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Teamchef hat die Sinnfrage gestellt

von Christian Adam aus Wien
Andreas Lukse hat sich im Team in der derzeitigen Situation zur Nummer zwei hochgearbeitet und könnte heute sein Teamdebüt feiern. Foto: apa

Andreas Lukse hat sich im Team in der derzeitigen Situation zur Nummer zwei hochgearbeitet und könnte heute sein Teamdebüt feiern. Foto: apa

Gegen Slowakei soll der Weg fortgeführt und das Jahr positiv ab­geschlossen werden.

Wien. Er werde nicht alles auf den Kopf stellen. Mit aller Deutlichkeit erteilte Teamchef Marcel Koller vor dem Test-Länderspiel heute gegen die Slowakei (20.45 Uhr) allen eine Absage, die auf allzu große Veränderungen im ÖFB-Team gehofft bzw. diese erwartet haben. Es sei ein Prozess über Jahre gewesen, um dem Team eine gewisse Struktur zu verpassne. „Natürlich kann es kurzfristig zu Veränderungen kommen, in taktischer und personeller Hinsicht.“ Auch habe er sich die Sinnfrage gestellt: „Wolllen wir die Arbeit weiterführen? Wir haben ja nicht nur schönen, sondern auch erfolgreichen Fußball gespielt.“ Seitens des Teamchefs gibt es dazu ein klares Bekenntnis und ein absolutes Nein zu „Kick’n’Rush“. „Was uns im Moment einfach fehlt, ist das Erfolgserlebnis“, ist sich der 56-jährige Schweizer sicher.

Gemeinsame Sprache

Verbale Unterstützung erhält Österreichs Teamchef von seinem Kapitän Julian Baumgartlinger, der auch davon berichtet, dass teamintern Ursachenforschung betrieben wurde. „Wir können nicht mehr überraschen“, lautet die Schlussfolgerung für den 24-jährigen Leverkusen-Legionär. Es sei doch nur normal, dass Österreich von den Gegnern genauestens analysiert werde. „Wir haben uns ein hohes Niveau erarbeitet, das ist nicht verborgen geblieben.“ Jetzt gelte es, sich der neuen Situation zu stellen. Es sei eine Herausforderung, so Baumgartlinger, Spiele auf einem höheren Level in Erfolge umzumünzen. Dennoch: „Wir können das nur gemeinsam lösen und dürfen nicht in Hektik verfallen.“ Alles auf den Kopf zu stellen, sei jedenfalls der falsche Weg.

Teamdebüt von Lukse möglich

Zumindest für den Jahresabschluss ist der Teamchef nicht abgeneigt, neue – in personeller Hinsicht – Wege einzuschlagen. Das betrifft auch die Torhüter, denn mit Altachs Andreas Lukse hat er zumindest einen im Kader, der kontinuierlich spielt. Klar, dass Koller überlegt, den 29-Jährigen zumindest eine Halbzeit zu testen, denn: „Uns ist seine Entwicklung nicht verborgen geblieben. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass Altach in der Tabelle oben steht.“ Auch intern habe er, bedingt durch die Verletzung von Robert Almer und der fehlenden Spielpraxis von Heinz Lindner, einen Sprung gemacht. Auch mit den Trainingsleistungen von Lukse, für den es sein Teamdebüt wäre, ist er zufrieden. Wohl aber wird Koller anfangs auf Ramazan Özcan vertrauen und dem 32-Jährigen eine weitere Gelegenheit geben, Spielpraxis zu sammeln. Der Götzner ist für den Schweizer die Nummer eins, wie er in seinen Aussagen auch unmissverständlich immer wieder darlegt.

Eine klare Meinung hat Koller auch zum abschließenden Länderspiel, zumal der Gegner gleich sechs Stammspieler, darunter auch Marek Hamsik, vorzeitig aus dem Team entlassen hat. „Für uns ist das Spiel wichtig und da interessiert mich nicht, wie das der Gegner sieht. Wir wollen ein gutes Ergebnis rausholen. Das heißt für mich, einen Sieg einfahren.“ Gelassen reagiert er auf die zuletzt geäußerte Kritik an seiner Person. „Es ist ja nicht das erste Mal.“ Aber es sei nur normal, dass man sich auch im Betreuerstab hinterfrage, wenn es nicht läuft. „Aber wir wissen auch, dass wir Siege nicht bestellen können.“

Ein klares Bekenntnis

Sowohl Koller als auch Baumgartlinger sind sich zudem einig, dass ein David Alaba der Mannschaft am meisten im Zentrum weiterhilft. Genau deshalb geht die Suche nach einem linken Außenverteidiger weiter, wenngleich sich der Teamchef schützend vor Kevin Wimmer stellt. Natürlich könne man die Öffentlichkeit nicht beeinflussen, aber intern erhalte der Tottenham-Legionär jegliche Hilfe. „Er hat das Potenzial, auf dem Level zu spielen. Es liegt nun auch an ihm, sich weiter zu entwickeln.“

Für den Vorgänger, Christian Fuchs, der heute beim Spiel verabschiedet wird, findet Koller ausschließlich lobende Worte. „Ich kenne ihn schon länger, habe ihn ja zu Bochum geholt. Christian ist ein Mensch mit viel Gefühl und ein hervorragender Fußballer. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.“ Und – wie Baumgartlinger süffisant bemerkt – auf sozialen Netzwerken sehr aktiv.

Locker-flockig alles auf den Kopf zu stellen wird sich nicht spielen.

Marcel Koller

Fußball

ÖFB-Länderspiel

Österreich – Slowakei heute

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 20.45 Uhr, SR Kevin Blom (NED)

ORF eins überträgt live ab 20.15 Uhr

Mögliche Aufstellungen

Österreich (4-2-3-1): Özcan (Bayer 04 Leverkusen/10 Länderspiele); Lazaro (RB Salzburg/4/0 Tore), Dragovic (Bayer 04 Leverkusen/53/1), Hinteregger (FC Augsburg/21/1), Suttner (FC Ingolstadt/17/0); Baumgartlinger (Bayer 04 Leverkusen/52/1), Alaba (FC Bayern München/53/11); Harnik (Hannover/62/14), Sabitzer (RB Leipzig/25/4), Arnautovic (Stoke City/59/13); Hinterseer (FC Ingolstadt/11/0)

Slowakei (4-1-4-1): Novota (Rapid); Pekarik (Hertha BSC), Salata (Slovan Bratislava), Skriniar (Sampdoria Genua), Holubek (MSK Zilina); Kiss (FK Haugesund); Bero (Trabzonspor), Hrosovsky (Viktoria Pilsen), Sabo (Beitar Jerusalem), Svento (Slavia Prag); Duris (Viktoria Pilsen)

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