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“Wollen Zentralisierung in der Bildung nicht”

Bildungsministerin Hammerschmid erwartet sich Einblicke in die genaue Verwendung der Landeslehrer.   Foto: APA

Bildungsministerin Hammerschmid erwartet sich Einblicke in die genaue Verwendung der Landeslehrer.   Foto: APA

Landesrätin gegen neue Bildungsdirektionen. Bund plane übermäßigen Einfluss.

Wien. Eine grundlegende Änderung wird bei der Schulverwaltung ausbleiben. Die Landesschulräte werden zwar abgeschafft und durch Bildungsdirektionen ersetzt. Diese ähneln aber stark den bisherigen Verwaltungsbehörden. Die Länder reagierten skeptisch bis ablehnend. 

Der Gesetzesentwurf sieht grundsätzlich vor, dass der Bund mehr Einblick erhält, die Verwaltung praktikabler wird und eine gewisse Entpolitisierung einkehrt. Die komplizierten Strukturen bleiben hingegen erhalten. Das wurde schon vor einem Jahr nach langen Verhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ bzw. Bund und Ländern festgelegt. So wird es weiterhin Bundeslehrer sowie Landeslehrer mit unterschiedlichen Dienstgebern und Dienstrechten geben. Derzeit werden die Bundeslehrer von den Landesschulräten verwaltet, die Landeslehrer dagegen grundsätzlich von Einrichtungen in den Ländern. In Wien, Nieder- und Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark sind die Landesschulräte allerdings gleichzeitig für die Verwaltung der Landeslehrer zuständig. Und genau diese Konstruktion soll es künftig in allen Bundesländern geben, eben nur unter dem Namen Bildungsdirektionen. Diese sollen als „gemeinsame Bund-Land-Behörden“ neben der Personalverwaltung vor allem die gesamte, bisher nach Schulform getrennte Schulaufsicht abwickeln. Optional können die Länder den Bildungsdirektionen auch die Verwaltung und Aufsicht der Kindergärten übertragen.

Das Bildungsressort erwartet sich dadurch Einblicke in die genaue Verwendung der Landeslehrer. Derzeit zahlt der Bund zwar deren Gehalt, weiß aber nicht genau, wie viele Stunden sie welches Fach unterrichten. Streit zwischen Bund und Ländern gibt es auch noch um die Stellung der Landeshauptleute bzw. der Bildungsdirektoren. Bei Letzteren will der Bund mitreden. Das Bildungsministerium möchte den Bildungsdirektor nämlich auf Vorschlag des Landeshauptmanns selbst bestellen. Bisher war das dem Landeschef vorbehalten.

Nur die Bundesländer Wien und Kärnten sind von den Plänen angetan. In Vorarlberg kritisiert Bildungslandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) das Papier der Bildungsministerin als „nicht akzeptable Zentralisierung der Bildung“. So wie der Gesetzesentwurf derzeit ausgestaltet sei, könne man nicht von einer Bund-Länder-Behörde ausgehen. Im Gegenteil sei der Bundeseinfluss übermächtig.

Herkunft beeinflusst Bildungserfolg

Wien. Österreich steht laut EU-Kommission im Bildungsbereich relativ gut da: Der Anteil an Schulabbrechern ist im EU-Vergleich gering, das Berufsbildungssystem eines der besten in der Union und die Beteiligung an Weiterbildung vergleichsweise hoch. Der in Wien präsentierte Bildungsbarometer sieht allerdings auch Schwächen: In Österreich hänge etwa der Bildungserfolg zu stark von der Herkunft ab. Wer reich ist, wessen Eltern gute Bildung haben, habe bessere Chancen auf Bildungserfolg. Dieser Einfluss sei in Österreich relativ hoch. Das zeige sich etwa bei der geringen Schulabbrecherquote (sieben Prozent gegenüber elf Prozent im EU-Schnitt): Während nur 5,5 Prozent der im Inland Geborenen frühe Schul- und Ausbildungsabbrecher sind, fallen 19 Prozent der im Ausland geborenen Jugendlichen in diese Kategorie.

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