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Rauer Wind im Hofburg-Finale

von Birgit Entner
Unterstützer von Hofer (r.) und Van der Bellen versammelten sich vor dem ORF-Zentrum in Wien.  FOTOs: APA

Unterstützer von Hofer (r.) und Van der Bellen versammelten sich vor dem ORF-Zentrum in Wien. FOTOs: APA

Hofer und Van der Bellen in der Offensive: Hitzige Debatte vor der Wahl am Sonntag. 

Wien. Eigentlich trennen sie Welten, aber die Unterstützer von Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen hatten am Donnerstagabend mehr gemeinsam, als ihnen lieb ist. Der FPÖ-Kandidat und der ehemalige Chef der Grünen trafen zum letzten TV-Duell vor der Präsidentenstichwahl aufeinander. Nicht nur die Kandidaten bliesen sich im Studio kräftig den Marsch. Schon Stunden vor der Fernsehsendung haben die Wahlhelfer mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Sie haben Mühe, die Wahlkampfsegel vor den starken Böen zu schützen – von den zahlreichen Luftballons finden hingegen viele den Weg in den Himmel. Und noch etwas haben die Fans gemeinsam: Beide Lager warten mit rot-weiß-roten Fahnen gespannt auf ihren Kandidaten.

Das letzte Mal

Zuerst fährt das Auto von Norbert Hofer vor, dem „Präsidenten der Herzen“, wie eine Wahlkämpferin singend wiederholt. „Hofer, Hofer, Hofer“ und „Norbert, Norbert, Norbert“ jubeln die Anhänger und übertönen zeitweise das eigene Wahlkampflied „Immer wieder Österreich“. Kameramänner und Fotografen umringen den blauen Kandidaten, während er durch eine Gruppe von Fans spaziert, bevor er sich zurück ins Auto setzt, das in Richtung ORF-Studio weiterfährt.

Eine Viertelstunde später das gleiche Szenario. Ein Auto. Ein Präsidentschaftskandidat. Nur war es dieses Mal Alexander Van der Bellen. Kaum steigt er aus, laufen seine Fans auf ihn zu. „Mehr denn je, VdB“, rufen sie, während im Hintergrund „One more time“ (Noch ein Mal) von Daft Punk aus den Boxen dröhnte. Endlich ist es so weit. „Das letzte Mal“, wie eine Van-der-Bellen-Wahlkämpferin sagt. Die zwei Hofburg-Bewerber stellen sich nach elf Monaten im Wahlkampf ihrem letzten Duell. Kaum gestartet, ist der raue Wind von draußen im Studio angekommen. Nachdem Hofer und Van der Bellen kurz über Fairness im Wahlkampf philosophieren, wagen sie sich offensiv aus ihrer Ecke. Beide Kandidaten packen altbekannte Vorwürfe aus. Jeweils die andere Seite würde mit unwahren Beschuldigungen den jeweils anderen Kandidaten diffamieren. Beispiele, Bücher und Postings stehen wieder auf dem Programm. Dieser raue Start kennzeichnet den Verlauf der gesamten Debatte. Sowohl Hofer als auch Van der Bellen bleiben ihrer Linie treu. Unsicherheit entstehe durch die falsche Zuwanderungspolitik, sagt Hofer. Van der Bellen bezeichnet die Arbeitslosigkeit als jenes zentrale Thema, das seine Bundespräsidentschaft prägen würde. Hofer wirft ihm vor, den Zivildienst und die Neutralität abschaffen zu wollen. Van der Bellen widerspricht.

Gleich darauf folgt eine hitzige Debatte zur EU. Van der Bellen sei für die Vereinigten Staaten von Europa, sagt Hofer. Hofer sei für den Öxit, kontert Van der Bellen. Der FPÖ-Kandidat widerspricht. Er wolle nur keinen Zentralismus. Der Ex-Grünen-Chef erinnert Hofer an die EU-kritische Haltung der Freiheitlichen. Zum Schluss kommen weitere Dauerbrenner: Van der Bellen würde nur eine proeuropäische Regierung angeloben, Hofer die Regierung entlassen, sollte sie dem Staat Schaden zufügen.

<p class="caption">Das letzte Duell vor dem Wahlgang am Sonntag: die Bundespräsidentenkandidaten Hofer (r.) und Van der Bellen mit Moderatorin Ingrid Thurnher.</p>

Das letzte Duell vor dem Wahlgang am Sonntag: die Bundespräsidentenkandidaten Hofer (r.) und Van der Bellen mit Moderatorin Ingrid Thurnher.

<p class="caption">Das letzte Duell vor dem Wahlgang am Sonntag: die Bundespräsidentenkandidaten Hofer (r.) und Van der Bellen mit Moderatorin Ingrid Thurnher.</p>

Das letzte Duell vor dem Wahlgang am Sonntag: die Bundespräsidentenkandidaten Hofer (r.) und Van der Bellen mit Moderatorin Ingrid Thurnher.

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