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Rebellen geraten immer mehr in die Defensive

Soldaten der syrischen Armee inspizieren einen eroberten Stadtteil in Ost-Aleppo. Foto: AFP

Soldaten der syrischen Armee inspizieren einen eroberten Stadtteil in Ost-Aleppo. Foto: AFP

Syrische Armee erobert weite Gebiete in Aleppo. Aufständischen droht eine vollständige Niederlage.

damaskus. (VN) In der Schlacht um Aleppo setzt die syrische Armee die Rebellen zunehmend unter Druck. Die Truppen nahmen am Montag nach heftigen Kämpfen und Luftangriffen den kompletten Norden der Rebellengebiete Aleppos ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die staatliche Nachrichtenagentur Sana übereinstimmend meldeten. Damit haben die Regimegegner mehr als ein Drittel des bislang von ihnen kontrollierten Gebietes in der Stadt verloren. „Das ist die schwerste Niederlage der Rebellen, seit sie Aleppo 2012 eingenommen haben“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in Großbritannien stützt sich auf ein breites Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Tausende fliehen

Die Armee und ihre Verbündeten gewannen demnach unter anderem Kontrolle über die Stadtteile Al-Sakhour und Al-Haidariya. Nach russischen Militärangaben nahmen Regimekräfte zwölf Viertel ein. Russland ist Syriens wichtigster Verbündeter und unterstützt die Regierungstruppen mit Angriffen aus der Luft. Aktivisten aus der Stadt berichteten den ganzen Tag über von heftigen Bombardements. Bereits am Samstag waren die syrischen Truppen tief in Aleppos Osten vorgedrungen und hatten den Distrikt Hanano erobert.

Die Lage für die Zivilisten verschlechtert sich zunehmend. Rund 6000 Menschen seien in einen von Kurden beherrschten Stadtteil geflohen, erklärte die Beobachtungsstelle. Etwa 4000 Zivilisten zogen laut den Menschenrechtlern in Stadtteile, die kürzlich vom Regime eingenommen worden waren. Aktivisten der Opposition berichteten, viele Menschen würden auch in andere Rebellengebiete im Südosten Aleppos fliehen.

Den Regimegegnern droht nun in der seit Monaten umkämpften Stadt ein totaler Zusammenbruch. Sollte es der Armee gelingen, ganz Aleppo unter Kontrolle zu bringen, wäre das der größte Erfolg für Präsident Baschar al-Assad seit dem Beginn des Aufstandes gegen seine Herrschaft vor fast sechs Jahren. In diesem Fall hätte die Regierung die Kontrolle über alle großen Städte zurückgewonnen.

Geteilte Stadt

Aleppo ist seit Jahren geteilt. Die Opposition beherrschte bislang einen Großteil des östlichen Stadtgebietes, das seit September von der Außenwelt abgeschnitten ist. In dem Gebiet sollen noch rund 250.000 Menschen leben. Das Regime und seine Verbündeten kontrollieren wiederum die Stadtteile im Westen. Mehrere Versuche, eine dauerhafte Waffenruhe für die Stadt zu erreichen, scheiterten. In den vergangenen Monaten warnten Hilfsorganisationen und westliche Politiker mehrmals vor den katastrophalen Zuständen in den belagerten Rebellengebieten. Es mangelt an sauberem Trinkwasser, Lebensmitteln, Strom und medizinischer Versorgung. Das Internationale Rote Kreuz teilte mit, in den eingekesselten Vierteln würden die Nahrungsmittel zu Neige gehen. Nach heftigen Bombardierungen durch das Regime und Russland sind der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) zufolge zudem acht von neun Krankenhäuser außer Betrieb. Die Hilfsorganisation Weißhelme erklärte Aleppo zu einer „völlig zerstörten Stadt“, in der sich eine humanitäre Katastrophe abspiele. Sie habe mittlerweile fast alle Geräte zur Rettung von Zivilisten verloren.

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