IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!
Hier klicken und mitmachen!

Debüt unter olympischer Flagge

von jochen dünser
Karate-Lady Bettina Plank steht bei der WKF-WM in Linz am Donnerstag erstmals auf der Matte und will möglichst lange die erste Geige in der 50-kg-Klasse spielen  Foto: gepa

Karate-Lady Bettina Plank steht bei der WKF-WM in Linz am Donnerstag erstmals auf der Matte und will möglichst lange die erste Geige in der 50-kg-Klasse spielen Foto: gepa

Karate-Lady Bettina Plank will bei der Heim-WM in Linz um eine Medaille mitmischen.

Linz. In Linz beginnt’s – die erste Weltmeisterschaft der World Karate Federation (WKF) – mit mehr als zehn Millionen Mitgliedern in 188 Ländern weltweit der größte Dachverband – seit der Aufnahme Anfang August ins olympische Programm der Sommerspiele 2020, wurde feierlich eröffnet. Von heute bis Sonntag messen sich in der TipsArena auf der Gugl 1200 Karatekas aus 129 Nationen im sportlichen Wettstreit um Medaillen und Platzierungen.

„Zähle nicht zu den Favoriten“

Die Feldkircherin Bettina Plank ist dabei eine der ganz großen rot-weiß-roten Medaillenhoffnungen für ein positives Abschneiden beim Heim-Championat. Die 24-jährige HLSZ-Sportsoldatin,

die zu Beginn des Jahres zu Vorarlbergs Sportlerin des Jahres gewählt wurde, genießt dabei in doppelter Hinsicht einen Heimvorteil, hat sie doch seit September ihren Lebensmittelpunkt in die oberösterreichische Metropole verlegt. Trotz des doppelten Heimvorteils sieht sich die Silbermedaillengewinnerin der Europaspiele 2015 in Baku in der Gewichtsklasse bis 50 kg nicht unbedingt in der Favoritenrolle. „Unter den 63 Kämpferinnen in meiner Klasse ist eigentlich alles, was Rang und Namen hat, vertreten. Der Karatesport gehört zu jenen Sportarten, in denen eine einzige Unachtsamkeit oft über Sieg oder Niederlage entscheidet. Deshalb sind alle Prognosen aufgrund von bisherigen Platzierungen nicht wirklich realistisch. Es gibt einen kleinen Kreis von Favoriten, wie die Französin Alexandra Recchia und die Türkin Sreap Özcelik. Dahinter gibt es zehn Kämpferinnen, zu denen ich mich auch zähle, die zum erweitereten

Kreis der Medaillenan-

wärter gehören“, betont die sympathische und stets gut gelaunte Feldkircherin.

Interesse gestiegen

Dass sich ihre sportliche Karriere seit der Vergabe der WM nach Österreich bzw. der Aufnahme ins olympische Programm grundlegend geändert hat, betrachtet Plank als nette Begleiterscheinung, aber keinesfalls leistungsfördernde Sache. „Für mich hatte der Karatesport schon zuvor eine sehr große und wichtige Bedeutung. Die neuen Begleitumstände haben nicht dazu geführt, dass wir anders trainieren. Ich habe auch zuvor gewissenhaft gearbeitet und werde daran auch nicht viel ändern, nur weil wir nun ins olympische Programm aufgenommen wurden.“

Allerdings stellt die dreimalige Gesamtsiegerin der Premier League, vergleichbar mit dem Skiweltcup, nicht in Abrede, dass die Heim-WM und die Aufwertung zur olympischen Sportart das öffentliche Interesse am Karatesport enorm beflügelt haben. „So viele Pressetermine und Interviewanfragen wie in den letzten Monaten hatte ich zuvor nicht annähernd – obwohl ich auch davor beachtliche Erfolge gehabt habe.“

Dass die 24-jährige Wahl-Linzerin im Verlauf ihrer Karriere bei WKF-Titelkämpfen noch nie auf dem Podest gestanden ist, sieht Plank als persönlichen Vorteil. „Nicht nur einmal wurde im Vorfeld gefragt, ob ich mich als Favoritin sehe. Dann habe ich immer wieder geantwortet, dass eine Medaille der absolute Traum und der erklärte Wunsch ist, man aber nicht davon ausgehen kann, dass dies dann am Ende auch so eintritt.“

Erstmals auf der Matte stehen wird die Europameisterin des Vorjahrs am Donnerstag um 15 Uhr. „In den letzten Tagen habe ich mehrfach den Wettkampf-

beginn herbeigesehnt. Vor so einem großen Wettkampf kommt es besonders in den letzten Tagen, wenn man das Training reduziert und die Zeit intensiv zur Regeneration nutzt, viel öfter dazu, dass einem dann alle möglichen Gedanken durch den Kopf schießen. Deshalb wünscht man den Zeitpunkt des Wettkampfbeginns herbei.

Ich entwickle dann immer einen Tunnelblick und kann alle Geschnisse um mich herum ausblenden. So ein Fokussierung ist notwendig, um beim Betreten der Kampffläche seine maximale Leistung abrufen zu können.“

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.