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Trump empört sich über angeblichen Wahlbetrug

Trump attackierte das Clinton-Lager scharf. Foto: AP

Trump attackierte das Clinton-Lager scharf. Foto: AP

Millionen Menschen hätten ihre Stimme illegal abgegeben, glaubt der designierte US-Präsident.

washington. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat knapp drei Wochen nach der Wahl Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abstimmung geäußert. „Millionen Menschen“ hätten am 8. November „illegal“ ihre Stimme abgegeben, erklärte der Republikaner am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. In den von seiner demokratischen Gegnerin Hillary Clinton gewonnenen Bundesstaaten Virginia, New Hampshire und Kalifornien habe es „ernsthaften Wahlbetrug“ gegeben, schrieb Trump weiter. Belege für seine Vorwürfe lieferte er allerdings nicht.

„Recount“ in Wisconsin

Trump reagierte damit auf eine anstehende Neuauszählung in Wisconsin, wo er seine Rivalin Clinton knapp besiegt hatte. Den sogenannten „Recount“ in dem Staat hatte die – bei der Wahl völlig chancenlose – Grünen-Bewerberin Jill Stein beantragt. Sie will auch Neuauszählungen in den Staaten Pennsylvania und Michigan, in denen Trump ebenfalls knapp siegte. Hintergrund der Vorstöße sind Hinweise von Computer-Experten, nach denen die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien.

Das Clinton-Lager hatte am Wochenende mitgeteilt, dass es die Neuauszählungen unterstütze. Zugleich machte es aber klar, dass es keine Änderung des Wahlausgangs erwarte. Eigene Überprüfungen in den vergangenen Wochen hätten keine Unregelmäßigkeiten aufgezeigt. Die US-Bürger wählen ihren Präsidenten nur indirekt. Ausschlaggebend ist ein Gremium von Wahlmännern und -frauen. Jeder Bundesstaat hat je nach seinem Bevölkerungsumfang eine bestimmte Zahl von Vertretern in dieser Gruppe, die entsprechend dem Wahlergebnis in ihrem Staat votieren – nach dem „Winner takes all“-Prinzip. Bei der Wahl waren auf Clinton rund zwei Millionen Stimmen mehr entfallen als auf Trump. Der Republikaner erhielt aber mehr Stimmen im Wahlgremium.

In ersten Reaktionen auf die geplanten Neuauszählungen hatte sich Trump auf Stein konzentriert, schoss sich dann aber in einer ganzen Serie von Tweets am Sonntag zunehmend auf das Clinton-Lager ein. Er habe nicht nur das „Electoral College“ – das Wahlmännergremium – klar gewonnen, sondern darüber hinaus auch die Stimmenmehrheit der Bevölkerung erhalten – „wenn man die Millionen Menschen abzieht, die illegal abgestimmt haben“. Zuvor hatte er die geplanten Neuauszählungen als Zeit- und Geldverschwendung bezeichnet.

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