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Kommentar

Arnulf Häfele

Donalds Zwilling

Auffallend ist es schon. Bei den Präsidentenwahlen in Amerika und in Österreich treten Kandidaten aus der rechten Ecke an, die in ihrem politischen Verhalten und in etlichen Äußerungen frappierende Gemeinsamkeiten aufweisen.

Und das, obwohl ein großer Teich dazwischen liegt. In der amerikanischen Presse sieht man in Donald Trump und Norbert Hofer geradezu politische Zwillinge. Ein österreichisches Nachrichtenmagazin bezeichnete den Hofburg-Kandidaten Hofer als „Trump der Alpen“. Vor einigen Monaten empfand man bei den alpenländischen Blauen den Vergleich des kleinen Hofer mit dem großen republikanischen Zwillingsbruder in Amerika noch als ehrenwert und höchst werbewirksam.

 

Die augenfälligste Gemeinsamkeit von Donald Trump und Norbert Hofer ist wohl, dass beide Waffen lieben und ihren Revolver auch öfter mit sich tragen. Die gemeinsamen Charakterzüge sind aber nicht auf Irdisches beschränkt. In Amerika ist es unumgänglich, bei einer Kandidatur die Religion und den ständigen Kontakt mit Gott wie ein Schild vor sich her zu tragen. In Österreich ist das politische Verwenden von Gottes Namen eher eine ungewohnte peinliche Entgleisung. Donald Trump hat im Wahlkampf versichert, er sei Christ. Viele Christen glaubten das nicht. Trump hatte nämlich Bibelverse zitiert, die es nicht gibt. Nun hat auch Norbert Hofer noch Gott auf seinen Wahlplakaten verewigt. Die Vereinnahmung Gottes im Wahlkampf ist hüben wie drüben gleich unglaubwürdig.

 

In Österreich hat Norbert Hofer schon vor dem ersten Wahlgang für das Amt des Bundespräsidenten von möglichen Manipulationen bei der Wahl gesprochen. Der Republikaner Trump hat jetzt auch von Wahlbetrug für den Fall seiner Wahlniederlage gesprochen. „Fast scheint es, als hätte sich der republikanische US-Kandidat Donald Trump seine Taktik von FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer abgeschaut“, hieß es dazu in der Inlandspresse.

 

Im Gleichklang begrüßten Donald und Norbert auch das Ergebnis des britischen Brexit-Referendums. Der Austritt der Menschen in Großbritannien aus der EU sei fantastisch. Die Briten hätten ihr Land wieder für sich zurückgewonnen, meinte Trump. Hofer verlangte von der EU Reformen innerhalb eines Jahres. Wenn das nicht geschehe, „dann müssten wir die Österreicher fragen, ob sie hier noch Mitglied sein wollen“. Seit der Wert des englischen Pfunds in der kurzen Zeit seit dem Brexit schon um 15 Prozent eingebrochen ist, ist Hofer bei seinem Öxit kleinlaut geworden.

 

Donald Trump ist in letzter Zeit vor allem auch durch sexistische Videos in den Umfragen abgestürzt. Man ist bei den Blauen auf den amerikanischen Zwilling nicht mehr so stolz. Er wird in ein paar Tagen eine kräftige Wahlniederlage einfahren. Kurz danach wird das auch Folgen für den „Trump der Alpen“ haben. So wahr uns Gott helfe!

arnulf.haefele@vorarlbergernachrichten.at
Arnulf Häfele ist Historiker und Jurist.
Er war langjähriges Mitglied des Vorarlberger Landtags.

In Amerika sieht man in Donald Trump und Norbert Hofer politische Zwillinge.

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