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“Meine US-Freunde sind schockiert”

Max Moser wird für seine hervorragende vorwissenschaftliche Maturarbeit ausgezeichnet. Das war im Jahre 2015.

Max Moser wird für seine hervorragende vorwissenschaftliche Maturarbeit ausgezeichnet. Das war im Jahre 2015.

Der Bregenzer Max Moser erlebte auf einem Campus in North Carolina die Wahlnacht.

Durham, North Carolina. Es war keine Nacht wie jede andere, die der Bregenzer Student Max Moser an der renommierten Duke University in Durham, North Carolina, erlebte. Statt Wahlparty gab’s für ihn und seine Freunde am Ende Wahlfrust. „Ich habe mit sechs amerikanischen Kollegen die Wahlberichterstattung auf ABC News.com live verfolgt. Alle waren wir für Hillary Clinton und vor allem gegen Donald Trump. Als der Sieg des Republikaners feststand, versanken wir in eine kollektive Schockstarre“, lässt Moser die denkwürdige Nacht Revue passieren.

Wie die Zuversicht schwand

Im sogenannten Swing State North Carolina hätten sie alle gehofft und gebangt. „Wir waren vor dem Wahlgang zuversichtlich, wiewohl nicht euphorisch. In den Tagen zuvor haben Clinton-Mitarbeiter vor der Universität immer wieder für ihre Kandidatin Werbung gemacht. Ich weiß nicht, wie oft ich ihnen erklären musste, dass ich leider nicht wählen dürfe“, berichtet Moser.

Verfolgt haben Moser und seine Freunde die Wahlberichterstattung im Zimmer des jungen Bregenzers. Unten im Gemeinschaftsraum klebten Dutzende andere Studenten an den Bildschirmen. Als die ersten für Hillary Clinton unerfreulichen Nachrichten eintrafen, seien sie noch guten Mutes gewesen. „Aber als sich dann immer mehr abzeichnete, dass Trump die Wahl gewinnen würde, wuchs die Enttäuschung. Die war nicht nur in meinem Zimmer vorhanden, sondern im ganzen Campus“, erzählt der 19-Jährige. Einmal mehr sei ihm bewusst geworden, wie wichtig Bildung ist. „Denn das Hauptreservoir der Trump-Wähler besteht aus Menschen mit unterdurchschnittlicher Bildung“, zitiert Moser aus den von ABC gelieferten Statistiken.

Die Wahrnehmung

Warum ein Sieg des viele Menschen beleidigenden Donald Trump trotzdem möglich war? „Er hatte eine Message: ‚I wanna make America great again‘. Und auch wenn das simpel klingt, Hillary hatte gar keine Botschaft.“ Leid tun dem jungen Bregenzer jetzt die zahlreichen illegalen Immigranten. „Wenn Trump das macht, was er im Wahlkampf angekündigt hat, dann geht es denen künftig nicht so gut. Und es gibt ja derzeit keinen Grund zu glauben, dass er nicht macht, was er angekündigt hat.“

Moser ist auch bewusst geworden, dass er seine Wahrnehmungen der Stimmung in einem geschützten, sprich gebildeten, Bereich gemacht hat, der nicht repräsentativ für die breite Masse war. „Trump hat alle jene erreicht, die glauben, zu kurz gekommen zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass das so viele sind.“ 

Max Moser mag Amerika. „Weil ich meine, dass hier jemand etwas erreichen kann, wenn er oder sie sich anstrengt.“ Ob die USA weiterhin ein Land mit Chancen für Willige bleibe, müsse sich angesichts der nun veränderten politischen und gesellschaftlichen Situation erst zeigen. Er selber möchte auf alle Fälle in North Carolina bleiben und nach einer Schnupperphase ein Studium im Bereich Gesundheitsmanagement beginnen.

In Trumps Amerika

Der Sinn stehe an der angesehenen Bildungsstätte im Moment jedoch niemandem nach Wissenschaft und Lehre. „Es ist am Tag der Wahl sehr viel ausgefallen, und das wird wahrscheinlich auch heute so sein. Ich kann mir vorstellen, dass man jetzt überall an der Uni nur über dieses Ereignis spricht.“ Natürlich hofft Moser, dass auch seine Freunde möglichst bald wieder aus ihrer Schockstarre erwachen. „Im Moment schämen sie sich, Amerikaner zu sein.“ Jetzt befänden sie sich im Amerika des Donald Trump. Und niemand wisse, was das für die Zukunft wirklich bedeutet.

Derzeit schämen sich meine Freunde, Amerikaner zu sein. 

Max Moser
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