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Mächtigstes Amt der Welt geht an Trump

Bei den Clinton-Fans herrschten am Wahltag Fassungslosigkeit und Verzweiflung.

Bei den Clinton-Fans herrschten am Wahltag Fassungslosigkeit und Verzweiflung.

Quereinsteiger wird entgegen aller Prog­nosen der 45. Präsident der USA.

washington. Donald Trump hat überraschend die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Mit seinem Triumph über die Demokratin Hillary Clinton widerlegte der als Außenseiter ins Rennen gegangene Populist die meisten Umfragen. Er regiert von 20. Jänner an die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt. Sein Vorgänger Barack Obama gratulierte am Mittwoch (Ortszeit) telefonisch und lud ihn zu einem Treffen ins Weiße Haus ein. Der Demokrat Obama hatte während des Wahlkampfs offen seine Parteikollegin Clinton unterstützt. 

„Großartige Beziehungen“

Nach einem der schmutzigsten und polarisierendsten Wahlkämpfe der US-Geschichte sagte Trump in seiner Dankesrede am Mittwochmorgen (MEZ) vor Anhängern in New York, er wolle das tief gespaltene Land nun einen. Den Menschen anderer Länder biete er die Partnerschaft der USA an, nicht ihre Feindschaft. „Wir werden großartige Beziehungen pflegen“, versprach der 70-Jährige. Amerika gehe aber vor. Der Milliardär versprach, er werde Präsident für alle Bürger sein. „Jeder Amerikaner wird die Chance haben, sein Potenzial auszuschöpfen.“ Auf Basis seines Wirtschaftsplans werde er das Wachstum verdoppeln.

Die Wahlnacht in den USA entwickelte sich zur extremen Zitterpartie. Letztlich konnte Trump die meisten umkämpften Wechselwählerstaaten wie Florida und Ohio für sich entscheiden. Vor allem im industriell geprägten Nordosten des Landes, dem einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung gebeutelten „Rostgürtel“, konnte Clinton nicht wie erwartet punkten. Trump brachte so mindestens 279 Wahlleute hinter sich, die über den nächsten Präsidenten entscheiden. Clinton kam demnach nur auf 228, nötig sind 270.

Trotz ihrer Niederlage hat Clinton einen knappen Vorsprung bei der Anzahl der Wählerstimmen. Nach Auszählung von fast 125 Millionen Stimmen, kam sie auf 47,7 Prozent, der designierte Präsident Donald Trump auf 47,5 Prozent. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AP hervor. Im amerikanischen Wahlsystem gilt jedoch das „Winner-takes-it-all“-Prinzip. Das bedeutet, wer eine einfache Mehrheit in einem Bundesstaat erzielt, bekommt alle Wahlmänner des betreffenden US-Staates zugesprochen. Dabei spielt keine Rolle, wie groß der Vorsprung tatsächlich ist. Da noch weitere Stimmen ausgezählt werden, gibt es zudem keine Garantie dafür, dass Clinton ihren Vorsprung behält. 

Welt besorgt

Im Rest der Welt wird Trumps Sieg mit Sorge gesehen. Unklar ist bislang, was er für das Verhältnis der USA zu ihren Partnern in Europa und innerhalb der Nato bedeutet. Im Wahlkampf hat Trump angekündigt, den Verbündeten mehr abzuverlangen und sie für militärischen Schutz stärker zur Kasse zu bitten. Fraglich bleibt auch, ob der im Wahlkampf vom Kreml hofierte Republikaner die Abschreckungspolitik der Nato gegenüber Moskau unterstützt.

Befürchtet wird zudem, dass Trump Vereinbarungen wie das Atomabkommen mit dem Iran, den Pariser Klimavertrag und bestehende Freihandelsvereinbarungen aufkündigt. Für den Handelspakt TTIP könnte sein Sieg der Sargnagel sein. Die Präsidenten des EU-Rats und der EU-Kommission, Donald Tusk und Jean-Claude Juncker, luden Trump in einem Glückwunschschreiben zu einem baldigen Gipfeltreffen in Europa ein. „In diesen Tagen ist es wichtiger denn je, die transatlantischen Beziehungen zu stärken“, schreiben sie mit Blick auf den Klimawandel, den Anti-Terror-Kampf sowie die Flüchtlings- und Ukraine-Krise.

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