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Kubas Abschied vom “Máximo Lider”

Fidel Castro hat die sozialistische Karibikinsel 47 Jahre lang reagiert. 2006 zog er sich aus der Politik zurück. Foto: AFP

Fidel Castro hat die sozialistische Karibikinsel 47 Jahre lang reagiert. 2006 zog er sich aus der Politik zurück. Foto: AFP

Revolutionsführer Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

havanna. (VN-mip, ram) Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro ist tot. Der Revolutionsführer, der die sozialistische Karibikinsel 47 Jahre lang regiert hat, verstarb am Freitagabend (Ortszeit). Castro trotzte während seiner Regierungszeit zehn US-Präsidenten und überlebte zahlreiche Attentatsversuche. Wegen einer schweren Krankheit zog er sich 2006 aus der Politik zurück. Der kubanische Staatsrat ordnete eine neuntägige Staatstrauer an. Die Leiche des „Máximo Lider“ wird verbrannt, seine sterblichen Überreste sollen am kommenden Sonntag auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba beigesetzt werden.

„Für das offizielle Kuba ist der Tod Castros natürlich ein Weltuntergang“, sagt der Hohenemser Johannes Prock (29), der an der Universität von Havanna an seiner Doktorarbeit forscht. Viele offizielle Gebäude und Hotels hätten die Fahnen auf Halbmast gesetzt, in den kubanischen Fernsehsendern würden seit Samstag nur noch Dokumentationen über Castro gesendet. Im Gegensatz dazu gehe für die Menschen das Leben aber „relativ normal“ weiter, schildert Prock. Die Stimmung sei zwar etwas gedämpfter. „Doch viele Kubaner, die ich kenne, haben die Revolution gar nicht mehr miterlebt. Sie sind mit dem täglichen Leben beschäftigt. Da wird nicht groß getrauert.“

US-Präsident Barack Obama versicherte den Kubanern, dass sie „in den Vereinigten Staaten einen Freund und Partner haben“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Castros Verdienst um Fortschritte in den Bereichen Bildung, Alphabetisierung und Gesundheit. Selbst Papst Franziskus kondolierte. Von einem „brutalen Diktator“ sprach hingegen der zukünftige US-Präsident Donald Trump. Auch der Sprecher der Oppositionsgruppe „Plattform Kuba Demokratie Sofort“, Rigoberto Carceller, sagte: „Man kann wegen des Todes eines Diktators nicht traurig sein, das ist ein großer Moment für Kuba.“ In Miami im US-Staat Florida feierten Exil-Kubaner ausgelassen den Tod des ihnen verhassten Revolutionsführers.

Mit einer kleinen Rebellenarmee hatte Castro Mitte der 1950er-Jahre den Machthaber Fulgencio Batista herausgefordert. Nach dem Sieg der Revolution trieb er Reformen, etwa im Bildungs- und Gesundheitswesen voran. Allerdings war Castro auch ein Diktator, der Oppositionelle unterdrücken und töten ließ.

Nach einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen belegten die USA Kuba mit einem Handelsembargo. Havanna wandte sich daraufhin an die Sowjetunion. Deren Zusammenbruch führte Kuba in den neunziger Jahren in eine schwere Wirtschaftskrise. Der von Raúl Castro eingeleiteten Annäherung an die USA stand Fidel skeptisch gegenüber, ließ seinem Bruder und Nachfolger aber freie Hand.

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