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Eine Stau-Prämie und mehr Alltagsradwege

Mit Anreizen sollen Autofahrer zum Wechsel auf Öffis und Rad animiert werden. Foto: VN/Steurer

Mit Anreizen sollen Autofahrer zum Wechsel auf Öffis und Rad animiert werden. Foto: VN/Steurer

Die tägliche Rushhour sorgt bei Autofahrern nicht nur für Ärger, sie kostet auch Geld.

Hard. (VN-sca) Die Antenne-Vorarlberg-Verkehrszentrale könnte täglich ein Tonband abspielen: „Stau beim Kreisverkehr Dornbirn-Nord, 15 Minuten Verzögerung auf der B 190 von Frastanz in Richtung Feldkirch“. Der Individualverkehr verstopft trotz aller alternativer Angebote zu den Stoßzeiten nach wie vor die Straßen, die neu­ralgischen Punkte sind kurz vor dem Kollaps, wie es Mobilitätsfachmann Martin Reis vom Energieinstitut formuliert. Außerdem verursachen die Stehzeiten jährlich Kosten in Millionenhöhe. Trotz des Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel pendeln nach wie vor zahlreiche Vorarlberger mit dem Auto zum Arbeitsplatz. Bei einer Veranstaltung zur „nachhaltigen Pendlermobilität“ im Harder „Spannrahmen“ holten sich Politiker und Verkehrsplaner am Mittwoch Anregungen aus den Niederlanden, wie die Staus verringert werden können, ohne gleich neue Straßen zu bauen.

Unternehmen als Partner

Ein wichtiger Partner, so Franz Burmeister, stellvertretender Direktor des Programmes zur besseren Nutzung von Verkehrsinfrastrukturen in den Niederlanden, sind die Unternehmen. „Wir überzeugten die CEOs davon, dass es ökonomisch interessant ist, wenn die Mitarbeiter umsteigen“, etwa weil sie riesige Parkplätze sparen und die Mitarbeiter pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen, aber auch um „den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens zu verbessern“, so Burmeister. Auch in Vorarlberg und Liechtenstein beteiligen sich bereits 19 Unternehmen an einem ähnlichen Programm. Der Umstieg sollte sich aber auch für die Autofahrer lohnen. So wurden Automobilisten via Verkehrskameras identifiziert und ihnen ein Angebot gemacht. Für jeden Weg in die Arbeit, den sie nicht mit dem Auto zurückgelegt haben, erhielten sie während drei Monaten zwei Euro. Nach dieser Zeit, so der Experte, sind die meisten umgewöhnt. Rund 70 Prozent verzichteten auch danach auf das Auto.

Gestaffelter Arbeitsbeginn

Zum Programm der Niederländer zählen weitere Maßnahmen: Die Entlastung der Hauptverkehrswege über Alternativrouten, Rad-Autobahnen, Smartphone-Apps mit Bonusprogramm, Fahrgemeinschaften und gestaffelter Arbeitsbeginn. Burmeister ist genauso wie Verkehrslandesrat Johannes Rauch überzeugt, dass vieles in Vorarlberg umsetzbar ist (und teilweise schon umgesetzt wird). Rauch setzt zur Vermeidung eines Verkehrsinfarktes auf den Ausbau der Alltagsradwege. Telematik-Maßnahmen auf der Autobahn sollen den Verkehrsfluss steuern, und mit Apps will man das Service für die Verkehrsteilnehmer verbessern. Und eines will Rauch außerdem erreichen: Dass die Schulen gestaffelt beginnen und so der Verkehr am Morgen entzerrt wird. In den Niederlanden wird die Aktion „Better benuten“ übrigens flächendeckend umgesetzt und die Staus damit um 19 Prozent reduziert. Darauf will Rauch nicht hoffen. „Wir suchen Lösungen, die wir im Land umsetzen können.“

Sinnlos, dass der Unterricht überall gleichzeitig beginnt.

LR Johannes Rauch
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