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Moor ließ in Polen Hymne erklingen

Patrick Moor und Gattin Daniela bei der Siegerehrung. Foto: Privat

Patrick Moor und Gattin Daniela bei der Siegerehrung. Foto: Privat

Patrick Moor mit Gold, Bronze und zwei Weltrekorden bei Weltmeisterschaft der sehbehinderten Schützen.

Lauterach. (VN-jd) In Olsztyn (deutsch Allenstein), einer 170.000-Einwohnerstadt im polnischen Teil von Ostpreußen, wurde die Weltmeisterschaft der Internationalen Blindensport-Organisation (IBSA) im Schießen ausgetragen. Dabei bestätigte der Lauteracher Patrick Moor wenige Tage nach seinem 47. Geburtstag eindrucksvoll, dass er weltweit zu den besten sehbehinderten Gewehrschützen zählt.

Gleich im ersten Bewerb der Titelkämpfe drückte Moor, der nach einer angeborenen Erkrankung der Netzhaut des Auges (Fachbegriff Makuladegeneration) seit knapp zehn Jahren nur noch zehn bis zwölf Prozent Sehkraft hat, in der Königsdiziplin Stehend frei seine Qualitäten. Nach der neuen Weltrekordmarke von 623,1 Ringen in der Qualifikation setzte Moor, der bei den Trainings und Wettkämpfen von seiner Gattin Daniela unterstützt wird, im Finale seinen Erfolgslauf fort und sicherte sich mit 208 Ringen die Goldmedaille. „Dieser Titel hat eine unglaubliche Bedeutung für mich. Er soll allen Behinderten, die sich in einer ähnlichen Situation wie ich befinden, zeigen, dass man viel erreichen kann, wenn man sich etwas zutraut“, frohlockte Moor.

Von Defekt gestoppt

Im zweiten Bewerb, dem Liegend-Wettkampf schloss der gelernte Elektroniker und Programmierer dann nahtlos an die Leistung des Stehendbewerbes an und holte sich mit neuem Weltrekord von 641,5 Ringen Rang eins in der Qualifikation. Im Finale wurde der Sportler der Schützengilde Wolfurt dann aber von einem Waffendefekt gestoppt und musste sich mit Rang fünf begnügen. „Ich habe bereits beim ersten Schuss gemerkt, dass mein handelsübliches Luftgewehr keinen Druck erzeugte. Durch diese Probleme verlor ich die Konzentration und konnte nicht annähernd an die Leistung der Qualifikation anschließen.“

In einer Nachtaktion wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Sportgerät wieder fit zu bekommen. Doch die Bemühungen waren vergeblich, und so musste Moor im Bewerb Dreistellung mit einer ungewohnten Ersatzwaffe antreten. „Es soll keine Ausrede sein, aber in der kurzen Zeit war es nicht möglich, dass richtige Setup für die wesentlich leichtere und kürzere Waffe zu finden.“ Am Ende holte Moor mit 1256 Ringen und 2,8 Zählern Rückstand auf den Sieger Bronze. Abseits der sportlichen Aktivitäten durfte sich Moor als Fachreferent beim Para-Sport Austria und als Mitglied des LBSA-Subkomitees über weitere Erfolge freuen. In Polen wurden die nächsten Schritte für die Aufnahme in das Sportprogramm des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) getroffen. „Es waren sehr konstruktive Gespräche, und ich bin zuversichtlich, dass es schon bald in dieser Hinsicht eine Erfolgsmeldung geben wird“, so Moor optimistisch.

<p class="caption">Nach EM-Silber 2014 holte Patrick Moor in Polen mit Gold (Stehend frei) und Bronze (Dreistellung) seine ersten WM-Medaillen. Foto: steurer</p>

Nach EM-Silber 2014 holte Patrick Moor in Polen mit Gold (Stehend frei) und Bronze (Dreistellung) seine ersten WM-Medaillen. Foto: steurer

Es war ein unglaubliches Gefühl, als meine Frau und ich die Goldene überreicht bekamen.

Patrick Moor
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