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“Trump steht für nichts”

Weiner befindet sich derzeit in Vorarlberg.

Weiner befindet sich derzeit in Vorarlberg.

Der amerikanische Künstler Lawrence Weiner hat sein Kreuz bei Clinton gemacht.

bregenz. Mit Sorge blickt der US-amerikanische Künstler Lawrence Weiner (74) am Wahltag auf sein Heimatland. Abgestimmt hat er schon länger, und zwar für Hillary Clinton. „Wenn Clinton Präsidentin wird, wird sich wahrscheinlich nicht wirklich etwas ändern“, sagt er. „Aber sie weiß, wie das Land funktioniert, und sie hat eine Ahnung davon, wie man mit anderen Staatschefs umgeht. Donald Trump kann das nicht.“ Ihm fehle jegliche politische Substanz, betont der Künstler im VN-Gespräch am Dienstag. Sollte er heute tatsächlich als Wahlsieger hervorgehen, glaubt Weiner, dass die USA in ihrer derzeitigen Form in kürzester Zeit kollabieren würden, sogar gewalttätige Zusammenstöße schließt er nicht aus.

Den Medien gibt Weiner eine Mitschuld am Phänomen Trump: „Wenn er sagen würde, der Himmel ist violett, berichten die Medien kurze Zeit später ebenfalls, dass er violett ist.“ Der Kandidat habe in der Öffentlichkeit haarsträubende Dinge von sich gegeben, wie etwa den indirekten Appell, Waffengewalt einzusetzen. „Er sagte, nutzt den zweiten Verfassungszusatz. Und dieser umschreibt das Recht, Waffen zu tragen“, erklärt der Künstler. Der Republikaner habe im Wahlkampf tun und sagen können, was er wolle. „Da läuft doch etwas falsch mit den Medien. Sie sind nicht mehr unabhängig.“

Weiner glaubt, dass die zunehmende Substanzlosigkeit ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. „Nehmen Sie etwa die Kunstwelt: Da gibt es keine Agenda mehr. An einem Tag wird dieses Werk verkauft, am anderen das nächste. Aber es steht kein tieferer Sinn dahinter.“ Auch die Politik sei nun an einen Punkt gekommen, an dem ein Kandidat einfach eine mediale Vorstellung liefern könne, ohne jegliches Konzept. „Trump steht für gar nichts.“ Obwohl Weiner am heutigen Mittwoch auf einen Wahlsieg Clintons hofft, ist er von einer „Lose-Lose-Situation“ überzeugt. Auch Clinton sei verlogen. Dennoch sei sie im Vergleich zu Trump die bessere Wahl. „Ich hoffe wirklich, dass sie gewinnt.“

Zur Person

Lawrence Weiner (1942 in New York geboren) gilt als Mitbegründer der amerikanischen Conceptual Art. Der bildende Künstler lebt und arbeitet wechselweise in New York und in Amsterdam. Am Freitag eröffnet seine Ausstellung "Wherewithal. Was es braucht" im Kunsthaus Bregenz.

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