienkurs zu spüren.

Keine europäische Bank

Sie haben keine einzige europäische Bank im Portfolio. Diese stünden zu massiv unter Druck. Zwar könnte einem der Preis der Deutschen Bank günstig vorkommen, aber es gebe einen großen Unterschied zwischen Preis und Wert. Das Risiko dabei sei nicht die Schwankung, sondern der permanente Kursverlust. Neu zugekauft wurden indes Aktien von Paypal und der Deutschen Post/DHL Group. Letztere auch weil sie stark mit Amazon wachsen. „Dass Amazon selbst in die Logistik einsteigt und es besser macht, ist sehr schwer, weil DHL bereits sehr effizient arbeitet.“

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.