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Interview. Axel Milberg (60) und Maria Furtwängler (50)

Tatort feiert Jubiläum

Furtwängler und Milberg gehören zu den beliebtesten TV-Kommissaren.

Furtwängler und Milberg gehören zu den beliebtesten TV-Kommissaren.

Im 1000. Fall ermitteln die Kommissare Lindholm aus Hannover und Borowski aus Kiel erstmals gemeinsam.

HAmburg. (dpa) Die Jubiläums-Episode heißt wie die allererste von 1970: „Taxi nach Leipzig“. Im Auto erleben Maria Furtwängler und Axel Milberg morgen, Sonntag, ab 20.15 Uhr einen Höllentrip. Privat treffen beide längst oft zusammen.

Erinnern Sie sich, wann Sie die legendäre Folge eins erstmals gesehen haben? Und spielt die „Tatort“-Tradition für Sie beide überhaupt eine Rolle?

Furtwängler: Das Tolle am „Tatort“ ist für mich die Mischung aus Tradition und Aufbruch. Es gibt kein Format, dass experimentierfreudiger wäre. Ich hab’ den ersten „Tatort“ irgendwann mal gesehen, aber mehr als eine einzelne Folge bewundere ich das Gesamtkunstwerk „Tatort“. Deswegen bin ich, als ich damals vom NDR angesprochen wurde, schier in Ohnmacht gefallen vor Glück.

Milberg: Ich erinnere mich gar nicht an die Folge Nummer eins. Bei der Erstausstrahlung war ich wohl erst vierzehn Jahre alt. Durchaus erinnere ich mich aber an Kommissar Trimmel, den ja Walter Richter spielte. Und an Hans-Jörg Felmy als Haferkamp. Schimanski kam mir erst zu laut, krachig und wuschelig daher, da fühlte ich mich bedrängt – bis ich auch ihn schätzen lernte. Ich sehe keine direkte Ähnlichkeit zu diesen Ermittlern, zu lange her.

Was den aktuellen Film betrifft: Können Sie sich vorstellen, persönlich so mutig wie Ihre Rollenfiguren zu reagieren?

Furtwängler: Ja, ich könnte mir zumindest vorstellen, dass es in mir ähnliche anfängliche Panik auslösen würde, und auf dieser Vorstellung konnte ich für meine Darstellung aufbauen. Ich glaube, dass uns nichts verzweifelter und wütender macht als Hilflosigkeit.

Milberg: Ich war mal in einer ähnlichen Situation und habe mich der durch Flucht entzogen. Ich spürte, ich muss hier weg, ich darf an dem Ort nicht bleiben, ich muss Öffentlichkeit herstellen. Der Gegner war bewaffnet. Nachts auf dem Lande. Das zeigt mir, dass ich nicht in Passivität verharre.

Sie, Frau Furtwängler, und Ihre Frau Judith, Herr Milberg, sind seit 20 Jahren eng befreundet. Ist im Rahmen dessen vielleicht die Idee aufgekommen, dass Sie mal gemeinsam im „Tatort“ ermitteln?

Furtwängler: Judith und ich? Nein, im Ernst, derlei Entscheidungen lasse ich sehr gern die Redaktion treffen.

Milberg: Nein, überhaupt nicht. Es hatte allerdings schon früher vonseiten der Sender vier oder fünf Ideen gegeben, was wir zusammen hätten spielen können. Was mit „Tatort“ gar nichts zu tun hatte, wir waren damals noch keine Ermittler.

Kürzlich geisterte durch die Medien eine Liste der Gagen der „Tatort“-Ermittler, die von Ihnen, Frau Furtwängler, mit 220.000 Euro pro Film angeführt wird. Sie, Herr Milberg, sollen 115.000 Euro bekommen. Mögen Sie die Summen bestätigen – und warum eigentlich wird so ein Geheimnis um Schauspieler-Honorare gemacht?

Furtwängler: Es gibt einige Dinge, über die ich grundsätzlich nicht spreche. Da gehört Gage dazu. Ich meine aber, dass Journalisten, die über Geld schreiben, sorgfältig recherchieren sollten. Und hier muss ich ganz klar sagen: Das haben die überhaupt nicht gemacht. Im Übrigen gibt es bei uns im Lande die Tradition, dass Schauspieler über ihre Gagen nicht sprechen.

Milberg: Was die Summe betrifft – schön wär’s. Wie immer schlecht recherchiert. Warum sonst dieses Geheimnis gemacht wird, weiß ich auch nicht, es verhandeln ja immer unsere Agenturen mit den Sendern. Und solange ich nicht amerikanischer Präsident werden will, der seine Einkünfte offenlegen muss, ist mir das auch egal.

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